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Der Israelit · 1907-12-19 · Heft 51 (19.12.1907) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 51 (19.12.1907)
Date
1907-12-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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4 vorict Line Esrörücken: B P-We Mittel und G. B. oder der l«ß auf die Schule und verzichtet darauf sie eines schönen Tages einfach tufzulösen, dann find auch Wir für die lommunalfchule. " war uns heute nur darum zu tun, An- „c/ di§ sich noch dazu wie öden Nachgewiesen f ftt isfnc Hauptsache auf eine direkte Unwahrheit ^aufIacken — <a»s dem „zulässig" ist heute ßschoK eine Hkrpflichtung geworden) — und oie sich Kegen den „Bund" ebenso richten wie L Hegest die „Fr. Ber.", energisch, aber sachlich zu- ^Mitzuweisea,' die Lehrerfreündlichkeit der I Letz^ven^cmzupressen, dazu lag für uus keinerlei izt gar nicht nach PopuerkuNg können wir nicht diese Vereinigung über k Einfluß wie der D. I. »and der Deutschen Juden, , M wenig besser mit den jMAen Zehrern im deutschen Reich. Und nun zum Schluß Noch eine prinzipielle Ausemanberfrtzung, die angesichts des Lehrer- Berbcmds^aes besonders am Platze sein dürfte. Bei a8er Entschiedenheit, Mit der wir den Jrihalt WMoerfen, wissen wir uns doch »an jeder E n t r ü st u n g; die darin ange- ' Kampsesmiltel sind in den religiösen der Gegenwart leider nichts Seltenes, dem Artikel erst eine Folie verleiht, das Tatsache, daß er im Verbandsorgan erschienen .i.?Mir konstattern in aller Ruhe, daß das hervorragendste Machtmittel des Verbands/ nämlich .sein Organ, hier benützt wird, um gegen die Orthodoxen Sturm zu laufen. Unverständlich -lelbt uns demgegenüber die völlig passive Haltung der zahlreichen gesetzestreuen Mitglieder desBerbandes, die es über sich gewinnen, die gehässigsten Angriffe auf ihre religiösen Gesinnungsgenossen ruhig mit anzusehen, ohne zu empfinden, wie sehr Hre eigene religiöse Ehre dnrch diese Angriffe in Den Staub gezogen wird. Wir fühlen nicht den Beruf in uns, etwa die Gewissensschärfer zu spielen. Aber derartige Vorgänge ermuntern uns nur, den Ausbau des „Bundes" mit aller Kraft zu betreiben, auf daß er ein Bollwerk werde, an dem sich der Ansturm unserer Gegner bricht. Mttiemelt ist eine Umgestaltung hevtASche« Uebersetzimgs* MterricDtts nach $toffa«$wafil, flotwendig? Bottrag, gehalten bei der 28. Gener lversammlung deS JÄÄelit. Lehrervereins für daS Königreich Bayern in «fthaffenArrg, von Seminaroberlehrer Jatod StoV in Wüzbnrg. (Fortsetzung.) M. Es ist eine alte Erfahrung, daß der Jude sehr geneigt ist, die eigenen zur Gewohnheit gewordenen Anschauungen für minderwertm zu halten, wenn beim Nichtjuden andere Ansichten und Uebungen gang und gäbe find. Sicher oft und sehr zu Unrecht! Leider hat uns dieses immerwährende ängstliche Hinüberblicken ms Nachbarhaus der christlichen Schule auf dem Gebiete des eigenen Religionsunterrichts schlimme Folgen gebracht. Diesterweg rühmt einmal den Jrchen nach, baß sie ein feines psychologisches Verständnis der Kindesnatur offenbarten, indem ,fle es verschmähten, ihren Kindern im Religionsunterricht einen Katechismus mit bestimmt formulierten Glaubenssätzen und Glaubenslehren Hopzulegen, sondern vielmehr die Schriften der Bibel, insbesondere des Pentateuch, mit dem ihres Inhalts auf die Jugend wirken Und heute? In unfern jüdischen Schulen infolge der schlechten Beispiele des von allen einsichtsvollen Pädagogen bekämpften Katechismusunterrichts die systematischen Glaubenslehrbücher die Bibel mehr und mehr verdrängt. Und gegenwärtig ist man in weiteren Kreisen der jüdischen Lehrerschaft wiederum daran, ein schlechtes Beispiel aus dem fremdsprachlichen Unterricht anderer Schulen auf den hebräischen Uebersetzunasunterricht jtu übertragen. Warum soll denn oie bisherige Methode unseres Uebersetzens unmethodisch sein? Nach der Ansicht vieler Lehrer schon deshalb, weil unser Uebersetzungsverfahren mit den Unterrichtsmethoden anderer Sprachen nichts gemein hat. Damit ist aber nicht erwiesen, daß die Methode der andern Sprachen gut und unsere des hebräischen Uebersetzens ohne weiteres zu verwerfen ist. Es wäre doch erst zu fragen, öb dknn die in unfern Mittelschulen angewandte Methode des fremdsprachlichen Unterrichts als richtig allgemein anerkannt wird. Wie man sagen hört, soll von dem an Gytstnasien nach allen Regeln ser Grammatik erlernten Latein und und Griechisch in späteren Jahren auch nicht mehr gar viel vorhanden sein. Ja man behauptet sogar, daß kaum die besten Schüler der Gymnasien wirklich einen lateinischen oder griechischen Klassiker rmt Hilfe ihrer grammatischen Kenntnisse ohne besondere Mühe zu lesen imstande . seien. Die Mehrzahl der Schüler soll vielmehr ‘ bei der Präparation zur Lektüre ihres Schriftstellers unerlaubte Hilfsmittel verwenden in Form fertiger Uebersetzungen, also ungefähr das, was wir unfern Schülern als erlaubtes und notwendiges Hilfsmittel in die Hand geben. Aber selbst wenn die Resultate der grammatischen Methode im Lateinunterricht unzweifelhaft gute wären, was sehr fraglich ist, dürften wir noch immer keine Schlüsse für unfern hebräischen Uebersetzungsunterricht daraus ziehen: Denn das Gymnasium kann wegen des höheren Alters und der damit verbundenen höheren geistigen Reife seines Sckülermaterials schon beim Eintritt in die Anstalt, wegen der sorgfältigen Auswahl nach der Seite der Begabung, wegen des unverhältnismäßig langen Zeitraums von 9 Jahren, den sie ihre Schüler behält und beherrscht, wegen der gar nicht zu vergleichenden geistigen Reife eines zum Universitätsstudium befähigten Gymnasialabsolventen und der eines mit dem 13. Jahre entlassenen Volksschülers, wegen der ungleich größeren Stundenzahl, die das Gymnasium dem Lateinunterricht zuweift und wegen der großen Bereitwilligkeit und Hilfe, die das Elternhaus wegen des für das Fortkommen des Schülers daraus sich ergehenden praktischen Nutzens der Erlernung des Latein entgegenbringt, gar nicht zu unserer Religionsschule in Vergleich gesetzt werden. Das gleiche gilt für die Schulen, deren Lehrplan eine moderne Sprache, Französisch oder Englisch, als obligatorisches Fach enthält. Kommt ferner noch hinzu, daß das Erlernen des Französischen oder des Latein nach der grammatischen Methode unvergleichlich leichter sein muß, als das Erlernen des Hebräischen nach dieser Methode. Denn Französisch oder Latein gehören wie das Deutsche zu dem indogermanischen Sprachstamme; die Gesetze der Dort- und Satzbiloung, der Zeit- und Formbildung, kurz ihr ganzes grammatisches System sind im Prinzip entweder hie gleichen wie bei der deutschen Sprache oder doch so enge mit deren besetzen verwandt, daß die Kenntnis der deutschen Grammatik das Erlernen" der anderen Sprache erleichtert, weil eben durch das grammatische System eine Unzahl von Mücken aus der einen Sprache in die andere stammverwandte hinüberführt. Nicht so beim Erlernen des Hebräischen mit Hilfe der deutschen Sprache. Da gibt es keine grammatischen Voraussetzungen, aus die sich bauen läßt, keinen Parallelismus grammattscher Regeln, die sich irgendwie nur miteinander vergleichen lassen. (Fortsetzung folgt.) H-ch-rschart, niSDDI rmnn. Systematisches Lehrbuch der iSraeltti-- schm Religion von Dr. W. Feilchenfeld, Rabbiner t er Synagogengemeindt Posesi. - Vierte Auflage. Frankfurt a. M. 1907. I. Kauffmann. Prätention ist da zu allen Fragen, weiche die awdetne Pädagogik auch unserem Religionsunterricht vorletzt, first zwischen den Zeilen Stellung genommen. Der Berfafier hat sich entschlossen, feiner Darstellung eine Form zu. geben, welci.e zwar nicht Katechese ist, aber immerhin je nach individueller NeigUng des Lehrers eine solche weseniltch erleichtert. Die Zitate dienen der Vertiefung, des Gebotenen. Gemäß dem Grundsätze deS Fort» schrettens vom Leichteren zum Schwereren ist die Darstellung ber religiös - sittlichen Weltanschauung ohne Offenbarung in den Anhang verwiesen. Keusch und diskret ist me in dem Vorwort skizzierte StellmiAiäHvre zu der Frage der niSDn 'vIv in allen Punkten durchs geführt. Das Buch, dessen äußere Ausstattung durchaus zweckentsprechend und daS ganz den neuen Regeln der Rechtschreibung angepaßt ist, zerfällt in zwei große Teile, Glaubenslehre und Pflichtenlehre. Die Beziehung zu dem Zehngeboten ist zwar überall ungekünstelt angegeben jedoch ohne als Einteilungsprinzip zu dienen. Der Ber» faffer gewinnt dadurch große Bewegungsfreiheit? Gerade weil der Berfaffer Glaubenslehre und Pfllchlenlchre schürf getrennt hat und doch bei der letzteren die nötige Bezugnahme auf erstere im Kontext genau angegeben hat, eignet sich das Bnch für höhere Lehrrnstalten ganz vorzügliche Es wird ja nach dem Grundsatz fortschreitender Entwicklung der Interessen im Hervart-Zillerschen Sinn notwendig sein, die Pflichlenlehre zuerst zn lehren. Danach dürften für Gymnasien und Schulen mit analoger Klasseneinteilung eiwa folgende Verteilung zu empfehlen sein: OIII.) Einleitung; II. Abschnitt, Kap. I (kursorisch)^ Kap. III. UII.) II. Abschnitt, Kap. 1, Kap. II, Kap. IVunb V. 0II.) II. Abschnitt, Kap. VI, VII, VIII. UI.) I. Abschnitt, Kap. I—III, OI.) I. Abschnitt, Kap. IV und Anhang. Das Pensum für 0 II ist deshalb so wenig umfangreich gestaltet, weil die vom Berfaffer gegebene Unterscheidung von Pflichten ber Gerechtigkeit und denen dir Liebe eine sehr eingehende Behandlung durch den Lehrer beanspruchen dürfte. Wenn Rec. nun im folgenden noch Einzelheiten hervohebt, so weiß er sicher, baß dem Berfaffer gegenüber gewiß bei jedem Worte ibV DD^I 1DJJE) gilteS find nur bescheidene Wünsche, die dem Ermessen des hochwürdigen Verfassers zur Berücksichtigung bet neuen Auflagen, die wir mit Gottes Hilfe recht bald zu sehen wünschen, anheimgegeben werden. Für die Definition des Begriffes Religion in 81 ber Einleitung wäre v.elleicht die im Anhang Kap. IV § 1 gegebene vorzuziehen, ebenso in der Anmerkung zu A A eine Ergänzung durch die in der Anmerkung zu Glaubenslehre I, 1 gegebene Definition, vielleicht auch iünnte die in Einleitung Kap II § 9 und S. 49 gegebene Charakterisierung der Tradition schon durch ein Attribut zu dtttt Worte Erklärung in I, 7 vorweggenommen we ben. Für manche Kreise durste auch der Begriff „israelitische Offenbarung" neu sein, aber für das, was der Verfasser sinter § 2ä 6 und c subsummiört, dürfte sich tatsächlich ein erschöpfenderer Ausdruck kaunt flstbeU lasten. Bst dtzv Einteilung der Glaubenslehre §? 5 17 könnte vielleicht tid Ziffer 3 daraus hingewiesen werben, baß auf die Zukunft der Gesamimmschheit unsere Glaubenßlehrt bestimmte Anschauungen hegtin der Ausführung kommedas ja genügeüd zum Ausdruck, aber es wäre gut, dies schon, bei der Ueberschttst zu erwähnen, Ebenso f8»Ä$r im Sinne von 8 2 s, S. 6 auch bei § 3,3 auf die mar« Geschichte Bezug genommen werben. In AnmeiMia N zu § 15 (S. 29) wäre Gelegenheit gebot«, NaMmttich den Schülern ber Oberkkaffe den ZusammenhÄNg von. r)TDZ> zu erklären. Zu einem MißvrrMNdnis wnnte Anm. 2 zu 8 5 der Pflichtenlehte in Katz. 2 des Abschnitts II der Pfbchtenlehre Anlaß Mberi in bezug fiuf den PfiichtenkreiS der Mädchen. Auf S. 75 köttme vielleicht eine Einschaltung deS tfcr 3Dst bet <ä[e* beten je. sowie des Begriffes yyp N-DN von NuMM sein/ ebenso eine Angabe des Wertes vcyp 5 Schek ' ' unserem Äelbe (S. 78) unö ber Elle (S, 93) in uns ckettischen Maße. Endlich würbe es vielleicht Mäb, unsere Jugend nützlich sein, zu erfahre», daß Mch »er 'iyysa 13V in die Religionsgemeinschaft <S. 113) ailfaenommen wurde. - .- DaS find die wenigen Bedenke«. Möge daS treffllchr Buch, wie bisher, den Idealen -es ÄttsttsstrS bienennekvm rftm n* k.

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