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Der Israelit · 1908-01-16 · Heft 3 (16.1.1908) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 3 (16.1.1908)
Date
1908-01-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 14. Der ASraeltt. „Nein", erwiderte Gotthold, indem es in seinen Augen aufleuchtete, „nicht eine Silbe hast Du zuviel gesagt, ich erhoffe gleich Dir mein Glück von dieser Verbindung, das ich dann nächst Gott am meisten meinem wackern Sohne verdanken werde." „Aber nun bitte, lieber Vater, erzähle mir den Verlauf eurer Unterhaltung etc. etc. Du kannst Dir denken, wie sehr mich das alles interefliert." Und Gotthold berichtete eingehend, wie alles' von statten gegangen. Mitternacht war längst vorüber, Vater und Sohn saßen noch immer beisammen in traulicher Unterhaltung. Erst als die große Standuhr Ein Uhr schlug brach Theodor auf, wünschte dem Vater eine gute Nacht und daß er von seiner Irma träumen möge." „Das werde ich vielleicht tun", versetzte Gotthold lächelnd, „aber versprich mir, daß Du Deiner Frau kein Wort mehr sagen wirst, über ihr Benehmen gegen mich." „Ich versichere Dich, lieber Vater, in dieser Beziehung kannst Du unbesorgt sein. Wenn ich jetzt hinüber komme, schläft Malwine, das weiß ich ganz gewiß, und wenn wir morgen aufwachen, haben wir beide die ganze Geschichte vergessen. Du kennst doch das Sprichwort, Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. — Nun, zum Schlagen ist es zwischen uns wohl noch nicht gekommen, aber gezankt haben wir uns oft genug. Aber zwei Stunden später sind wir wieder die besten Freunde, da springt sie mir an den Hals, da bin ich wieder ihr Schatz, ibr einziges Theochen, usw. Und daß ich nicht mit ihr anfange, dafür kennst Du mich." Getreu dem seinem Vater gegebenen Worte trat Theodor am folgenden Tage mit freundlichem Gutenmorgenwunsch in das Frühstückszimmer, wo seine Frau ihn zu erwarten pflegte. Auch sie erwiderte freundlich seinen Gruß, gleich darauf aber schrie sie laut aus : „Um Gott! Theodor, was ist Dir? wie siehst Du aus!" „Mir ist gar nichts", erwiderte er lächelnd, „wie ich aussehe, weiß ich nicht." Doch als er zum Spiegel trat, hatte er sich selbst kaum wiedergar-;; 1 agascgagaagagg—assssan-■ ■ — .... ,rr*rs.i.» ■ . assasssssr..1. '■ > erkannt. Seine seinen Hellen Haaren entsprechend auffallend helle Hautfarbe schien wie in Bronzefarbe getaucht. Kopfschüttelnd betrachtete er sich, was war mit ihm vorgegangen? ,Hch sehe aus wie ein Malaye." „Das grade nicht", sagte Malwine, „es macht sogar einen hochinteressanten Eindruck, die dunkle Haut zu dem hellen Haar. Aber nein, nein! ich mag es doch nicht sehen, das Weiße in deinen Augen ist auch ganz gelb. Der Sanitätsrat muß kommen, ich werde gleich zu ihm schicken." „Schicke jetzt nicht zu ihm, ich kann nicht auf ihn warten, ich muß gleich nach dem Frühstück ins Geschäft, ich habe deinem Papa versprochen, heute pünktlich dort zu sein." „Das ist mir einerlei, bevor der Sanitätsrat dich nicht gesehen hat, lasse ich Dich nicht fort." „Erlauben gnädige Frau," sagte die Haushälterin, die eben das Frühstück aufgetragen und die letzten Worte ihrer Herrin gehört hatte, „drüben vor dem Wernerschen Hause steht der Wagen des Herrn Sanitätsrats, ich glaube eines von den Kindern ist krank. Wenn gnädige Frau wünschen, könnte ich dem Kutscher sagen, bevor sein Herr wieder einsteigt, möchte er herüber kommen, die gnädige Frau ließe ihn bitten." „Ja, ja, tun Sie das, Marie, laufen Sie geschwind hinüber." „Wenn er gleich kommt, so ist es gut, sonst gehe ich Mittags, bevor ich nach Hause komme, zu ihm." „Und triffst ihn dann sicher nicht." „Das wäre auch kein Malheur, ich sehe zwar schauderhaft aus, fühle mich jedoch ganz wohl." „Darauf kann man nichts geben. Nein, nein, ich laste Dich nicht fort, ich würde vvr Angst vergehen, wenn der Sanitätsrat dich nicht vorher gesehen und ich ihn nicht gesprochen hätte." „Würdest Du wirklich so leicht vor Angst vergehen, wenn es sich um mich handelt? fragte er lächelnd, doch es lag ein unverkennbar spöttischer Zug um seinen Mund. „Aber gewiß", sie schlang den Arm um seinen Hals und schmiegte sich an ihn. „Du bist ja doch mein einziges Theochen." Nr. 3 16. Januar 1908. „Aber doch auch ein dummer Kerl und was sonst noch alles." „Ach, wer wird Einem solchen Unsinn nachtragen, du weißt" — Sie ward unterbrochen, es klopfte an der Tür und gleich darauf trat der Sanitätsrat grüßend in das Zimmer. (Fortsetzung folgt.) Jamillennacbricbf.n. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Berfügtmfl. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spätestens am Mittwoch, Bormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen kein.) Verlobt: Getta Strauß mit Benjamin Münz, Windheim (Bay.)-Altengronau. Vermählt: Benni Grünebaum mit Hanna geb. Grünebaum» Frankfurt a. M. — Isidor Frank mit Helene geb.Gottlieb, Mülheim a.d.Rubr-Neckarblschofs eim-Künzel au.— Emanuel Forchheimer mit Recha geb. Ellern,Karlsruhe. Geburten: Ein Sohn: Max Stein (Benjamin). — Fel x M e r z b a ch (Strauß). — Eine Tock'er: K ö st r i ch (Böttigheimer', Frankfurt a. M. — Andrs Baum (Jacobsobm. — Adolf Dahlerbruch (Rohrheimer), Dornbeim (Hessen). Barmizwohfeiern: Walther, Sobn von Joseph W o h l f a r t h, Frankfurt a. M. — Martin, Sohn von Julius Blumenfeld, Ber izi. 1 erstorben: Johanna Meyer, 67 I.. Frankfurt a M. — Ferd. I e i d e l, 64 I, Frankfurt a. M. — Salh Strauß. 57 I, Frankfurt a. M. — Henriette Fr oh mann, 59 I., Frankfurt a. M. — Klementine Simon» 48 I., Frankfurt a. M. — Regina Strauß, 84 I, Frankfurt«.M. Sabbat-Anfang u. Ausgang. . n Wn OBT: Anfang Datum Ausgang Ubr iMin. 1908 5768 UbrlMin. 18ZÜN. 15.Schewat. Krankfnrt a M 4 35 5 50 «er«» .... — — 5 13 München . . . 4 40 5 38, Strafrburg . 5 00 5 50 Stuttgart. . . 4 45 5 41 Pole« .... — — 4 59 Nürnberg . . — — 5 88 Hamburg ■ . . — — 5 20 Prag. — — 5 20 Für den Inseratenteil Ist die Redaktion lischt verantwortlich; insbesondere ist es ansschllessllch Sache der Leser, die lm Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonst ge Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihreZuverläss'gkeitzu prüfen. „Worpings“ OiniRlitleidongs-il adetnle Zufchneide-Lehranstalt 1. Ranges Frankfurt a. Mai« jetzt: Unterweg 2 Ecke Eschenheimer Anlage Tramb.-Haltest Petersthor. Eig. Damen- Mode-Journale. Zuschneide - Lehrbücher, Modellbaus, Kleiderbüft., Schnittmusier, Beginn neuer Curfe täglich. Mäßiges Honorar. Prospekte, Lehrpläne gratis. (9658) NIZZA Restaurant und Pension IAX KOKISGH 5 Rne Alphonfe Karr Billa Royal Telefon 11-26 HauS ersten Ranges. Centtal und nach S.ideu gelegen. 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