Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1907)
- Date
- 1907-11-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mmm M4** sranhfurf a.M M MDG 7. November 1907 I Kisten 9668. - 'iEmH» ..., ‘.TW* 4». T0nt»M f WßomrementS r Gewöhnliche Ausgabe Mk. ILO vrexteljLhrlich» HestavSgab« auf Kunfldruckpaviw Mt. SrvirrtetjL-iÜch^ (HbMmdDpteiie We Üe «ttttrks W «s., «irSttkanbe I,3ö fl.) «torniemefijftet dtte* WanfwÜ«, EftmMM kSlÄe vKEKM MWMe r Ä) Pfennige für die sech-gespaltene Tolonel-Zeile; Rabatt nach Tarif. JnferatenamMve «0c durch HaasenUeitz a<Booler Hk>G.7M >«Eafle «f«, »ro. VS«0S. Frankfurt a. M. und deren Filialen. d« «ttgaer <S+mmm1nml t* j j’ «peft 9t9* 184Ä4. und deren Filialen in DwinSk. Liban. BicckvftÄ» ' Nass V‘ ii *i/r «Ädch M Hatze» Sannnalmappen:^= z«m Aufhewahre« -er Psraelit-Nummer« gegen Einfendung von Mark 1.—,zrrzü glich Porto. Zur OrgatH$ddott der Gesetzes treuen in Rußland. Der, Nuf . nach Sammlung der gesetzestreuen JudeyRußlands, den unser Petersburger Mitarbei- , ttVvor einigen- Monaten an dieser Stelle erhoben Hatz, ist nicht - vereinzelt geblieben. In den letzten Tage» ist in Mlna eine kleine Schrift in he» opäischer Spracheerschienen, mitdem Titel lange wollt ihr noch schweigen?),. in der mit Klarheit und Entschiedenheit^ dieselbe Forderung qls die Forderung des Kr lÄOMiHiußstmds ausgestellt und begründet wird.''Dft^Schrrst ist der Notschrei r^,der sich -keiner Tänschrmg hingibt über Ju-j cht! juivenöeii, de» fte, die in den Massen unseres Volkes im Zarenreiche leben. Der Verfasser dieses Aufrufes an die „Treugebliebenen in Israel" nennt mcht seinen vollen Hamen, und das ist kein zufMges und nebensächliches Moment. Es ist ein für die Lage der .sichre cheWkteristisches Faktum. Wer die OMhMMMNot Les jüdischen Volkes in AnNand sagen will, der wird, wenn ihm Leis Md LÄrn web ist^ dies entweder von einem stcherw Port Ms' »der unter Verschweigung des dös 'Mamsrfs tutt tküffM. Mcht die Regierungs- Vereinigungen, muß er in erster Linie M aicheinandersetzeu, wenn erdie Schäden bloßl^en und ihre Heilung anbahtten will: und diese ddüdt sind ist 'der'Wahl, der Mittel, ihre Gegner ZU Mgichttz, nicht gerade wählerische .... . . V ttfifä M MW MW HlRpelloftr ~ sW LVN dieDxistflnzder »not» am näre im jüdischsnBe- Ge- Folgen einen großen Teil ihrer Schlagkraft aus der Existenz des „Bundes" und seiner Konsorten -acht. Diese sind bei weitem der gefährlichere Feind. Mcht nur, weil sie dem antisemitischen Gegner eine scharfe Waffe liefern, sondern auch, und vor allem deshalb, weil sie die Grundlage des Mischen Volksdaseins, die Treue zur Thora, zu zerstören trachten. Der Verfasser der Schrift betont, daß die Zahl der an revolutionären Bestrebungen teilnehmenden Juden nur einen geringen Teil der jüdischen Jugend ausmacht, vielleicht kleiner ist, als es unter den gegebenen Umständen erwartet werden könnte. Es ist somit eine Lüge, wenn der echt russische Verband behauptet, die Juden inszenierten die Revolution, aber diese Lüge wird auch bei einem wohlgesinnten Teil des russischen Volkes glaubhaft gemacht durch die bramarbasierenden Reden der jugendlichen Helden, in denen sie sich als die Urheber der revolutionären Bewegung ausgeben und mit ihren Verdiensten um die Freiheit prahlen. Da gilt es, ein Mittel zu finden, das aller Welt uttbezweifelbar dartut, daß die übergroße Mehrheit des jüdischen Volkes nichts mit jenen Gewaltmenschen zu tun hat, und so dieses Vorurteil zu beseitigen. Dieses Mittel ist. die - Begründung einer gesetzestreu en Organisation, durch deren Dasein die Zirkel der Mischen Revolutionäre isoliert und ungefährlich werden. Diese Zirkel tragen ja auch an dem wirtschMMenElenoder russischen Juden ihr gerüttelt Maß von Schuld. Sie haben den Klaffenkampf in die jüdischen Reihen getragen. Sie sckufen Zwietracht zwischen Arbeitern und Arbeitgebern, und erreichten damit nur, daß viele jüdische Unternehmer ihre Konkurrenzfähigkeit embüßten, und ein Teil nichtjüdische Arbeitskräfte ay Stelle der Mischen aüfnahm. Sie haben das Elend der-Arbeiter nicht, wie sie Vorgaben,- verringert, sondern nur noch b itte rer ge ma ch t, Jü gerade so verderblicher Weise suchen sie in den Gemeinden Einstuß zu gewinnen. Dank ihrem Terrorismus gelingt ihnen das auch nicht selten - ein erschreckender Beleg für die alte Wahrheit, daß große, nicht organisierte. Massen mit. .Leichtigkeit von einer Handvoll entschlossener.und. unbedenklicher Menschen eingeschüchtert und dienstbar gemacht werden können. So schreien die Zustände geradezu nach einem Zusarymenschlnsi Mer wohlgesinnten und; am Väterglauben festhaltenden Elemente, um dem Treiben jener Abtrünnigen ein Ende zu ftlichsn Gesanwheit auf deni politischen und Wirts Gebiete auftzeladen haben, abzuschüttekn. Die sesetzestreue Partei, die zu gründen ist, lchey^er Prptest sein gegen das poli- 1 tische Verhalten und wird vor a! tiven Aufgab .... heit in Angriff nehmen können. Sie wird jedes gesetzwidrige Borgehen perhorreszieren, well die Bestimmungen der Mischen Religiim und weil die Vernunft es verbieten. Die erwähnte Schrift führt richtig aus, dass selbst mit der. Erringung einer wirklichen Konstitution auf gewaltsamem Wege dem politischen Druck, der auf den Inden liegt, noch nicht gesteuert, ist. Das Beispiel des konstitutionellen Rumänien beweist, daß das Kulturniveau der Bolksmaffen hierin der entscheidende Faktor tjl; und dieses kann auf gewaltsame Weise nicht gehoben werden. Die Partei wird sich trotz dieser Einsicht doch nicht in den politischM Winkel stellen, sondttn im Verein mit anderen loyalen Parteien sur die-Rechte der jüdischen Bevölkerung emtreftn. Sie wird ferner - in' den wirtschaftlichen Kämpft» innerhalb der Judenheit Frieden zu stiften suche» und dabei gewiß 'nicht versäumen, im Sinne W religiösen Ueberlieferungen für eine humane Be^ Handlung der Arbeiter einzutreten. , Sie wird, wie der Verfasser aussührt, den die Tbova vch^ unglimpfenden Schriften von gegnerischer Seift eine die Wahrhett der Ueberlieferllnx«WkeMtze und die Erhabenheit der jüdisihen,Leh« nerandem religiösen, dem wichtigsten Gebiete rechnen wir auch die Lösung der die Erziehung der Jugend betreffende Probleme,- die vor km^em an dieser Stelle erörtert worden sind. (Siehe den Artikel Ex Oriente lax in Nr. 38 und 39). ' Die Frage nach den, materiellen Mitteln, die zur Durchführung dieses Programms der Partei, zur Verfügung stehen müßten, ist nach Ansicht des Verfassers nicht schwer zu erledigen. Wenn die Partei nur e in en Pogrotn verhindertem so hätte sie damit die Kosten für viele Jahre reichlich eingebracht., Diese Ueberleguug allein müßte genügen, um die Mische Bevölkerüng zur Bewilligung der geringen Mittel, dtt notwendig sind, zu veranlassen. Wo liegen nun die Hindernisse, die dem Beginn der O rganisationsarbeit im Wege stehen? Warum raf^ man sich nicht auf zur rettenden Tat? Man wird diese. Frage wohl kaum triftig beantworten können- und der.Berfa sser tut recht, wenn er seinen Brüdern zürnst ittnrm ’no iv? Müchte dieser Rstf, der aus^einem um die Mkunft unseres Bolkes^tief bekümmerHe» f»erzen kommt, nicht ungehört ve^ra l l en.