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Der Israelit · 1908-02-13 · Heft 7 (13.2.1908) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 7 (13.2.1908)
Date
1908-02-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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m Fesnmv rsos. «E14. ' Der Israelit. Nr. 7 der Hals war ihm wie zugeschnürt.. Aber feine in den letzten Tagen gästerbteiche Gesichtsfarbe hatte sich,' als er hinter dem Sarge durch das Friedhoftor trat, urplötzlich dunkelrot gefärbt und in seinen sonst so sanft blickenden Augen funkelte es unheimlich. Schröder sah ihn wanken und legte rasch seinen Arm um den Knaben, ihn aufrecht zu halten. Man hatte das offene Grab erreicht, der Schrein, der die indischen Ueberreste des Heimgegangenen barg, stand an dem Rand desselben, um das sich die ganze große Trauerversammlung weithin scharrte. Hin und wieder vernahm man ein schlecht unterdrücktes Schluchzen, viele Tücher sah man über feuchte Augen gleiten, denn der Verstorbene hatte viele Freunde besesien, die seinen Heimgang schmerzlich beklagten. Jetzt trat der Seelsorger der israelitischen Gemeinde, Rabbiner Doktor Schwarz zum Sarge, um dem vorzeitig Heimgerufenen den wohlverdienten Nachruf zu halten. Er hatte ihn persönlich gekannt und hochgeschätzt. Mit schmerzbewcgter Stimme begann er. Nagend um den verblichenen Freund der Armen, der Dürftigen, aller Unglücklichen, aller Leidenden, aller, die Rat und Hilfe geheischt. Mit hinreißender Beredtsamkeit schilderte er das kurze und doch so segensreiche Leben des Verewigten. Edwins trockene, glühende Augen hingen an den Lippen des Redners, hin und wieder nickte er wie zustimmend mir dem Kopfe, als wolle er sagen: so, gerade so ist er gewesen. Nachdem Doktor Schwarz geendet, sprachen nacheinander die Obmänner der verschiedenen Wohltätigkeitsvereine, deren Vorstandsmitglied der Verstorbene gewesen. Dann ward der Sarg hinunter in die Gruft gesenkt und man vernahm jenes grauenvolle Geräusch, das mit nichts anderem zu vergleichen ist. Plötzlich machten laut gellende, wilde, markerschütternde Schreie die Lust erzittern. Die Witwe hatte sich den Armen der sie stützenden Frauen entrissen, laut schreiend drängte sie sich durch die das Grab umstehenden Reihen der Männer. > „Laßt mich hindurch! laßt mich hindurch i zu meinem Gatten! — zu meinem Geliebten! — Ich kann nicht leben ohne ihn, — Ihr müßt mich mit ihm begraben! " Unablässig schreiend und ringend war sie, trotz dem Bemühen der Menge sie zurückzuhalten, dem Grabe näher und näher gekommen und schien sich in dasselbe stürzen zu wollen — Dies sah Edwin. Mit einem Schreckenslaut wollte er zu seiner Mutter eilen, mithelfen sie zurückhalten. Doch er tat einen Fehltritt und stürzte in das' offene Grab, auf den Sarg seines Vaters. Ein Schrei des Entsetzens entrang sich aller Lippen. Ob die Witwe^ihn hörte? Sie lag mit geschlossenen Augen in den Armen der ihr zunächst Stehenden, die sich bemühten, sie aus dem Gedränge zu ihrem Wagen zu tragen, während Andere sich um den Knaben bemühten. Schon nach wenigen Minuten hatten sie ihn aus dem Grabe gezogen, aber wie sah er aus! — Das vorhin dunkelrote Gesicht war erdfahl und von der feuchten Erde der Grabeswände bebeschmutzt, ebenso wie die Kleider; an allen Gliedern bebend, schien er kaum imstande, sich aufrecht zu halten, seine beiden Großväter stützten ihn. Er blickte zu der Stelle hin, wo seine Mutter gestanden, schien sie zu suchen. „Sei unbesorgt", flüsterte Schröder ihm zu, „die Mama ist schon wieder wohl, sie haben sie zum Wagen gebracht, sie fährt schon nach Hause. — Aber du mußt jetzt stark sein, liebes Kind, — mußt dich deines herrlichen Vaters würdig zeigen. — Du weißt doch, daß du jetzt das Gebet, für das Seelenheil des Teueren laut sprechen mußt?" Edwin nickte zustimmend. „Wirst du es imstande sein?" Abermaliges Kopfnicken. Er nahm das aufgeschlagene Gebetbuch und sprach laut, doch von tränenlosem Schluchzen häufig unterbrochen, das herrliche Gebet, dessen Bedeutung sein Lehrer ihm Tags zuvor erläutert hatte. Doch kaum hatte die Trauerversammlung das letzte Amen gesprochen, da war's ihm, als ob sich der Friedhof, mit all 'den Menschen, die sich darauf befanden, um ihn im Kreise drehen würde, rascher und immer rascher - wie das Rauschen der Meereswogen drang es an sein Ohr und dazwischen war es ihm, als vernehme er unaufhörlich das polternde Geräusch des Sarges, der in das Grab hinunter gelassen wurde - (Fortsetzung folgt.) Aber gestern war der v m m in Angst! Die neue Oper sollte Mn, das Haus war am Morgen schon ausveilmfl und am Mi rag sagt plötzlich der Heldentenor av! Heiser — {ein Ton in der Reh e! Der Theaterarzt schreibt km Attest: 8 Tage Schonung. Da stivzt der Direktor in das erste beste einschlägige Geschäft und kaust eine Schachtel Fahs Soden er Mineral-Pastillen, eilt damit zum Brüllinski und bittet und bettelt, bis der e n paar Pastillen in heißer Milch nimmt und nachher noch ein paar im Mund zergehen läßt. Ra — und wie hat er dann am Abend gesungen? Glänzend. Und das Hai en nur Fahs ächte Sodener getan —! M.n kaust fie für 85 Pfen iö die Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhanblungen. 4 Landeshuter £ CI Leinen- und Gebfid-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Grossherzogi. tu Forstlicher Hoflieferant Berlin Updpnlnm H-2. Crmtt Aatwabl aller Wäscheartikel fir du Bnskedarf. IMiiii Inzer fiisMiiti. Preisliste ntt AUriMugen sowie KestseaneeUige za Diensten. (7969) Für des Inseratenteil ist die Redaktion n’cht Terantwortllch; msneaenaeire ist es anssehliessilchSache der Leser, die ln Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonst ge Angaben religio isgese tzlichen Charakters anf ihre Zuverlässigkeit zu prfifen. Tammiftr.« Wl6Sl)9dßll Tammrftr.49 (am Kochbrunnen.) 'W2 Pension n. Hlttagsttseh ■«» MT I. Ranges. 2 Lift, Zentralheizung, Bäder imHanse. SM Referenzen Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Kahn Wies- « ÄT baden.— Zur Saison i. Swinemünde Restr. „Berolina." 8 (9677) Inh. S. Karpfen. 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