Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1908)
- Date
- 1908-01-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israel Bi kritrrlirp» flirte irtlwdKt Jdutui tfOfl ililrtridwI^büwaißM« vmüffi 49. Jahrgang. SSNI Sranftfurf a. M.. den 30. Januar 1908. Jä 5. r «rwöhnliche Ausgabe Mk. 1^0 vrerteljLhrlich. HestauSgabe auf WDmchlLuv^ «uglavdS s»^, Lwcrika SO «tv^ Nied«rla»d« 1^0 L) ^KPftmüg für die «dlaoel-Zelle; «abaM uuch L«nf. '»'«s. VLAG8. Frankfurt.«. M. und bereu Filialen. «unftdruchuchier Rk. LvieMMrldb (»uSlaudMreG M.M bei *■«< Am 24. Siwan werden es hundert Jahre, daß Rabbiner Kamfo« Maphaek Kirsch, der Regenerator des gesetzestreuen Judentums in Deutschland, das Licht der Welt erblickte. Wenn es eine unbestreitbare Tatsache ist, daß nach dem Heimgang des großen Meisters seine Werke und seine Gedanken in ungeahnter Weise einen Siegeszug' durch die ganze Diaspora angetreten haben, so ist doch für das rechte Verständnis feiner Gedankenwelt sowohl im wissenschaftlichen Sinne, als in der Absicht populärer Darstellung noch vieles zu tun. Der „Israelit" beabsichtigt hierzu anläßlich des hundertjährigen Geburtstags des großen Lehrers das seinige beizutragen durch die Herausgabe einer Sondernummer die als Festgabe sowohl den Lesern des „Israelit" als weiteren Kreisen zugängig gemacht werden soll. Zur Mitarbeit an dieser Sondernummer fordern wir schon heute hierdurch alle, die Schüler des Geistes und Kenner Samson Raphael Hirsch's sind, auf. Es find Beiträge folgender Art willkommen: s^MkttzrisllE Smnsvn Raphael BirsUfssomoM aus persönlicher Erinnerung afs auf Grund schriftlicher Dokumente, iMeSmckte Briefe etc. Hierzu gehören auch bemerkenswerte geschichtliche Dokumente, welche geeignet find, die den Hintergrund der Wirksamkeit S. R. Hirsch's bildenden Zeitverhältnisse zu beleuchten. d) Beiträge m roissenschattlichen Erhennfnis und?um weiteren Ausbau der Gedanhenroelf S. R. tflrscfi's. c) Rota und Bemerkungen ju den Schritten 5 R Kirsch s. 9) Photographieen von Stätten oder von Persönlichkeiten, die in Beziehung zu 5. R. Kirsch gestanden haben, Sacsimilia non Briefen etc Für die Beiträge snb b ist eine vorherige Anfrage bei der Redaktion des „Israelit", ob die Ausarbeitung gewünscht wird, zu empfehlen, damit den Verfassern womöglich unnütze Mühe erspart bleibt. .Die zur Veröffentlichung angenommenen Beiträge werden honoriert, die übrigen zurückgegeben. Zu weiteren Auskünften sind wir gerne bereite v!e beäatrUon äe» „Israelit“. Meodimmg 9«a GradiftOtt.1 Eine religwnsphilospphische Betrachtung von Rabbiner I. Nobel in Jilebue. Jeder gesittete Mensch verspürt, wenn er in die Hallen der Geschichte forschend eintritt, ihren majestätischen Hauch und ihr wunderbares Flüstern. Wem das Gefühl für Göttliches und Geistiges nicht ganz abgestorben ist, deriierstummt in banger -Ehrfurcht um dieser Stille nnd diesem rede««» schweigen zu lauschen,- denn es ist der Flügel- L «lag der enteilenden Zeit, der sich in dieser Heiligen Stille offenbart. Alles Edle und Große, das je auf Erden gefühlt, gedacht und in die Tat umgesetzt wurde, hat seinen Widerhall in den Sternen gefunden, sein Lobgesang ist eingowoben in die ewige Harmonie der Sphären, und diese feierliche Stille, dieses erhabene Schweigen, für die der gefühlvolle Mensch ein so feines Empfinden hat, das ist das Echo, das dem Erdensohn aus Himmelshöhen vernehmbar wird. Ja, oft erschreckt ein ungewohnter Ton, ein leise wehendes Blatt de« Manschen mehr als der laiste Schall. Denn nicht das Große an und fär fich, sonder« das Ungewohnte, das Unerwartete tu» Seltene macht uns zagen. Und ' so kommt e$ denn, daß das Flüstern des Windes (np"T HDOT) uns manchmal eindringlicher eine Botschaft des .uträgt als der rollende Donner, sternes für das Menschenherz oft mehr des Gewaltigen birgt ÄS der zuckende Blitz. Glücklich die Nation, die solche Ge sch ich tshalle ihr eigen nennen darf, und deren Träger und Vertreter sich darin zu Hause fühlen. Glücklich das Volk, dem die eigene Scholle eine solche Geschichtskünderin ist. Steigt im Frühling ihr feuchter erquickender Dampf zum Himmel empor, so sieht der spätgeborene Enkel seiner großen Ahnen in seinem Geiste das Emporöpfer seiner Nation auftvallen, den feurigen Dank und das flammende Hallelujah seines Volkes. Steigt die Lerche mit unwiderstehlichem Drange, wie von der Flügelkraft des eigenen Liedes getragen, jubilirend aufwärts, wogt das Korn, wie von Dank und Liebe bewegt, auf heimischer Flpr, murmelt der Bach sein sanftes Wellenlied mit leiser Andacht dahin, dann mischt' sich in dieses Flüftergebet der Natur vielleicht der süße Klang von heimischen Liedern, die niemals ausgetönt haben, dann steigt vielleicht ein leises Echo aus sagenumwobenen Gräbern auf, und wir wissen nicht mehr, war das Sensensäng oder der J^rbelruf eines Menschenherzens, der hinter den Hügeln der Geschichte dämmernd verklingt? Rauscht^der Wind über die Fluren ooer waren ep Seufzer bebender Lippen und sprechender Herzen,^ die nicht verstummen wollen? Gehören auch ttriar