Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1907)
- Date
- 1907-05-16
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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MMWWWWMSMWMMW WNWW^VWYWWS^MWW christWer und ha ist bei dem besten WM« unseres chriMchen Kollegen nicht immer zu vermeiden, dgß nicht durch irgend ei« Wort, eine Redewendung durch Lehrer oder SchMer das jüdische Kind einmal verletzt oder doch unangenehm berührt werde, gar erst, wwn ausgesprochen „bekehrungswütige" Tendenzen vorhanden sind, was ja auch Vorkommen kann. Demgegenüber ist in der Elementarschule der Religionsunterricht ein gleichwichtiges, bezw. wichtigstes Fach, was an Umfang vielleicht abgeht, wird durch Jntenstvität ersetzt,' der gesamte Unterricht ist von jüdischem Geiste durchweht,' das Kind sieht nur jüdisches Leben vor sich,' die Frühstückspause, die Sabbatruhe, die Einhaltung der Gebetszeiten usw. geben stets Gelegenheit zu religiöser Belehrung und religiöser Betätigung. Vielleicht mag auch vereinzelt, jedenfalls scheut man sich es offen auszusprechen, der Gedanke den Ausschlag geben, daß die Disziplinargewalt dem Reliaioslehrer gegenüber eine viel weitergehende sei als gegenüber dem Elementarlehrer. Ich denke zu hoch von unseren Rabbinerstande, als daß ich an bloße hierarchische Gelüste glauben könnte. In der Regel wird es sich nur darum handeln, einzelne Lehrer etwas energischer zu religiöser Pflichterfüllung anregen zu können - denn daß es Lehrer gibt, die etwas „neu" veranlagt sind, ist ebenso unbestritten als das Vorhandensein „neuer" Rabbiner. So ist also schon an sich das Schwert „zweischneidig" und der Wert erzwunaener Rettgiösität mindestens problematisch. Also auch oreser Punkt dürste kein Hindernis sein, und unsere Rabbirrer sollten, wo nur immer eine Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, ihre Gemeinden zur Gründung von Elementarschulen anregen, sollen aber auch energisch sich dagegen verwahren, daß bei vorübergehenden Vakanzen von Elementarschulen seitens der Behörden ein christlicher Lehrer mit der Stellenverwesung unter Zuweisung der Stellenbezüge betraut wird, sodaß während dieser Ueberaangszeit für Religionsunterricht nicht gesorgt ist. Wo sich derartige Uebelstände zeigen, ist nicht die Elementarschule als Einrichtung dafür verantwortlich zu machen. Nochmals sei betont, daß in hohem Maße die Lehrerpersönlichkeit in Betracht kommtaber hinsichtlich der Organisation verdient auch hier die Elementarschule, objektiv betrachtet, den Vorzug. Leider sind auch in vielen gälten die Lehrer nicht von jeder Schuld frei zu sprechen. Gar oft würde es nur einer energischen Anregung des Lehrers bedürfen, um die Sache der Umwandlung der Religionsschule in eine jüdische. Volksschule in Fluß zu bringen, aber — sie unterbleibt eben. Der Gründe sind gar viele und gar verschiedene. Der eine scheut die Mühen der Neuoiganisation, der andere fühlt nicht das Ieug in sich zum Elementarunterricht, dieser hat nicht die nötigen Examina gemacht, jener weiß nir seine freie Zeit lohnenderen Nebenerwerb ». s. s. Lauter Scheingründe! Der Allzubequeine muß sich eben aufraffelt, fehlende Befähignng muß durch Fleiß behoben werden, Examina lassen sich ablegen, und — Idealismus muß den Lehrer beseelen. Also frisch ans Werk! Der Segelt, beu es bringen muß, wird die Arbeit reichlich lohnen. (Fortsetzung folgt.) bericht über <Un?ortbildunfl$- knrsN$ im verein der jüöildien hehrer in Sen RabbinafsbeM-n £m9«B-Oldenburg-Bremen. Einer Anregung des Bundes gesetzestrener Lehrer entsprechend, traten einzelne Lehrer des diesseitigen Aufsichtsb^irks am 10. D^emoer 1905 mrter Leitung des Unterzeichneten zu einem Fortbildungskursus zusammen, indem sie beschlossen, möglichst zweimal im Monate chre Zusammenkünfte in Wittmund stattfinden zu lassen. Die Kurse wurden in der dortigen jüdischen Schule abc jälten und von den Lehrern der Umig besucht. Sie begannen jedesmal am Sonntag Nachmittage gleich «ach dem Einlaufen der Züge gegen halb 4 Uhr und dauerten bis halb 9 Uhr. Die Uebungen gestalteten sich im Laust des Jahres immer anregender, sodaß heute der Wunsch nach Fortsetzung der Kurse ein allgemeiner ist. Das Pensum wurde in der Weise verteilt, daß in der Regel immer einer der Teilnehmer eine besondere, meist exegetische Arbeit zu liefern hatte, während sich auch die übrigen für ein bestimmtes Thema vorbereiten mußten. An den 23 Versammlmrgstagen wurde folgendes eingehend behandelt: 1. aus toptt: schwierige Stellen aus den Wochenabschnitten unter Zugrundelegung der Erklärungen verschiedener Bibelexegeten, wie Raschi, Aben Esra, Raschbam, Hirsch usw. Außerdem wurden das Deborahlied und einzelne Psalmen von einzelnen Teilnehmern erläutert und über jedes Thema eine eingehende Disposition entworfen. 2. aus Mischna: 12 Perokim aus dem Traktat Sabbath, sowie einzelne ausgewählte Abschnitte aus Megillo, Pessochim und Rausch Haschonoh. Im Anschluß an diese Uebungen wurden tunlichst die einschlägigen Dinim aus Schulchon Oruch oder Chaje Odom gelernt und besprochen. 3. aus G'moro: Die erstell 10 Blatt aus Brochaus mit Rascki, Taußefaus und Rosch. Außerdem wuroen von dem Unterzeichneten von Zeit zu Zeit homilettsche Vorträge gehalten, um daran die Art und Weise des sogen. Schiurlernens an Sabbathen zu zeigen. Aurich. B. W o l f f, Lehrer. Lonespoudenren h. Nachrichten. Köln, 14. Mai Aus dem Bureau des Jüdischen Lehrerseminars in Köln gehen uns folgende Mitteilungen zu: Mit Beginn des neuen Unterrichtsjahres wurden zwei neue Lehrer für die Anstalt gewonnen: Herr Or. Moses Auerbach aus Halberstadt, vorzüglich für dm jüdischen Unterricht, und Herr Lehrer Josef H a r t h aus Bentheim zur Leitung der neu errichteten Uebungsschule des Seminars. Mit der Eröffnung dieser Uebungsschule, an der unter Leitung der Seminarlehrer die Seminaristen des Oberkurses den Unterricht erteilm, ist der von der Regierung geforderte Ausbau des Semillars nahezu vollendet. Unter großen pekuniärell Opfern hat das Kuratorium seit mehrerell Jahren unermüdlich daran gearbeitet, die Anstatt so auszugeftalten, wie es den Anforderungen, die heute an' ein Lehrersenlinar gestellt werden, entspricht, um so von der Regierung jdie Berechtigung zur Abnahme des Lehrerexamens an dem Seminar selbst zll erreichen. Bauliche Veränderungen, kostspielige Anschaffungen von Lehrmitteln, bedeutende Vergrößerung des Lehrpersonals waren dazu notwendig, so daß die Anforderungen an die Kaffe des Seminarvereins weit über deren Kräfte yinausgingen. Dazu kommt noch die ungemein ungünstige, sich von Jahr zu Jahr verschlechternde, finanzielle Lage oer Zöglinge, welche die Seminarkaffe nöttgt, den weitaus größeren Teil der Unterhaltungskostm für die Schüler selbst zu tragen. In Anbetracht der Notwendigkeit des Kölner Semillars, das bei dem Mangel all tüchtig gebildeten, stammen, jüdischen Lehrern eine heilige Mission zu erfüllen hat, hat die Verwaltung bis jetzt ohne Besinnen jedes Opfer gebracht und die nicht gerade bedeutenden Kapitalien zur Deckung des großen Defizits angegriffen. Nunmehr wäre es aber eine hohe Pflicht der gesetzestreuen Kreist, die Weiterführung des Begonnenen, die aus finanziellen Grinden in Frage gestellt werden könnte, durch reichliche Zuwendung von Jahresbeiträgen sowie von einmaligen größeren Spell den für den Fonds zu sichern. Es bedarf wohl nur dieses kurzen Hinweises, um der demnächst, vor allem in den größeren jüdischen Zentren, ms Werk zu setzenden Agitation für die Erhaltmlg und Fortführung der Anstatt die Wege zu ebr»W. Am Sonntag den 21. fand in der Aula des Seminars eine Traverstier für den am erstell Tage des Peffas^estes verstorbenen Seminarlehrer Schwarzschild statt. Die erhebende Feier gestaltete sich zu einer würdigen Ehrung des. mit fettenen Gaben des Charakters und Geistes ausgestatteten Heimgegangenen. Die Gedenkrede des Herrn Seminaroirektors, der kurze Nachruf seines ehemaligen Schülers und spätereil Kollegen, des Herrn Seminarlehrers Gut, und oie kantoralen Borträge zweier Schüler und des Seminarchors verfehlten ihren Eindruck auf die Versammelten nicht. In Öen Annalen der Anstalt wird der Name des Heimgegangenen mit goldellen Lettern unauslöschlich verzeichnet feill. Aus Bayern. Das Kuratorium des Talmud-Thora-Jnstituts in Schwabach hat einen Beschluß gefaßt, der für das Institut von einschlleidender Bedeutung, für die Allgemeinheit zum Segen werden dürfte. In der Erkenntnis, daß für die Heranbildung von Lehrern die zwei Präparandenschulen in Höchberg und Burgvreppach genügen, wurde beschlossen die Lehrerausbildung als solche aus dem Programm des Instituts auszuscheiden. Hingegen soll das Institut lediglich als Pensionat dazu dienen, solchen Knaben, deren Eltern an einer harmonischen Ausbildung in religiösen und profanen Fächern liegt, ein Heim zu gewähren,^« »vycheM * sie zum Selbstkostenpreis eingehende Beaufsichtigung ihrer Schularbeiten, weitgehende Förderung ihres sittlichen und leiblichen Wohles finden. Selbstverständlich ist es, daß der Unterricht in allen Fächern der jüdischen Religion vertteft und erweitert ist. Die staatlichen Schulen in Schwabach erfreuen sich des besten Rufes und und so ist zu erwarten, daß wohl viele Ettern von dieser Gelegenheit Gebrauch machen. Kindern dürfMer Etter« wird Außerdem jede nur mögliche Erleichterung gewähü. Möge das Hnstitttt auch mit diesem neuen Programm seine alten Freunde sich erhatten, stets neue gewinnen und der Allgemeinheit zum wirklichen Segen gereichen. i MttlAm. 111 miD/ Leitfaden zur Vorbereitung für die Barmizwah, zugleich ein Wegweiser für Sk ule und Haus nebst svjShrigem Kalender. Unter Mitwtrkung von Rabbiner L. Höxter, Direktor der Reliaionsschule Beth Zion, herausgegeben von Dr. 91. Garbatti und Jos. Feuerring. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Verlag von M. Poppelau, r, Berlin. Das vorliegende Werk weicht von den bisher erschienenen Leitfäoen, die dasselbe Ziel verfolgen, nämlich als Vorbereitung für die nMßD 13 dienen wollen, vollständig ab. Während jene vor allem die ReligionS- und Gittenlehre behandeln, die sogenannten Ritualgesetze aber entweder gar nicht oder doch nur in homöopathischen Dosen besprechen, in der Hauptsache also nur kurzgefatzte Lehrbücher für Dogmatik find, liegt hier ein Versuch vor „in kurzen Zügen die Summe dessen zu geben, «aS jeder Jude von der niSD 13 an von Den allgemeinen Gesetzen des Judentums in HauS und Synagoge wissen imif}''. Es werden also die wichtigsten Gesetze m ihren Grundzügen und das shnagogale Leben mit seinen und DvjnSD besprochen, die dabei vorkommenden Ausdrücke übersetzt und erläutert. Daß ein solches Buch einem praktischen Bedürfnis entspricht, leuchtet auf den ersten Blick ein, auch wenn die Tatsache, daß nach wenigen Monaten eine zweite Auflage notwendig wurde, nicht vorläge. Wir Vinnen es allen Kollegen auss wärmste empfehlen und möchten uns nur dm Vorschlag erlauben, bei einer Nmaustage alles wegzulassen, was der Schüler im 111D oder findet, so vor allem die nVOTPI mW die QV)py yi, die Responsorien die Segenssprüche und manches andere. Statt dessen wäre vielleicht die ethische Bedeutung der einzelnm Gebote kurz anzuaeben. Der Preis von IM Mk. ist gegenüber dem reichm Inhalt und der schönen Ausstattung als ein verhältnismäßig niedriger zu bezeichnen.