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Der Israelit · 1907-10-17 · Heft 42 (17.10.1907) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 42 (17.10.1907)
Date
1907-10-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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r.b.-c*. euilleton. Der €nltel. (io Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Theodor zuckte die Achseln. „Er hat sich das vermutlich selbst einreden wollen. Er sagte, an Neujahr oder vielleicht am Versöhnungstage hätte er einen berühmten ,Prediger - gehört und der Hüfte gesagt, der Sabbath, wäre die Grundsäule des Judentums, wer ihn entweiht, am Sabbath arbeitet oder Geschäfte macht, der habe für sich diese Säule umgestürzt. Da nun unser Geschäft doch auch am Sabbath offen ist, so habest Du für Dich diese Säule des Judentums umgeftürzt, könntest ihm daher nicht zürnen, wenn er fiir sich den übrigen Plunder hinterdrein würfe. — Um Gott! Papa, was ist Dir?" „Nichts," stammelte Gotthold, „nichts ist mir." Aber aschfarbene Bläffe hatte sein Antlitz überzogen^ auf seiner bleichen Stirn perlten große Schweißtropfen und seine weitaufaeriffenen Auaen starrten in die Ferne. „Kh fürchte doch, Du fühlst Dich noch nicht ganz wohl." Er athmete schwer auf und fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Es geht schon vorüber. — aber ich glaube, es wäre an der Zeit, daß wir uns auf den Weg zum Bahnhof machen. Willst Du den Koffer schließen und auch sehen, ob die Mama fertig ist." Der Sohn entfernte sich, der.Vater barg das uckende Antlitz in den Händen, ein halblautes echzen entrang sich seiner Brust. Das hatte ihn getroffen bis tief ins Herz hinein. Sie hatten die Heimreise zurückgelegt, Malwine hätte sie am Bahnhof erwartet und war mit ihnen nach Hause gefahren, und Hatte sich in jeder' Beziehung als Tochter gezeigt. Den Verlobten hatte sie nur flüchttg umarmt, hatte seinem Vater die Sttrn zum Kusse geboten und dann ihre geliebte Mama in ihre Arme geschloffen und sich an .sie geschmiegt so fest, so innig, als hätte sie zeitlebens an diesem Herzen geruht. Unabläffig war. .sie bestrebt es den Eltern behaglich zu machen, ohne durch ihre Aufmerksamkeiten zudringlich zu werden. Frau Gotthold drückte dem Sohne die Hand. „Sie hat ein goldenes Herz," sagte sie innig. „Gott sei Dank!" sagte er leise, ihm waren Tränen in» die Augen getreten. „Daß Du, liebe Mama, in diesen Tagen mir das sagst, das ttiqcht mich mehr glücklich, als ich mich eigentlich in diesen trüben Tagen fühlen sollte. Während der ganzen Trauerwoche war Malwine vom frühen Morgen bis zum späten Abend im Hause ihrer ^Schwiegereltern) das während tüefer Zeit nicht von Besuchern nicht leer ward, und alle staunten über die fürsorgende Liebe und Verehrung,, mit der die verwöhnte Erbin den schwergetroffenen Schwiegereltern begegnete. Wer hätte soviel Herz, so viel Zartgefühl ihr zUgetruut^ M chedem durch chr herausforderndes unweibliches Wesen atze Mütter zur Krittk gereizt hatte. Während der ganzen Trauerwoche warGottholds Geschäft geschloffen, es war daher selbstverständlich, daß es auch an dem ersten Sabbath nach dem Hinscheiden seins Sohnes nicht geöffnet ward. Allgemeines Auffehen erregte es jedoch, als es auch an dem darauf folgenden Sabbath geschloffen .blieb. Seine Familie hatte er schon mehrere Tage zuvor von seiner Absicht in Kenntnis gesetzt. Theodor war sehr erregt darüber, er wähnte, seine Mitteilung der darauf bezüglichen Aeußerung seines Bruders hätte den Entschluß seines Vaters veranlaßt. „Wenn ich das gewußt hätte —" Gotthold schüttelte den Kopf. „Du bist im Irrtum, schon auf unserer Hinreise nach M. habe ich gelobt, fortan den Sabbath streng zu halten. Aber ich will allerdings nicht in Abrede stellen, wenn ich es auch nicht bereits gelobt hätte, nach Deiner Mitteilung hätte ich mich höchst wahrscheinlich doch dazu entschloffen." „Mir ist die Hauptsache zu wissen, daß ich nicht schuld daran bin." „Diese Schuld hättest Du ruhigen Herzens auf Dich nehmen können, denn in gewisser Beziehung war Albert allerdings berechtigt zu urteilen, wie er geurteilt hat. Wir ziehen leider nicht immer Konsequenzen unseres Handelns, und wenn dann unsere Kinder sie ziehen, geraten sie durch unsere Schuld auf Abwege." Seine Frau drückte ihm die Hand. „Ich hoffe mit Zuversicht, daß Du durch Dein Vorhaben den Frevel, den unser unglücklicher Sohn doch nur geplant hat, vollständig sühnen wirst. Aber ich bitte Dich doch nur um das Eine: was Du tust, tue nicht halb." „Gewiß nicht. Aber ich verstehe nicht, was wolltest Du damit sagen?" „Dein seliger Vater hat am Sabbath das Geschäft nicht aufgemacht, . aber am Freitag Abend auch im Winter ist es nie vor acht Uhr geschlossen worden, darum hast Du Dir mit Recht sagen können, daß auch Dein Vater bereits d e angebliche Unmöglichkeit erkannt habe, den Sabbath nach Vorschrift zu. halten und dadurch —" - „Es ist wie Du sagst, mein seliger Vater hat nur am Vorabend des Sabbaths denselben entweiht, ich bin weiter gegangen, habe den ganzen Sabbath über Bord geworfen — mein Sohn ist noch weiter gegangen — und wenn die Hand des Allliebenden ihn nicht zurückgehalten hätte —" Seine Stimme war vollständig heiser geworden, wie ein Schauer durchrieselte es ihn. Nach kurzem Schweigen fuhr er fort: „Der alte griechische Philosoph hatte doch Recht, als er sagte: Wo Du das Leben suchst, findest Du den Tod, und wo Du den Tod findest triffst' Du das ewige Leben — nur durch seinen frühen Tod ist seine Seele dem ewigen Leben gerettet worden." Er ging einige mal im Zimmer auf und nieder, dann blieb er vor seinem Sohne stehen. „Theodor, Du siehst, wie schwer es mir auf dem Gewiffen lastet, euch nicht mit gutem Beispiel vorangegangen zu sein." „Papa, ich bitte Dich!" „Lieb Kind, Wahrheit bleibt Wahrheit, auch wenn man chr ins Gesicht schlägt. — Und wahr ist es leider, ich habe gefrevelt und durch meinen Frevel es verschuldet, daß ich das frühe Hinscheiden meines Sohnes als Glück betrachten muß." — Der weichherzige junge Mann ward bald bald rot, die Selbstanklagen des Vaters blaß, „Lieber, guter Papa — sprechen wolltest — ich Herzen, Kind, und sollst Du es »nicht chnitten ihm ins Herz, venn Du nur nicht so kann das nicht hören." „So nimm es Pir zu rfülle meine Bitte? dann wieder von mir hören." „Was wünschest Pv, Papa?" „Daß Du sortaH den Sabbath haltest, so wie ich ihn halten werde." Der junge Mann antwortete bricht sofort, er blickte sinnend vor sich nieder „Du willst nicht versprechen, um was ich. Dich bitte?" fragte der Vater nach längerem Schweigen und es lag eine ersichtliche Angst in dem Beben seiner Sttmme. „Ich möchte nichts versprechen, was ich möglicherweise nicht halten könnte." „Warum solltest Du nicht halten können, was ich halten werde?" Theodor zuckte die Achseln. „Vielleicht werde ich es können, aber mit Bestimmtheit weiß ich es nicht. Daß ich den Sabbath so halten werde, wie Du denselben halten wirst, das kann ich doch nur versprechen für die Zeit, zu der ich noch in Deinem Geschäfte bin. Aber Du weißt doch, daß ich in das Geschäft meines Schwiegervaters eintreten soll, gestern erst haben wir wieder davon gesprochen, er wünschte nämlich/ daß ich schon am Ersten bei ihm eintrete. Darauf habe ich mich aber nicht eingelaffen, ich habe ihm gesagt, Du wärst gegenwärtig sehr angegriffen, ich (Fortsetzung des. Romans siehe Akchste Sette.) Kür de» Reklameteil ist die Redaktion nicht - -- -- - anSschliostlich - thaltenen Gm sonstige Angabe» relig liche« Charakters ans ihre ZnverlSsfig^it $k Kaiser Friedrich Quelle 6346) Offenbaeli m. ,fite(en Gicht n. Bhennudleana hewfthrt.** naasensfein Ohne den Punkt können Sie diesen Buchstaben nicht lesen; genau so unverständlich sind Ihre Inserate, wenn Sie sich nicht fachmännische Reklame-Kenntnisse kostenlos dadurch sichern, daff Sie die Veröffentlichung Ihrer4 Anzeigen Haasenstein & Vogler, A. 0., ftafcteta. M, Zell 48 I übertragen. Sehn Re Sacke aa, wie Sie volle«: es läßt sich nicht wegdisputteren, daß Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen fett mehr als 20 Jahren sich bei allen kälNmgsformen des Halses und der Luftwege glanzend bewährt' haben und Millionen Menschen sie vorbeugend uul zur Bekämpfung selbst schwerster Katarrhe mit stets gleich glänzendem Erfolg, gvchehc braue haben und noch gebrauchen. FayS ächte Sodener sollen in keinem Haushalt fehlen, damit sie immer zur Hand smd. Ueberall für 85 Pfennig die Schachtel erhältlich. Da Nachahmungen existieren, jo weise man dieselben ganz entschieden zurück ~ ~ l achte . Ä -3 Zi - 3 3 , und verlange stets „Fays Sodener".

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