Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 52 (27.12.1907)
- Date
- 1907-12-27
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449244-2449297--64064-2506638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
W Ar' Ws W üüsereM Edwin schuldig, daß wi?s nicht zu^hen, daß Dein Papa sein Vermögen in so Und soviele Trümmer zerstückelt." „Wir Haben in dieser Beziehung nichts zuvergeben und nichts zu verbieten, mein Vater ist in dieser und.in jeder Beziehung sein .eigener Herr." „Aber Du siehst doch, Dein Vater selbst hält sich verpachtet, es nicht ohne Deine Zustimmung zu tun." „Daß er sich dazu verpflichtet hält, glaube ich nicht. In seiner übergroßen Güte will eres nicht ohne meine Zustimmung tun,- und eben .dtzi^lb hieße es diese Güte mißbrauchen, wenn E Wich Nicht von Herzen mit allem einverstanden eWlären würde."' „Nun willst Du Dich gar von Herzen einverstanden erlären! Du selbst der Sohn Deiner hxrrlichen Mutter, willst das Andenken an die Imtt gute Mama auslöschen und ihr eine: Nachfolgerin geben?" _ Er schüttelte energisch den Kopf. „Du ver-^ WW die Tatsachen, mein Vater wird meine ^Mutter nie vergessen, nie! nie!" //Die einfache Pietät müßte Dich doch ver- ^ikmlassen, alles aufzubieten, daß Dein Vater sich Glicht wieder verbeiratet." » „Du bist im Irrtum, grade aus Pietät gegen , Maina muß ich tun, was ich zu tun beabsichtige",? . sag^ er mit seltsam belegter Stimme. „Noch * an ihrem letzten Abend habe ich es ihr versprechen müssen — Wenn es Dir auch schwer wird, hat sie hinzugefügt, tue es mir zu Liebe." Malwine preßte unmutig die Lippen auf- Mrander. „Am letzten Abend war das, sägst du? — wer weiß, ob Mama damals noch ganz klar bei Besinnung war?" Er warf ihr einen zornigen Blick zu, erwiderte jedoch nichts, drückte den Hut in die Stirn und war im Begriff, das Zimmer zu verlassen. „Theo!" rief sie „ich bitte Dich noch einen . Augenblick. Weshalb hast Du es mir nie gesagt, düp Mama Dir dieses Versprechen abgenommen hat?" ' Er atmete schwer auf. „Meinst Du denn, ^baß es mir überhaupt leicht wird, darüber zu ^Hrechen?"? ,-Nein, gewiß nicht. Armer Schatz! Wenn Mama bedacht hätte, wie schwer Dir oas werden muß, so hätte sie das nie von Dir verlangt — fVtjUtfc wie hat sie den Papa geliebt! — Und sie ^sollte wünschen, daß er ihr eine Nachfolgerin AHebe? undenkbar!" Keineswegs undenkbar. Mama hat es aus- , denn es entspricht vollständig PMcer vollkommenes! Selbstlosigkeit und ihrer un- “;eu Sorge.für Papas Behaglichkeit und Glück. Jetzt ist Papa doch ganz allein." §Du läufst doch alle Minute hinüber, und ist doch kein Kip d, das man nie allein ^Wsen darf!" ' ^Freilich ist der Papa kein Kind, doch verich bin nicht mehr in der Verfassung, diese chaltung fortzusetzen." Er stand aus und verließ das Zimmer. Mheol Theo! wohin gehst Du?" zhr ward keine Antwort, er hatte die Tür sich in's Schloß gedrückt, ob er sie nicht hatte? Grollend blickte sie ihm nach. sie hatte sich geirrt, Theodor war nicht flnübergegangen. Die Unterredung mit frau hatte ihn sehr erregt, er hatte zuerst .Mfzimtt.er den heißen Kopf in frischem i gefüllt, dann erst hatte er sich zu seinem begeben. tthold befand sich im Wohnzimmer, er erdas leichte Klopfen des Sohnes und rief ,w gleich darauf trat Theodor ein! „Guten sicher Väter!" Säbbäth mein Mer Junge!" trm einen festen. Hänoedruck, dann »dor por dem Kater. „Willst Du ßgttrtt. *mmrn drÄckte ihm nöchmaN die „Willst Du Dich nicht setzen?" Theodor ließ sich dem Vater gegenüber in ein Fauteuil nieder, er wechselte wiederholt die Farbe, es ward ihm doch noch schwerer als er geglaubt chatte. Endlich begann er: „Lieber Vater! —" „Mein Sohn? — " „Du weißt, was Herr Meier mir gesagt hat." „Gewiß, das weiß ich — und Du weißt vermutlich auch, was er mir gesagt hat und was ich ihm geantwortet habe." Theodor neigte bejahend das Haupt. „Er hat mir alles mitgeteilt — und — und —, ich — ich — ich habe darauf nichts anderes zu erwidern, als daß ich Dich herzlichst bitte, sowohl im^ eigenen Namen als auch im Namen meiner teueren unvergeßlichen Mama — daß Du, lieber Vater, nichts unterlassen mögest — was Deine Behaglichkeit fördern — was — was —" Es ward ihm unendlich schwer, er stockte wiederholt, doch schließlich brachte er es heraus — „mit göttlicher Hilfe — Dein Glück aufs neue begründen könnte — Beide waren mächtig ergriffen, ohne einander anzusehen, blickten sie mehrere Minuten schweigend nieder, endlich ergriff Gotthold die Hand seines Sohnes und drückte sie mit einer Kraft als wolle er si? zermalmen. „Du bist Deiner Mutter würdiger Sohn." „Meines Vaters nicht auch?" fragte Theodor mit einem matten Versuch zu lächeln. „Was ick gesagt habe, ist mehr." Wieder schwiegen beide, es wollte keine richtige Unterhaltung in Gang kommen, endlich fragte Gotthold: „Hat Meier Dir alles gesagt? auch von — von —" „Ja wohl er hat auch von der Dame gesprochen, — wenn Du es wünschest, könnte ich Erkundigung einziehen über, sie und über ihre Familie — könnte eventuell auch ihre persönliche Bekanntschaft suchen." Wenn Du das tun wolltest, so würdest Du mir einen großen Liebesdienst erweisen." „Aber gewiß lieber Vater, wenn es Dir recht ist, so gehe ich jetzt zu Herrn Meier und ersuche ihn, der betreffenden Familie mitzüteilen, daß vor allem ich die Dame kennen lernen möchte. Ueber die Familie Erkundigungen einzMiehen, erscheint mir eigentlich überflüssig, die Mutter war eine Schwester unseres Seelsorgers, des Dr. Schwarz, es ist daher anzunehmen, daß kein Makel an der Familie haftet — Wenn Du jedoch wünschest —" „Nein, Du hast recht, wenn auch nur der Schein eines Makels vorhanden wäre, das wäre kein Geheimnis geblieben, es handelt sich daher einzig und allein um die Persönlichkeit der Betreffenden." „Ich werde Herrn Meier jetzt gleich aufsuchen, vielleicht geht er noch heute zu dem Rabbiner, odaß ich schon morgen die Bekanntschaft des Fräuleins machen könnte. Adieu lieber Vater! auf Wiedersehen!" Gotthold erwiderte den Gruß des Sohnes und dieser entfernte sich raschen Schrittes. Als er einige Straßen durchschritten hatte und eben im Begriffe war über die Schwelle des auses zu treten, in dem Herr Meier feine Zohnung hatte, trat dieser ihm entgegen. „Ah, guten Sabbath Herr Gotthold! Sie wollten mich mit Ihrem Besuche beehren? bitte wollen Sie mtt hinauf kommen." „Aber nein, ich will Sie nicht stören, Sie sind im Begriffe auszügehen — ich habe Ihnen nur wenige Worte zu sagen, -das gebt, hier auch — Also mein Vater wünscht, daß ich vor allem die betreffende Dame kennen lerne, ich möchte Sie daher ersuchen, dieses vermitteln zu wollen." „Sie wollen die Dame kennen lernen? Sehen Sie, das gefällt mir, daß ist gescheidt— Wissen Sie, was ich für's Gescheiteste halten würde? Daß Sie jetzt gleich.ulit mtrzuDr. SAvärz Hetzen." (tzorffetzuug pi&.) .NI Ü'V ORT: Anfang Jr. «chgaqA Uhr Mm. 1907 I 5667 MrlMw. 28. Dez. Ä.Tebeth.! . •: Frankfurt a M 4 10 5 25 Perlin .... — — 4 48 München . . . 4 20 5 12 Strastbnrg . 4 30 S 30 Stuttgart. . . 4 45 ü 19 Posen .... — — . 4 34 Nürnberg . . 5 12 Hamburg. — — 4 _55 Prag. — — 4 45 M FamMennachilchtrn. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Der» fügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von I Mk.» die gleichzeitig einzusendeu ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spittestenS am Mittwoch» Bormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in'unsere». Händen sein.) Verlobt: Rita Heimann mit Lehrer Leimann Trans!areur, Freudenberg a. M.-Miltenberg a. M. Vernifthlt: Adolf Hichenberg mit Frieda geb. Freudenstem. Frankfurt a. M. — David Ravv wtt Hertha geb. LandSberg, Frankfurt a. M. Geburten s Eine Tochter: Hermann Kort (Strauß), Nürnberg. ' Für de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht üorant« wörtlich; insbesondere ist es ansschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene» Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben rettgionsgesetz» liche» Charakters ans ihre Znverlüsstgkeitzn prüfe«. versprechende Reklame zu machen ist nur dem Fachmann möglich. "Deshalb sollten Sie nicht versäume» sich unsere Dienste kostenlos nutzbar zu machen, indem Sie uns Ihre Inserate übertragen. Sie inseriren durch uns nicht nur billiger sondern sichern sich auch größtenteils noch alle diejenigen Vorteile, welche wir auf Grand unserer langjährigen Beziehungen mtt den Zeitungen genießen. Haasenstein 4 Vogler» JU 6.» Frankfurts. M.f Zell HI. ra 11 [i Sehen Sie, klug Vorbeugen! Das hilft in allen^LehenSlagen, dos hilft vor allem auch ist der Gesundheit. Wer aber irr $eit gegen Erkältung Vorbeugen w nie enttäuscht werden, wenn er Sodener Mineralpastillen gebraucht, eine Erkältung auSgebrochen, dann natürlich erst reckt und Sodener gebrauchen. M«yr PfpnM die Schachtel tnHodrr “ Mer' mito en zurück. und Pycha gary en