Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 48 (1907)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1907)
- Date
- 1907-04-11
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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11. April 1907. Der Israelit. Nr. IS. Gelte 14. Gesellschaftsklasse hinein, entsetzt sich über die ungeheure Lieblosigkeit der besitzenden Stände gegen die keuchenden Atems mit dem Leben Ringenden. Aber erst nach dem eignen Absturz lernt sie die Nichtswürdigkeit der Reichen gegen die Armen, die empörende aus Eigen- und Genußsucht emporwuchernde Hartherzigkeit der Besitzenden gegen die unermeßliche Armut um sich her begreifen. Rosenstein war es eigentümlich zumute geworden. So war dieses Mädchen, in dessen Schönheit und Anmut er sich ehemals so grenzenlos verliebt hatte, denn doch noch weit mehr, als er später, ihrem bestrickenden Zauber entrückt, vermutet hatte. Ein herrliches Gemütsleben, eine reiche Gedankenwelt tat sich vor seinen Blicken auf. Er erkannte zum erstenmale, daß das Weib mehr sei, als eine bloß körperlich bevorzugte Schöpfung - daß es mehr sein und werden kann, als bloß das schwache auf den Mann angewiesene Wesen. Von neuem flutete 4hm das alte Glückseligkeitsgefühl zum Herzen, das ihn früher irr ihrer Nähe durchbebt hatte. Aber er war heute um eine Reihe kampfesreicher Jahre älter, fester und ruhiger wie damals. Er wollte mehr von ihr wissen. So frug er nach einer Weile: „Und was ist das Fazit Ihrer Erkenntnis?" „Ich habe mir schon eine Aufgabe gestellt, die ich auch aussühren will. Sehen Sie diese beiden holden Mädchen? Die Eltern, obgleich sehr, sehr reich, sind sehr einfache Leutekaum gebildet, wie die Mehrzahl der hierher kommenden Menschen. Aber Mister Bloomfield und seine leidende Gattin, die mich wie eine nähe Verwandte und nicht wie eine Untergebene behandeln, können schwerlich diese Kinder richtig erziehen. Mir find diese beiden herrlichen Mädchen anvertraut - und da will ich sie denn so erziehen, wie die reichen Töchter sonst nicht erzogen werden, so, wie ich Ihnen vorhin sagte." Diesmal begleitete Rosenstein Betty bisins Saus Bloomfields, wo er mit ächt amerikanischer astsreundschaft, die von allen schwerfälligen Formen der gebildeten europässchen Gesellschafts- Lassen frei ist, herzlich empfangen wurde. Nach einer Woche schon hatte Mister Bloomfield den neuen Hausfreund ins Herz geschlossen und beide Männer saßen von jetzt an oft stundenlang über Geschäfte sprechend, im Parlor (Empfangszimmer) mit den Damenzusammen, bis Missts Bloomfield ein andres Thema gewaltsam durchsetzte. Später saß Rosenstein häufig nur mit Betty im Parlor, Mister Bloomfield hielt sich im Backparlor (Hinterzimmer) auf. In einer herzlich gutgemeinten, aber nicht gerade sehr zarten Weise, platzte er eines Abends ganz unvermittelt heraus: „Wozu die langen Vorbereitungen? Ihr liebt euch? well, so wartet nicht bis chr grau werdethurry up*) dann, machts heute aoend zu Ende!" (Fortsetzung folgt.) *) Vorwärts, flink. Ftr den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, dis ln Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben reilglonsgesetzlichen Charakters anf Ihre ZnrerlSsslgkeit zn prüfen. gratis v. franco er Sie auf Wunjch sofort unseren groflen fteuptlutftfog fitoer die weltberühmt, deutschen Fahrrider Marke Jagdrad'. MBMUTMR» 4SVVMfSvHvf BNfMVBr« »idorfoort u. Syrtzrtftzl. fertaatdhakt nDB^JHEO 1KO langjährige Fabrikation, eingerichtet nach Vorschrift des Herrn Rabb. Dr. H. Sänger in Mergentheim und unter! Aufstcht eines von demselben ernannten "UaiV. Bestellungen auf ncc erbitten sofort. Die Verpackung geschieht unter! Aufstcht des W, worauf wir besonders aufmerksam mqche». 1V2-Cichorien wird das ganze Jahr hindurch fa»: briziert und versandt. (6927' Emil Seelig A.-G., Heilbronn, JC., CUirinfahtkii, ca. ui liMtv, gegrtndet 1859. Vielfach mit höchsten Auszeichnungen prämiiert. NB. Cichorie mit dem 0i ppDBf (0927) . ____Stempel 387 NUN' "1 71N , '7?» ivdw '3 ist «nter meiner Aufstcht hergestellt 5££o""fcd A . HlnW«« ■ EuhnJ bUbn!■ UmIuih ... >. rM«-iWMl!lM!kl!A W Ser«N8 ill vielen Schulen u. ln ganzen Schulbezirken eingeffihrt ist die Renansgahe des RSdolhelmer Slddnrs . das Gebetbnch > rnsn nyj? (7W1 Schaare Tefillah Gebetbuch für Synagoge, Schule und Haus. Herausgegeben von der Vereinigung isr. Religionslehrer u. Lehrerinnen?u Vranhfurf a. M. I nter Mitwirkung einer Kommission bearbeitet von J. B. Levy, Lehrer in Frankfurt. a.M. Preis in Schulband geb. Mk. I,— „ „ Leinwand ,» „ 1,20 Eine Sammlung von fachwissenschaftlichen Urteilen und Gutachten steht gerne gratis und franko-zu Diensten, HlLehitergeiiC Rödelheim b Frankfurt a. M., Taunusstr. 3. Dringende Bitte! Ein gutes Wort findet einen guten Ort. Dieses möchte ich auch für einen alten Veteran, der mit mir die Feldzüge 1866, ' " Jahren an Jahren ein _ . _ soweit geheilt, mußte derselbe auf Bestimmung der Aerzte das Bad Neuenahr längere Zeit besuchen. Nach Hause zurückgekebrt, wurde er demnächst m daS israelitische Krankenhaus nach Berlin geschickt, wegen Entzündung des Beines. Jetzt ist derselbe längere Zeit wieder hier. Seinen Namen habe ich bei der Redaktion angegeben. Als Fleischermeister hatte er ein kleines Häuschen» welches aber schon vor Jahren wegen der traurigen Lage mit Hypotheken belastet werden mußte, denn wo solche Krankheiten berochen geht das Geschäft und alles zu Grunde. Seine zwei Töchter stnd außerhalb rm Geschäft und haben für sich selbst zu sorgen. Die Unterstützungen» die hier gegeben werden find ern Tropfen auf heißen Stein. Besondere Hülfe muß immer da sein, der ihn bei gutem Wetter im Fahrstuhl an die Lust fährt. Diese Angaben wird der Herr Bürgermeister hier als wahr bezeugen. Deshalb bitte ich seine israelitrschen Glaubensgenoffen, ihm gütigst und hilfreich beizustehen. Ein Werk edler Barmherzigkeit wird Gott lohnen. Jedem Spender wird öffentlicher Dank erstattet. Theodor Hellwif , Stadtverordneter ist Werl i. W. (7898 Jüdische Hausfrauen! verwendet im Haushalt als Putzmittel für alle Metalle nur noch "ItSO SIDOL "MD Das allseits beliebte flüffige Putzmittel „Sidol" bringen wir auf vielseitiges Verlangen seit kurzem auch in den Handel, hergestellt unter Aufstcht Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Dr. B. Wolf, Köln a. Rh. 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Restaurant «nter Aufstcht Sr. Ehrw. Herr« Ravb Br. Marx. Bu«l Soden (Taunus) Haus Braunfels TO Schön eingerichtete Zimmer. — Eröffnet 15. Mai. (7996 M. Reuhof. Unter Aufsicht Sr. Ew. des Herrn Rabb. Dr. Breuer, Frankfurt am Main. Billiger israel. Mittagu. Abend-Tisch (7999 Rechneistr. II, HI. links Dame sucht hübsch möbliertes Zimmer mit voller Pension, in orthodoxer, guter Familie. Nichtanonyme Off. mit Preisanga e unt. F. V. If. 171 an Rudolf Moste, Franlfnrt a.M. (8001) Tüchttgem Schneider ijü durch Heirat Gelegenheit zur Affoeirung mit Reifeude« der j—-“■ wcHIUti (7995) I« vermiete«: c. 6 Z.-Wohnung, Badz. extra «Sderbergwe- 36. (6627 * Bad Salzsehlivf. S "21/* Stunden von Frankfurt am Main. . ' Heilanzeigen: Gicht, Rheumatismus«udSteiuletden. Heu-ErOffnoni um i. Hai Hotei BoiUvue. Unter Aufstcht Sr. Ehrwurden!deS Herrn Prov. Rabbiner Dr. Eah«, Fulda. Ruhige staubfreie Lage dicht am Walde und beim Kitthaus. Komfortabel eingerichtete Zimmer. — Elektr. 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