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Der Israelit · 1907-07-18 · Heft 29 (18.7.1907) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 29 (18.7.1907)
Date
1907-07-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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WWWWWWWff Der JSraelit. Nr. SS. 18 Juli 1907.? hier — sie wies dabei auf die immer noch danebenstehende Kammerzofe — die Türe knapp vor der Nase zugeschlagen und ging Dich holen." Else fing zu lachen an. „Aber so was! Was denken Sie denn, Adele? Das Fräulein hier ist eine Landsmännin von mir, die mir Nachricht von zu Hause bringt, die hätten Sie ohne Weiteres hereinführten können." (Fortsetzung folgt.)? nannte große Welt, in der ihre Freundin lebte, wenn sie von ihr einen so günstigen Einfluß aus deren Denkungsart erwartete. Diese war nicht geeignet, einen solchen Gesinnungswechsel hervorzubringen. Das sagte ihr auch Doktor Grünseld, als sie ihn um Erlaubnis bat, die Freundin aufsuchen zu dürfen. Der Doktor hätte sie gerne von ihrem Vorhaben abgebracht, denn was er von dem Helmstädtischen Hause wußte, mußte bei ihm den Gedanken Hervorrufen, daß sein Liebling in die Umgebung dieser protzenhaften Parvenüs nicht tauge, ja er mußte fürchten, daß sie von einem oder dem andern der als arrogant bekannten Familienglieder beleidigt werden könne. Sein kleines bescheidenes, aber desto sinnigeres Moosröschen und diese Geldprotzen! Zum ersten male fanden seine warnenden Morte bei dem sonst so gefügigen Mädchen keinen Eingang und so entschloß sichrer Doktor, Rose bis zur Türe der Helmstädtischen Wohnung zu begleiten. Ins Haus zu der ihm fremden Familie mochte er nicht gehen, und so zeigte er Rose ein gegenüberliegendes Kaffeehaus, von wo sie ihn abholen möge, wenn sie ihren Besuch beendet habe. Während sich der Doktor in einer Fensternische des Kaffeehauses niederließ, von wo er das Haus beobachten konnte, in welches sein Schützling eingetreten war, ging Rose wohlgemut, sich auf das Wiedersehen mit ihrer Jugendfreundin freuend, die breite teppichbelegte Treppe hinan, die zur Helmstädtischen Wohnung führte. Sie zog die Glocke, und blickte, bevor geöffnet wurde, neugierig umher, die Pracht des mit Statuen geschmückten Korridors bewundernd Nachdem sie von innen durch das in der Türe angebrachte Guckfensterchen genügend beobachtet und als ungefährlich erkannt worden, wurde die Türe einwenig geöffnet und ein junges Mädchen steckte durch den entstandenen Türspalt ihr schön frisiertes und mit einem zierlichen weißen Mullhäubchen geschmücktes Köpfchen heraus und fragte: „Was wünschen Sie?" ___ Für des Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; Insbesondere Ist es anssehllessllchSache der Leser, die Im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder Sonstigeingaben rellglonsgesetzllchen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. „Bitte sehr, ich möchte Fräulein Reichmann sprechen. Ist sie zu Hause?" „Ich werde nachschauen. Warten Sie ein wenig, ich werde sie rufen, falls sie zu sprechen ist." — Das war von dem Kammerkätzchen nicht artig gewesen, sie draußen stehen zu lassen, aber sie mochte in der. Besuchenden keine Dame erblickt haben, die mit ihrer Herrschaft oder deren Gäste auf gleicher Gesellschaftsstufe stehe, und machte deswegen keine großen Umstände mit ihr. Das Dienstpersonal bei dem Bankier Helmstädten war gut dressiert. Während Rose, in ihren Erwartungen etwas herabgestimmt, auf Elses Ankunft harrte und die unterbrochene Musterung fortsetzte, bemerkte sie auch, daß an der Türe keine Mesusa angebracht war. Wie traulich hatte es sie an gemutet, als sie beim Betreten der Grünfeld'schen Wohnung an der Türe die Mesusa prangen sah, welche ihr zuzurufen schien: Das Haus, das Du jetzt zu längerem Verweilen betrittst, wird von guten Juden bewohnt, es steht" unter dem Schutze des Allmächtigen, dessen heiliger Namen an der Pforte geschrieben ist. Mit freudigem Gemüte war sie da eingetreten, und göttlicher Friede umwehte sie, seit sie darin weilte. „Hier aber", sagte sie sich, „hier möchte ich nicht wohnen." Jetzt wurde abermals die Türe geöffnet, und es war ihre Freundin Else, die hinaus zu ihr trat. — „Ah, Moosrösel, dachte ich's doch gleich, daß Du's bist und Dich nicht getrauest, einzutreten. Komm' nur weiter, Kind, es wird Dich niemand fressen, brauchst nicht zwischen Tür und Angel stehen zu bleiben." Rose hatte Mühe die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. Nein, so hatte sie sich das Wiedersehen mit ihrer Else nicht vorgestellt. Am liebsten hätte sie sich gleich entfernt, doch unterdrückte sie ihre Empfindlichkeit und sagte: „Woher fürchten? Ich bin nicht so feige. Als ich nach Dir fragte, hat mir das Fräulein 5amlllruuachricdteu. (Unseren Abonnenten steht diese Rubrik kostenlos zur Verfügung. Nichtabonnenten haben für die Aufnahme jeder Notiz eine Gebühr von 1 Mk., die gleichzeitig einzusenden ist, zu entrichten. Die Sendungen müssen immer spätestens am Mittwoch, Vormittag vor dem Eiffcheinen der jeweiligen Nummer in unseren Händen sein.) Verlobt: Jda Nachmann mit Alfred Ettlinger, Hörden-Mannheim. — Paula Strauß mit Theo Kann, Bad Dürkheim-Aschaffenburg. — Lilli Marx mit David Rehfeld, Mannheim-Worms. — Jenny Strauß mit Adolf Haas, Lauterbach (Heffen)-Darmstadt. Geburten: Em Sohn: Manfred Goldschmidt (Oppenheimer), Frankfurt a. M. — _ Eine Tochter: Leopold Hirsch (Apelt), Frankfurt a.M.— Nastali Weil (Freund), Frankfurt a. M. — Samuel Rein, Mühlhausen i. E. Verstorben: Frl. Johanna Bing» Frankfurt a. M. — Frau Wilhelmine Simons. 62 I., Mannheim. Sabbat-Anfang u. Ausgang. ORT: Anfang Datum Ausgang UhrlMin. 1907 5667 Uhr iMin. SO. Juli 9. Aw Frankfurt a M 7 40 9 20 Berlin .... — — 9 15 München . . . 7 15 8 52 Strafchnrg . 7 15 9 10 Pose« .... — — 9 01 Breslau . . — — 8 51 Nürnberg. . — — 9 02 Stuttgart. . . 7 30 9 07 Prag. 8 20 8 50 Beginn des In solchen Minhag herrscht, 25 Minuten vor Fastens in Frankfurt a. M. 8,20. ' Gemeinden, in welchen kein besonderer höre man am sim N2V spätestens Nacht auf zu essen und.zu trinken. JO 80 '33 13’riK Zu besetzen find teils sofort, teils zum 1. Oktober 1) eine Elementarlehrerstelle, Gehalt 1100 Mk. 2) mehrere Rellffionslebrerstellen in der Gebaltslage von Mk. 1000.— bis 1400.—. Narbeterstelle« für Pie hohe« Feiertage find gemeldet. Nur orthodoxe, reichsangehörige Bewerber, welche die Schechitah übernehmen wollen, belieben sich unter Beifügung von Zeugnisabschriften und Referenzen zu melden bei (8589) Rabb. Pr. Wolf Cöln. Bad Brückenau - Hotel Stranss. Streng Telefon No. 16. Bestrenom. Haus in schönst, staubfreier Lage. Große schatt. Parkanlage«. Prachtvolle «ftchl. Speiseveranda. 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