Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1907)
- Date
- 1907-10-31
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14. Der JhraE. few 44. Sl OWKer Wst^ - obgleich fte die AiAen gemnaei ' imper lagen. verur- Sie schlief nickt, schloffen hatte und die längen dunkeln . auf den bleichen eingefallenen Wangen Sein Kommen hatte keinerlei Geräusch sacht, dennoch hatte sie es gemerkt. > «Bist du's, Louis?"'fragte sie leise. ' Hr neigte sich zu ihr und nahm ihre Hand. „Was wünschest du, liebes Kind?" „Jetzt wünsche ich nichts mehr," flüsterte sie lächelnd, „ich wünschte nur dich hier zu haben, deine Hand." '> Er drückte die ihre, aber er erwiderte nichts, der Hals war ihm wie zugeschnürt. „Wo sind die Kinder?" fragte sie nach kurzem Schweigen « „Im blauen Zimmer, dort habe ich für sie decken taffen." „Ach so — weist du noch, Louis — erinnerst dü dich noch — an unfern Hochzeitstag?"; „Wie sollte ich nicht —" „Nun ja, freilich, das vergißt Keiner — aber — ich meine —" „Was meinst du, Kind? Was wolltest du sagen?" „Ob — ob — du solltest es mir aber aufrichttg sagen —" „Was soll ich dir sagen? sprich, du meine Hand darauf, daß ich dir antworten werde." „Du'sollst mir aufrichtig sagen — ob ich — alle deine Erwartungen — und deine Hoffnungen erfüllt habe?" Wieder war es ihm, als pqcke ihm eine eiserne Hand an den Hals und wolle ihn erdrosseln, im Moment brachte er keinen Laut hervor, endlich erwiderte er mit heiserer, bebender Stimme: „Das kannst du fragen? Sind wir denn nicht glücklich geworden?" „Freilich, wir sind sehr glücklich gewesen." : „Nicht nur gewesen — wenn uns auch schweres Leid getroffen hat, wir haben es gemeinsam getragen, Eines das Andere stützend — darum sind wir auch heute noch glücklich miteinander und werden mit Gottes Hilfe glücklich mit einander bleiben bis zu hundert Jahren und darüber." „Bis zu hundert Jahren?" wiederholte sie lächelnd, „ach nein, das wäre zu lange, so alt Hier hast aufrichtig ob ich — alle möchte ich nicht werden, dann wäre ich vermutlich ein ganz vertrocknetes Mütterchen und würde dir gar nicht mehr gefallen." „Sieh, sieh, siey! Kannst du auch Unsinn schwatzen?" „Das hast du nicht gewußt?" „Freilich nicht, ist es doch in diesen sechsundzwanzig Jahren der erste Unsinn, den ich von dir höre." „Da ^machst du mir doch ein großes Kompliment." „Das ist kein Kompliment, das ist Wahrheit. Aber mein seliger Vater hatte doch Recht als er oft sagte, wenn ein Gescheiter einmal eine Dummheit macht, dann macht er auch eine rechte." Er war froh, daß es ihm gelungen war, einen heitern Ton anzuschlagen. Er unterhielt sie in dieser Weise noch ein Weilchen, dann aber übermannte sie der Schlummer und er erhob sich lautlos, um das Brautpaar zu erinnern, daß es an der Zeit war, sich zu den im Saalbau ihrer harrenden Gäste zu begeben. „Aber du kommst doch auch, Papachen?" „Gewiß, Kind." „Und wer wird indessen bei der Mama sein?" fragte Theodor. „Meine Coufikie, Frau Doktor Bär," erwiderte Go.tthold, „du weißt, sie ist in Trauer und kann deshalb nicht an dem Hochzeitsmahl teilnehmen. Aber vorhin bei der Trauung war sie da und hat mir gesagt, sie werde um fünf Uhr wieder Herkommen und während meiner Abwesenheit bei der Mama bleiben. Sonst hätte ich mich doch schwer entschließen können fortzugehen." Daß er auch jetzt am liebsten zu Hause geblieben wäre, sagte er ihnen nicht, er wollte ihnen an ihrem Freudentage das Herz nicht schwerer machen, und überdies war nach Versicherung des Sanitätsrates keine augenblickliche Gefahr vorhanden. Er ließ sich jedoch von seiner Cousine das feste Versprechen geben, daß sie bei der geringsten Aenderung in dem Befinden der Kranken ihn rufen lassen werde. , „Aber Louis, du kennst mich doch und weiß/ daß ich halte, was ich versprochen habe, gehe daher nur ruhig fort und mache dir wegen deiner Frau keine Sorgen, sie wird dich nicht vermissen." Trotzdem war ihm das Herz überaus schwer, die letzte Unterredung mit seiner Fran hatte ihu mächttg erschüttert, es war ihm, als hätte sie damit Abschied von ihm nehmen wollen,' wenn er nicht gefürchtet hätte, sie dadurch aufzuregen, wäre er bei ihr geblieben. Aber er wußte, daß sie vielleicht noch mehr als das Brautpaar den größten Wert darauf legte, daß ßr beim Hochzeitsmahl nicht fehle. Aber er nahm sich vor, gleich nach dem Essen sich in unauffälliger Weise zu entfernen. (Fortsetzung folgt.) FamlNeuvachUchte«. lUnseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Ber» fügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendumen müssen immer spätestens am Mittwoch, Bormittag vor dem Erscheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen sein.) Verlobt: Rebecca Kahn mit Bankdirektor de Lieme, Köln-Haag (Holl). — Gisella Schwarz mit David Wachsler, Komorn. — Vermahlt: A. L. Nürenberg mit Gitelgeh. Halberstadt» Fabianitz-Warschau. — Marcus Singer mit Julisa geb. Schlenger, Preßburg. — Geburten: Eine Töchter: Louis Lamm, Berlin. Barmlawohfeiern: Ferdinand, Sohn von Jakob Korngold, Frankfurt a. M. Sabbat-Anfang u. Ausgang. mv "n- OBI: Anfang Datum Ausgang Uhr iMin. 1807 , ,4, ■ 5667 Uhr iMin. 2. Nov. 25. Frankfurt a. M 4 35 Cheschwan 5 50 Berlin — — 5 21 München . . . 4 40 5 35 Strastburg . 5 00 5 50 Stuttgart. . . 4 45 5 42 Bosen .... — — 5 07 Nürnberg . . — — 5 35 Hamburg. . . — — 5 35 Prag. . . — — 5 20 FOr den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere Ist es anssehllessllch Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstigeAngaben religionsgesetzlicken Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. KapeUeastrale — 81 - KapeDeastrafie - 81 - WIESBADEN Pensionat and Mbere Tfichtencnnle Wolff. von KufMlRW hm SHttngm zu jede» Seit. Prospekte «mb Meferenzen dnrch die Vorsteherin. (4540 (9236) Stagw Cb» lihmaschmen Act. Ges. Frankfurt a.‘Bf.: Zell 17« Bergeratr. 154, Sielfpitzen m. Firmendruck BMHMWK pr. 1000 von i j Ü)W. 8.60 an. 0 _ü Paketgriffe ■WWW» pr. 1000 mit Firma M. 8.50, Etikette» mit Metallöse und Firmendruck 1000 St. Mk. 3.50, 5000 Mk. 14—, 10000 85.—. Marcus Linick, Gelnhanfe«, (9171) wi Verlag des „Israelit“, G. m. b. H., Frankfurt am Main. In unserem Buchverlag ist erschienen: Bar Baalschem von IWichelstadt kulturhistorische Erzählung von Judäus. (Belletristische Bibliothek des „Israelit", Bd. I.) Preis: breschirt Mk. 2.—; in elegantem Geschenkband Hk. 2.50. Dämon und Phintias in der Judengass>s von Arthur Kahn. (Belletristische Bibliothek des „Israelit", Bd. II.) - Preis : broschirt Mk. 3.—; in elegantem Geschenkeinband Mk. 3.80.-— Beide Erzählungen, bei ihre« erste« Abdruck, im Feuilleton des »Israeli mit ansterordentlichem Beifall anfgenomme», eigne» stch in hervorragender Weife für Genchenbsweeke. Bezug kan« durch jede Buchhandlung erfolge«; wo solche nicht vorhanden, liefern wir direct gegen W achnalune»der Voreinsendung des Betragest Verlag de» ««Israelit“, Ls muh. H.« FranbAnrt a. M.