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Der Israelit · 1907-03-21 · Heft 12 (21.3.1907) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 12 (21.3.1907)
Date
1907-03-21
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Seite 14. ftt. 13. D« Israelit. 28 März 1S07. inderecke. Die Manischtanoh. David war sehr traurigstill saß er vor seinem halbausgeräumten Spielfchränkchen auf der'Erde und kämpfte mit den Tränen zorniger Enttäuschung. Noch vor zehn Minuten hatte ihm der Himmel voller Geigen gehangen: der Schulschluß hat ihm ein vorzügliches Zeugnis und die Versetzung nach Oktava gebracht, dann stand der Sederabend vor der Tür, an dem er dieses Jahr zum ersten Male die Manischtanoh aus der Hagodoh lesen und übersetzen konnte, auch hatte er in der Schule einige Erklärungen gelernt, mit denen er beim Seder die Eltern ru überraschen gedachte. Noch eine dritte Freuoe stand ihm bevor: Sogleich nach Pesach sollte sein kleiner Vetter und Schulkamerad Leo aus eine Woche zu seinen Eltern übersiedeln, da Onkel und Tante eine Badereise antreten wollten. Aber fast noch mehr als auf den neuen Hausgenoffen freute sich David auf den Sederabend. Da trat eine Aenderung im Programm ein, die die Mutter ihm mitteilte. Der Arzt wünschte, daß Onkel und Tante noch vor Pesach reisten, und Leo sollte deshalb schon am andern Tage übersiedeln. Gerade saß David an seinem Spielschränkchen, um eine hübsche Kleinigkeit auszusuchen, die er dem Vetter zum „Willkomm" überreichen wollte — da fiel ihm etwas ein, was seine . Freude zerstörte: Leo war ein halbes Jahr jünger wie er, dann kam chm aber auch am Sederabend die „Manischtanoh" zu. Und er hat sich doch so darauf gefteut, sein Wissen vor den Eltern und Gästen zeigen zu können. Auch kannte ja Leo dieselben Erklärungen wie er und würde auch diese ihm sicher wegnehmen. Ganz zornig wurde er in diesem Gedanken auf den Vetter. „Weshalb mußte er auch jünger sein als er? Weshalh mußte er schon zu Pesach kommen? Weshalb durfte er nun nicht die Erklärungen und die Manischtanoh sagen, auf die er so stolz war?" Heftig warf er das. Spielzeug von sich, das er für den Vetter'gewählt hatte und lief hinüber, um seinen Geschwistern sein Leid zu klagen. Der große Bruder erklärte indessen der achtjährigen Hanna die Bedeutung des Lag-boaumer. So vertieft waren beide in das Gespräch, daß sie David erst gewahrten, als er zwischen ihnen stand. „Weshalb trat das Sterben unter den Schülern des Rabbi Akiba ein, bitte, sage es nochmals!" „Weil sie die Thora nicht mehr um ihrer selbst willen, sondern aus Eitelkeit lernten, um vor den Menschen damit zu prahlen. Auch mißgönnte der eine dem andern sein Wissen, anstatt sich mit dem Wissen des Kameraden zu fteuen!" „Und ist das so schlimm?" „Ja, David, sehr schlimm, die Thora ist etwas so Hohes, Erhabenes, daß sie keiner zur Befriedigung persönlicher Eitelkeit mißbrauchen „Ich verstehe dich nicht recht!" „Ich will dir ein Beispiel geben, sieh' mal: Stelle dir vor, du lerntest Hebräisch, aber nicht um es zu lernen, sondern um damit vor irgend jemandem zu prahlen. . Das wäre doch sehr häßlich! Nichtwahr?" David nickte errötend. „Jetzt stelle dir vor, Leo wüßte etwas besser als du, und du wärest deshalb neidisch auf ihn — aber was hast du denn?" unterbrach sich Aaron, als er des Brüderchens erregtes Gesicht sah, doch er erhielt keine Antwort, David lief hinaus — er schämte sich. — Als David nachmittags der Mutter beim Mazzosausbrechen half, erzählte er dieser, daß er dem Vetter seinen großen Gasball zum Willkomm zu schenken gedenke. „Du freust dich wohl sehr auf Leo?" „Ja, sehr." „Leo ist jünger wie du, hast du daran gedacht, daß du ihm die Manischtanoh überlassen wirst!" „Ja Mama, das schadet nichts, ich fteue mich doch auf ihn, auch alle Erklärungen soll er sagen dürfen — aber, nichtwahr Mama, vielleicht läßt er mich dann wenigstens am zweiten Sederabend die Manischtanoh übersetzen." — Wieder zu haben Sammelmappen zum Aufbewahren der Israelit-Nummer« gegen Einsendung von Mark 1.—, zuzüglich Porto. Sabbat-Anfang u. Ausgang. nosn ORT: i Anfang Datum Ausgang 1 Uhr iMin. 1907 5667 UhrlMin. Frankfurt a M 6 20 30. März 15. Nissan? 7 40 »er«« .... — — n // 7 19 München . . . 6 15 n n 7 18 Stratzburg . . 6 30 h // 7 35 Posen .... — — // // 7 05 Breslau . . — — n n 7 02 Nürnberg. — — H H 7 23 Stuttgart 6 80 ft // 7 30 Prag 6 40 rr .7 7 10 Für den Inseratenteil Ist die Redaktion nickt verantwortlich; insbesondere Ist es ansschllessllch Sache der Leser, die lm Inseratenteil enthaltenen Empfehlnngen ritueller waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters anf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. ' Für die Pessachtage> 1 VoIIkeaflieiister wo Butter-Ersatz nos by -wo TOHOR nDS 120 Pflaazen-Margarine, io Geschmack, Aroma, Aussehen und Streichbarkeit von Naturbutter nicht zu unterscheiden, selbst der Butter vorzuziehen, weil fleischig und milchig verwendbar, 1 — und den strengsten Vorschriften entsprechend. — Obgleich das Produkt frei von animalischen Fetten Ist und keine Tiermilch enthalt, muss dasselbe nach dem Gesetze doch als Margarine bezeichnet werden, 1 um Verwechslungen mit Naturbutter unmöglich zu machen. Nicht zu ve wechseln mit Margarine aus Tierfetten. . Die Herstellung erfolgt unter ständiger Anwesenheit und Leitung - eines von Sr. Ehrwürden Herrn Babbiner Dr. B. Wolf in Köln angestellten und inspizirten, 'streng religiösen Aufsichtsbeamten. (7066) Proben mit Preisangabe stehen zur Verfügung. „Sana“-Gesellscliaft n. I. H., Cleve 6. Mitteilung! Meinen Gästen u. Freunden zur aefl. Nachricht, daß ich mein Qafd u. Bestaurant (Caf£ Strangs) vom 27. März er. ab von Alexandeiflraße 2 nach Alexauderstraße 6 verlege. Zugleich mache darauf aufmerksam, daß in meinem seitherigen Lokal reine jüdische Restauration weitergestihrt wird. Darmstadt, 12. März 1907. leaac Strangs, C fe u. Restaurant unter »ufficht Sr. Ghrw Herr» Robb Dr. Marx. ISringe mein anerkannt vorzügliches, unter Aufsicht feiner ■ Hochw. Herr» Rabb. Dr. Schisser, selbstgebranntes "** StlmmriMir Ilndniuur ros w wieder in empfehlende Erinnerung. (6856) J. BllUadtelmer Janior, Inhaber: Otto BNigheim«»M. Reumann, Karls ruhe» Schützenstraße 66. H. B. de Beer, Amsterdam. Holländische Liqueure nos by "ieso Unter Aufsicht und Siegel Sr. Ehrw. Herrn OberrabbinerS Dr. I. H. Dünner. Erhältlich in allen besseren Geschäften, wo nicht vertreten, durch die Firma Alexander Rehvock, Weingroßhandlung, Frankfurt a. M. Meinverkauf für Deutschland. Pesach-Aepfelwein nos by iw beste Qualität „Harke Borudorffer“. Bon Adam Backleg, Hoflieferant. 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Ältestes, sowie genügendem BedürfmßnachweiseS» bis *» ^spätestens den 15. April an den Unterzeichneten emzusenden. J Raphael Ettlinger, Frankfurt a. M. J 5 Borsttzender. (7893^ .4

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