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Der Israelit · 1907-07-11 · Heft 28 (11.7.1907) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 28 (11.7.1907)
Date
1907-07-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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& & Leite -4. _ et freie Zeit gewinnen um an dem Werke zu arbeiten, welches seine Erfahrungen und Er- / sorschungen auf medizinischen Gebieten der Nachwelt erhalten sollte. Und dabei konnte er noch . Zeit erübrigen^ um seiner Lieblingsbeschäftigung, dem talmuoischen Studium, obzuliegen. In das Haus dieses gelehrten Arztes sollte nun MoosrÜjel kommen. Doktor Grünfeld war ein Jugendfreund des Rabbiners Hauser. Sie hatten zusammen studiert und sich gegenseitig einander ausgeholfen, und Obwohl ste Jeder einen anderen Lebensweg einge- . schlagen, und auch räumlich so weit getrennt wurden, hatten ste einander noch im Alter treue Freundschaft bewahrt. So oft er konnte, verbrachte der Doktor mit seiner Frau einige Sommertage bei seinem alten Freunoe, und wirklich lag es nicht an ihm, wenn Hauser in der unbedeutenden Stellung verblieb, die er inne hatte. Jedoch das Moosrösel, das die Dokters lieb gewonnen hatten, wollten sie dieser Einsamkeit und diesen kleinen Verhältnissen entziehen. So beschlossen sie, sie zu sich einzuladen, da doch .jeder, der nur einigermaßen konnte, nach Wien reiste. Rosa war allein gereist. Die Mutter konnte -Hren Haushalt nicht verlassen, um das Kind zu hMeiten, den Vater hielten seine Berufspflichten m Die Reife verfloß ohne jedes Abenteuer. / Äks der Zug sich dem Endziele der Fahrt näherte, da klopfte das Herz des jungen Mädchens fast hörbar teils aus freudiger Erwartung teils aus Augst. Sollte .sie ja jetzt den Boden der viel- ^tHmten Kaiserstadt betreten, von der das Sprichwort sagt: „'S gibt nur a Kaiserstadt, 's gibt nur a Wien! „Sie sollte die Herrlichkeiten det Weltausstellung kennen lernen, von der schon seit fast einem Jahr.,' alle Zeitungen spalten - Der JSraelit. lange Berichte lieferten, und die den Gesprächsstoff des ganzen Landes und auch ihrer Vaterstadt bildete. Dann aber regte sich die Furcht in ihr, ob sie sich auch in dem Gewühle des Bahnhofes zurecht finden würde, ob und von wem sie daselbst erwartet werde, . ob chrer keine Unannehmlichkeiten mit ihrem Gepäcke harrten, und was all die kleinen, großen Sorgen noch sind, die ein allein reisendes Mädchen beschleichen. Doch alle diese Sorgen fielen mit einemmale von ihr weg, als sie unter der vielhundertköpfigen Menge, die erwartungsvoll am Perron wogte das ihr wohlbekannte Gesicht des Doktors erkannte. Mit einigen raschen Schritten hatte sie sich durch das Menschengewühl bis zu ihm den Weg gebahnt. „Hier bin ich, Herr Doktor," so sprach sie ihn an. „Potz Tausend!" rief er erfteut aus, „hast mich in der Menschenmenge herausgefunden, Moosrösel? Das nenn' ich ein Auge, kann dir's nicht nachmachenwenn ich auch mit vier. Augen nach dir ausgelugt habe, hätt' ich dich lange suchen müssen, eh' ich dich herausgefunden hätt'. Jetzt gib mir Deine Hand, Mädel, und dann den Gepäckschein, damit wir nach Hause fahren. Meine Alte daheim wird sonst ungeduldig. „Ja du hast keine Hand frei," fuhr der Doktorsort, „armes Ding, hast so viel Handgepäck. Na, so komm erst zu einem Wagen, daß wir hier nicht so gestoßen werden und dann besorg' ich das andere Gepäck." Der Doktor nahm dem verlegenen Mädchen einen Teil seines Handgepäckes ab und führte es zu einem Einspänner. Rosa setzte sich mit all ihrem Reisegepäcke in den Wagen und brachte Nr. 28. 11 Juli 1907. daselbst ihre Körbchen, Hutschachtel, Sonn- und Regenschirm, Reisemantel so gut es ging unter, während der Doktor den Reisekoffer abholen ging. Der Einspänner, in dem sich Rosa zurechtsetzte, hatte sehr wenig Aehnlichkeit mit dem mit blauem Atlas verzierten Landauer, in welchem Else Reichmann ihren Einzug in die Residenzstadt gehalten. Und dennoch fühlte sich Rosa so geborgen, so glücklich darin. Der Gedanke unter dem Schutze und der freundlichen Fürsorge eines Mannes zu sein, wie Doktor Grünseld es ist, hatte so etwas Beruhigendes, so etwas Behagliches für sie, daß alle bangen Gedanken, die sie während ihrer Eisenbahnfahrt vergeblich loszuwerden gesucht, geschwunden waren. So waren sie bis zum nahen Alsergrund gekommen, woselbst der Doktor wohnte. Unterwegs forderte siedieser auf, zu ihm Onkel, zu seiner Frau Tante, und zu ihnen beiden Du zu sagen. Nur zögernd versprach sie das. Es schien ihr vermessen zu sein, jedoch der Doktor scherzte alle ihre Bedenken hinweg. Als der »en vor dem großen Zinshaus, in dessen erstem Stocke der Doktor eine bescheidene Wohnung inne hatte, anhielt, erschien der im Voraus bestellte Hausmeister, um das Gepäck nach oben zu schaffen. „Schaums, Hausmeisters, was für ein herzig Nichtchen ich mir abgeholt Hab'", redete oer joviale Herr den Cerberus aus der Lichtensteinstraße an, indem er listig lachte. „Js Ihne ah' ähnlich, Herr Doktor, wie ein Ei dem andern." * Unter herzlichem Lachen über das hausmeisterliche physiognomische Urteil stiegen Onkel und Nichte die Treppe hinauf, auf deren oberster Stufe die Tante stand, um die Angekommenen aufs herzlichste zu bewillkommnen. (Fortsetz, folgt-) ftr 4» inseratesteil ist dis Redaktion nicht verantwortlich; Insbesondere ist es assscUiesslleb Sachs der Leser, die im Inseratenteil Nachdem kaum ein Jahr seit der ersten Ausgabe des neuen Schal - Siddurs in ist, erschien soeben in unserem Verlage: Sldflur Schaare Tefillah.; Gefteihuch fttr Synagoge^ Schule u. Haus. Herausgegeben von der Vereinigung israelitischer Religions- . Lenrer und -Lehrerinnen zu Frankfurt a. M. Unter Mitwirkung einer Kommisäon bearbeitet von 0j. B. LEVY, Lehrer ln Frankfhrt a. Main. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. (8549 Preis in gutem Schulband Mk. 1.-, „ in eleg. Oanzleinwandband „ 1.20. Trotz der umfangreichen Verbesserungen u. Erweiterungen, die das Buch erfahren hat, ist sein Preis nicht erhöht worden. Aus dran Vorwort zur zweiten Auflage: »Die überaus freundliche Aufnahme, die dem Gebetbuche ^Schaar« Tefillah11 zuteil geworden ist, hat schon Jiach Jahresfrist eine zweite Auflage notwendig gemacht. Dadurch war es früher, als wir ursprünglich gedacht hatten, möglich, mannigfachen Anregungen und Wünschen, die aus Fachkreisen an uns gelangt sind, zu entsprechen und schon Jetzt, neben einer genauen Durchsicht des Buches, eine Reihe Von umfassenden Verbesserungen und Erweitern ftE^n vorzunehmen. So sind u. a. die „Semiroth“ für FreitägAbend, die Seelen-Gedächtnisfeier, sowie -eine systematisch geordnete Auswahl von Machsor-Stücken, die für die Durchnahme in der Schule besonders geeignet sind, und eine kurze Leselehre, vielfachen Wünschen entsprechend, dem Buche beigegeben worden. Die Anordnung der für den deutschen u. polnischen Ritus verschiedenen Gebetstücke ist so getroffen worden, dass ein find dasselbe Buch für beide Riten verwendbar ist.“ lalheim b. Fraakfnrt a. K, Tannnsstr. 3. ss?r.> B — KapeHeastraBe - 81 — Si m Hwttlae Wolff. «an LöMiWe» -» jeher Zeit. Prospekte David Bauer’s jgg-~ ' .-Piste* milchig mmmg s in Tuben s Praktisch für Haushaltung und Reise. Hergestellt unter Aufsicht des Rabbinats der Israel. Relig.- Gesellschast in Frankfurt a. M. (8509) Preisliste auf Verlangen. Daoiö Bauer,SranMurta.ni. Telefon Vo. 1540. Anmeldungen von Knaben, die während August au unserem Schwarzwaldaufenthatt teilnehmen sollen, werden baldigst erbeten. (8490 Heidelberg, Uferstraße 48 a. Tel. 1366. Dr. Jonas Simon. Individuelle Erziehung; Unterricht in allen Fächern. Beste Empfehlungen von Eltern der Zöglinge, Schulmännern, orthod. Rabbinern und ersten medizinischen Autoritäten. WM" 8ie kennen noch nicht? Werner Breuer’s Approbirtes ©affe- Surrogat, nyj Versuchen Sie es schnell; es wird Ihnen unentbehrlich werden. Es erspart den halben Bohnenkaffee. Rituell hernestellt unter ftänd. Aufsicht Sr. Ghrw. d. Herrn Rabb. Dr. Wolf, Cöln. — Fabrik Cöln-Rodenkirchen. Gegr. 1800. — Soeben erschienen: Band "VI (in 2 Heften) des hebräischen Werkes ‘«w nns« fincMisMi Israeli sack den Kredits neu und selbständig bearbeitet von W. Jawitz, enthaltend die Zeit von dem Untergange .des jüdischen Staates bis zum Tode des Rabbi Jehuda II Nessiah." Zn beziehen beim Verfasser: W. Jawlts Berlln- NledereehönlMMMen, Lindenstraße 24. Preis des VT. Bandes: O Mk., der vorigen 5 Bände hfl; (8461 1019 M.ii M Einziges Restaurant am Platze das vom Verein z. Förd. 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Oftober, lieber in einer großen Stadt; würde gegen Tisch u. Wohnung Unterricht im Französischen erteilen. Off. erb. unt. C. Z. 7383 an Haafenstein & Kogler, A.-G,, Frankfurt a. M. (8533 Personal 2935

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