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Der Israelit · 1907-03-21 · Heft 12 (21.3.1907) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 12 (21.3.1907)
Date
1907-03-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Der Israeli En Centratorgan für das irflndnt Jadentan Icfrflidtf in Br. Ldmi h fflaiB irgana. S_Uc.._. _ m a 28. Jllär? 1907. rranhfurt a. M.. Sen 13nilfan 5667. Tcr JSrMtt nMM jesen Lmmerstkrfl. Wborrir^merrts: Gewöhnliche .Ausgabe Ml. 1^0 vierteljährlich, HestauSgabe auf Kunstdruckpapier Ml. L— vierteljährlich. (SEn<tasiWt»ic -v* gewöhnliche Ausgabe: Oesterreich 3 Kr., Rußland 1 Luv., Englrmd 2 slu, Amerika 50 ots.» Riederlande 1,30 fl.) Abonnements bei allen Postansttuteu. Buchhandlungen, sowie direkt bei der "J Expedition, HestguSgabe nur direkt. Inserate: 30 Pfennige für die sechsgespaltene Colonel-Zeile; Rabatt nach Tarif. Jnseratenannahme nur durch Haasenstein U. B o gl er A^G in Conto bei der K. K. Postsparkasse Wien Po. 78605. Frankfurt a. M. und deren Filialen. Conto bei dem 8t,' Postsparkafsenmnt VndckPest Ro. ..■■■ —1' ^trcteftexIkC&vttttQ gegen den Obrrrat der Israeliten Kadens und gegen die Kelprechnng der Synodal interpeUation vom 1^. Marr. Gegen den Ausspruch des Herrn Geh. Oberregierungsrates Dr. Mayer, daß bei den gesetzestreuen Juden Badens „Männer von genügender Bildung, sozialer Stellung und verträglicher Gesinnung schwer zu finden seien," protestieren wir aufs Energischste und weisen derartige Anwürse mit Entrüstung zurück. Wir protestieren aufs Entschiedenste gegen den Versuch des Oberrats, uns zu Menschen ziveiter Gattung zu degradieren; wir protestieren gegen diesen neuesten Ausfluß des besonderen Wohlwollens gegen die Orthodoxie, das immer und immer wieder zu betonen, der Oberrat für notwendig erachtet. Diese Kampfesweise des Oberrats, den Gegner persönlich zu verkleinern, statt seine Prinzipien und Anschauungen zu würdigen, ist uns nicht neu. Schon als wir im Jahre 1903 zum ersten Male auf den Plan traten, um gemeinsam unsere heiligsten Jntereffen zu schützen, um gegen das oberrätliche Reformgebetbuch Front zu machen, das Grundanschauungen und Lehren des Judentums streicht und verleugnet, da wußte der Oberrat in Stadt und Land zu verkünden, daß „wenig bekannte Persönlichkeiten" sich zusammengetan hätten, da wußte der Oberrat die Männer, die mit Mut und Offenheit für ihre Ueberzeugung eintraten, des Angriffes auf die Landessynagoge und ihre geordneten Behörden zu bezichtigen. Wir protestieren gegen diese Verkennung unserer reinsten Motive, wir find empört über diese Verunglimpfung unserer Person, und unserer Absichten. i Dir haben die Gründe und Ziele unserer Bewegung immer klar und prinzipiell auseinandergesetzt; mögen der Oberrat und seine Freunde . die ihrigen, die aus ganz anderen religiösen Voraussetzungen fußen und als Blüte ei« Geschlecht der Untreue und des Abfalls vom Glauben der Väter zeitigen müssen, ebenso offen bekennen, mögen sie die inhaltsleeren Synodaltagungen benutzen, um Klarheit in die Situation zu bringen. Statt dessen brachten die Stunden der Nachmittagssitzung des 18. März stürmische rein persönliche Angriffe auf den orthodoxen Gegner und seine Organe, was bei Vielen — und nicht bei den Schlechtesten — den Eindruck erweckte, als sollte hier mit Rücksicht auf die kommenden Synodalwahlen in fünfstündiger Sitzung Stimmung gemacht werden gegen die „schwarze" Seele dieser „unverträglichen" Orthodoxen. Wir beneiden die Freunde des Oberrats, die diese Interpellation einbrachten und begründeten, nicht um die Art, in der sie Gelegenheit, nahmen, ihrer Menschenfreundlichkeit, Verträglichkeit und allumfassenden Friedensliebe Ausdruck zu verleihen. Wir bedauern es um des Ansehens der' badischen Gesamtjudenheit willen auf das Tiefste, daß man Männer, die nicht anwesend waren und Richtungen, die in jener Sitzung keine Vertreter und Wortführer hatten, in einer solchen Weise angreifen und ungehört verurteilen konnte. An unsre Gesinnungsgenossen in den badischen Landen aber lassen wir angesichts dieser ungerechten Angriffe den Ruf ergehen: Scharet Euch mutig um unser Banner, tretet opferfreudig und mannhaft ein für unsere Ueberzeugungen! Der Verein;ur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Indentnms in Baden: Aron Ettlinger, Vorsitzender, Mannheim, Friedrichsring 36. Jacob Daube Freiburg i. Br. Jacob Machol Synagogenrat, Ettlingen WMMWMWM Samuel Jeselsohn Neckarbischofsheim Dr. med Max Latte Arzt in Mann heim Sigmund Rosenbaum Bankdirektor, Mannheim Dr. phil. Jonas Simon Heidelberg Dr. med. Würzburger, Arzt in Bad Rappenau. I ü

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