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Der Israelit · 1908-01-30 · Heft 5 (30.1.1908) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 5 (30.1.1908)
Date
1908-01-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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ctttt i<l '. , j -;; „DaS kannst Du"^ flüsterte er hastig, „darum wollte ich Dich bitten." „Um was wolltest Du mich bitten? ich verstehe Dich nicht." Gr antwortete nicht sogleich, atmete wiederholt schwer auf, dann sagte er leise. ' „Meine Frau hat mich ja lieb — heute —ich glaube, sie würde ihr Leben hingeben, wenn sie meines dafür erkaufen könnte." „Gewiß, das würde sie, und darum wirst Du sehen, alle ihre Keinen Schwächen werden mit der Zeit schwinden." „Mit der Zeit," wiederholte er klagend, „aber habe ich denn Zeit? — Zeit ist Geld, sagt die Welt, Zeit ist Leben, sage ich." „Gewiß, Zeit ist Leben, aber Du lebst und wirst mit Gottes Hilfe noch viele, viele Jahre leben im Kreise Deiner Lieben, zu denen ich mich auch rechne." „Liebe, liebe Mutter, — ich weiß, Du meinst es gut — willst mich liebevoll hinwegtäuschen, über das Schwere, das mir bevorsteht. — Aber Du weißt ja doch, daß meine Tage gezählt sind." „Jedes Menschen Tage sind gezählt schon von stiner Geburt an." „Ach mein Gott! — ich wiederhole, ich weiß, du meinst es gut aber ich bin nicht mehr zu täuschen —" darum bitte dich inständigst — höre. mich an — es drückt mir das Herz ab — aber mit meinem Vater kann ich nicht darüber sprechen — ich habe es wiederholt versucht aber es geht nicht! es geht nicht! —" „Rege dich nicht auf Theodor,- ich will dich ja gern anhören und ich verspreche dir rat vornhinein, ich werde alles tun, was du wünschest, du kannst dich auf mich verlassen." Das weiß ich, darum höre mich ruhig an und vor allem widersprich mir nicht, du weißt so gut wie ich, daß meine Zeit bald um ist. —" „Theodor, ich beschwöre dich, gib nicht alle Hoffnung auf!" Er hob flehend die Hände: „Widersprich mir nicht! — ich weiß, wie es mit mir steht. — Wegen meines Vaters sorge ich nicht — der ist an deiner Seite geborgen — deine Liebe wird ihn wieder, aufrichten und aufrecht erhalten. — DerJsraekÜ. Für Malwine wird eS ein schwerer Schlag sein — in den ersten Wochen wird sie untröstlich sein — aber sie ist eine elastische Natur — ihre Trauer wird noch vor dem Trauerjahr zu Ende sein. — Aber Edwin! mein Edwin! mein Herzenskind?—" Es lag ein solcher Seelenfchmerz. in dem Ton, mit dem er diese letzten Worte sprach, daß Irma es nicht hindern konnte, daß die Tränen, die ihre Augen füllten, auf seine Hand herniedersielen. Er fuhr zusammen, blickte dann lächelnd zu ihr empor. „Du weinst um mich — habe Dank — du kannst es dir ja denken, wie über alle Maßen schmerzlich mir der Gedanke ist, meinen Edwin in diesem zarten Alter, in dem er der Leitung und der Stütze einer festen Hand noch viele Jahre hindurch bedarf, verlassen zu müssen und dabei zu wissen, daß auf seine Mutter in dieser Beziehung nicht zu rechnen ist." „Aber dein Vater? —" „Gewiß, auf meinen Vater rechne ich —und auf dich. In der vorigen Woche habe ich Testament gemacht und in demselben meinen Vater ersucht, die Vormundschaft über meinen Sohn zu übernehmen. Ich sehe jedoch voraus, es wird das keine so leichte Aufgabe für meinen Vater sein, meiner Frau gegenüber. In der ersten Zeit wird sie zwar alles gut heißen, was mein Vater anordnen wird — aber später — wenn — wer weiß. —" „Wer wird sich denn solch schlimme Gedanken machen! — Du weißt, auf deinen Vater und auf mich kannst du rechnen." „Das weiß ich, und wenn ich wüßte, daß er in eurem Hause unter eurer unmittelbaren Aufsicht aufwachsen würde, dann wäre ich vollkommen ruhig." „Nun so sei ruhig, ich verspreche dir, wir werden ihn hüten wie unfern Augapfel gieb ihn uns." „Das kann ich nicht, das wurde Malwine nie zugeben. Und wenn ich einen Machtspruch tun, wenn ich es testamentarisch verfügen würde — ich weiß nicht, ob ich dazu berechtigt bin — _ Rr. 5 30. Januar 1908. aber selbst wenn ich es wäre, ich würde es nicht tun, well ich nicht zu berechnen vermöchte, zu was ich Malwine dadurch reizen würde." _____ (Fortsetzung folgt.) Für de» Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich r insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die tat Reklameteil enthaltene« Gmpfehlnnge» ritueller Wäre» oder sonstige Angaben religionSgefetz« lichen Charakters ans ihre Znverlüsfigkett z« prüfe». Lehmann, Mensen, was machen Sie denn? Sie husten ja, daß einem ganz angst und bange w rden kann und man stehts Ihnen an, wie elend Sie sich fühlen. Haben Sie denn schon Fays ächte Sodener gebraucht? — Fays ächte Sodener? Nein. — Aber Mensch, das ist eigentlich unverantwortlich! Soviel könnten Sie doch auch schon wissen, daß man gegen alle Katarrhe der Luftwege, gegen Husten Heiserkeit und Verschleimung vor allem eMmal Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen nimmt. Da, versuchen Sie — ich Hab Fays ächte Sodener nicht nur in der Tasche, sondern auch auf dem Schreibtisch und im Schlafzimmer. Ich wüßte gar nicht, waS ich ohne Fays ächte Sodener ansangen sollte. 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