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Der Israelit · 1907-02-21 · Heft 8 (21.2.1907) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 8 (21.2.1907)
Date
1907-02-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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21. Februar 1-907 Seite 8. Der Israelit. auch russischen Kindern, die ihre Eltern durch die brutalen Niedermeßelungen verloren haben, ihre Hilfe leiht, verdient es und hat einen Anspruch darauf, daß die Liebe aller jüdischen Bürger des Deutschen Reichs sich ihr zuwendet, zumal, wenn die Bitte um eine Beihilfe nur eine ganz kleine Gabe heischt. — Es darf darum auch wohl erwartet werden daß, wenn am bevorstehenden Purimfeste kleine Sammler in jeder Gemeinde des ganzen Deutschen Reiches für ihre armen Altersgenossen um eine Gabe bitten, sie offene Herzen und gernspendende Hände finden werden. Man bedenke, daß die „Purimspende'' der Lebensnerv de§ Kinderheims ist, rmd jeder, der seinen Obolus opfert, darf von dem erhebenden Gefühl beseelt sein, daß zur Stütze und Befestigung jenes von Menschenliebe und jüdischer Wohltätigkeit errichteten Baues, der schon so vielen - egen verbreitet, auch sein Scherflein beigetragen hat. C-ln, 18. Febr. Herr Dr. Rabbiner Dr. Rosenthal in Cöln sendet uns folgende Erwiderung: „In einer Notiz aus Cöln in Nr. 8 des Israelit, in welcher die hiesige Synagogengcmeinde als Reform-?gemeinde und ich selber als „konservativ" (mit Anührungsstrichen!) bezeichnet wurde — beides bleibt dem Geschmack und Takt des Einsenders überantwortet — findet sich die unwahre Behauptung: „Die Großgemeinde besitzt also tatsächlich keine Institution für Koscherfleisch." Demgegenüber stelle ich fest, daß die einzige in Cöln vorhandene Schechitoh, die der „Reformgemeinde" ist, und daß auch für die fiitif unter Aufsicht der Adaß Jeschurun stehenden '1> etzgereien ausschließlich von den Schochtim der „Reformgemeinde" aeschächtet wird. — Zu einem näheren Eingehen auf den mitgeteikten Brief selber, der lediglich die Privatmeinung seines Absenders enthält und für die Frage des Bedürfnisses nach streng beaufsichtigten Metzgerei n in hiesiges Gemeinde vollständig belanglos ist, liegt für mich keine Veranlassung vor." Hierzu bemerkt unser Korrespondent: „Nach den im sraelit" vertretenen Anschauungen fängt der Begriff eformgemeinde" nicht etwa erst bei der Johannisstraße tn Berlin an, wie ein Vertreter des Judenverbandes in der Schulkoinniission z. Z. dem Regierungsvertreter weiß machen wollte, sondern bereits dort, wo man reformiert, d h offiziell das durch Gesetz rmd Brauch geheiligte Ritual gegen Gesetz und Recht abändert Wir legen Wert aus diese Definition Die im Dienste solcher Gemeinden wirkenden Rabbiner übertragen politische Gepflogenheiten auf das Gebiet der Religion und werden, wenn sie gesetzestreu leben — nicht er st von uns — im Gegensatz zu ihrem sich „liberal" nennenden „Kollegen" als „konservativ" bezeichnet. D e r (n, nicht unser Geschmack entscheidet sich für den Namen. In der Sache selbst hat Herr Dr. Rosenthal formell recht. Es ist wahr, wir haben uns unrichtig ausgedrückt Denn die einzige Schechitoh ist jetzt im Besitz der Reformgemeinde. Diese jetzt der Synagogengemeinde allerdings gehörige Schechitoh hat sic im Juli 1902 der Adaß Jeschurun über deren Kopf hinweggenommen, und indem sie dieselbe materiell entlastete, hat sie die A. I. ideell entrechtet. Die Akten hierzu waren ani Jahrestage der Heldentat am 12 Juli 1906 in Nr. 28 dieser Blätter veröffentlicht. Insofern müffen wir es uns gefallen lassen, daß unsere Behauptung „unwahr" sei. Also formell hat Herr Dr. Rosenthal recht. Aber unsere Behauptung, die Reformgemeinde besitze keine „Institution für Koscherfleisch", wurdo^a lediglich aus Anlaß der Mitteilung aufgestellt, daß der einzige seither unter Aussicht der Reformgemeinde stehende Metzger dieses Verhältnis löse, weil kein Bedürfnis für eine beaufsichtigte Metzgerei in der Großgemeinde vorhanden sei. In diesem Zusammenhang konnte unsere Behauptung doch nur den Sinn haben, daß es in der Reformgemeinde keine von ihrem Rabbinat beaüffichtlgte Verkaufsstelle für Koscherfleisch gebe. Das zu berichtigen war Herr Dr. Rosenthal nicht in der Lage llstd seine Berichtigung trifft daneben." (Anmerkung der Redaktion. Wir haben zu .der Angelegenheit unsererseits zu bemerken, daß wir die Bezeichnung des Herrn Dr. Rosenthal als konservativ in Anfuhrungsstrichen Nicht billigen und lebhaft bedauern, daß die vier Strichlein unserem redaktionellen Rotstift entgangen sind. Dagegen finden wir es unbegreiflich, wie ein logisch denkender Mensch, welcher Gejmnung auch immer an der Bezeichnung der Cölner Gemeinde als einer R e f o r m g e m e i n d e auch nur im entferntesten Anstoß zu nehmen vermag. Daß die Einführung der Orgel im Geiste des. Judentums eine flagrante U n cke s e tz l i ch k e i t ist, bekundet Herr Dr. Rosenthal selbst durch seine prinzipielle Weigerung in der Orgelshnagoge zu fungieren. Die Einführung der Orgel bedeutet im Sinne des für Cöln maßgebenden Maybaumschen Gutachtens eine feierliche D e m o n st r a t i o n gegen das überlieferte R e l i g i o n s g e s etz. Sie sollte besagen und besagt, .daß jedes Geschlecht das Recht habe, „die Formen der Gottesverehrung" nach seiner Willkür zu bestimmen und ist darum ein bewußtes Bekenntnis zu den Grundsätzen des Reformjudentums. AuS welchen Gründen die Reformer s e l b st das nicht wahr haben wollen, ist unschwer zu erkennen. Doch eroroert das eine besondere Darstellung, die wir uns Vorhalten. Gesetzestreue Juden aber sollten unter allen Umständen das Kind beim rechten Namen nennen und nicht so naiv sein, den leitenden Reformern zu Gefallen eine Reformgemeinde als „über den Parteien stehendes" 7,3s zu verehren. Sie würden durch ein solches objektiv unwahres Zugeständnis sich und «reu Kindern die mannhafte Vertretung der alten jüdischen Wahrheit auf die Dauer total unmöglich machen. Wir glauben, daß Herr Dr. Rosenthal selbst, dessen schwierige Stellung wir nicht verkennen, diese Tatsache im stillen Kämmerlein schon manchmal erkannt und empfunden hat) Stratzburg, 9. Febr. Eines der elsaß-lothringischen israelitischen Konsistorien hat vor kurzem die Rabbiner seines Bezirkes ersucht, die Amtstracht öfter, als es bisher üblich war, anzulegen. Das gab den Rabbinern deS Landes Anlaß, die Frage zu erörtern, ob der Rabbiner überhaupt eine besondere Amtstracht tragen solle und ob es sich enipfchle, die seit denr Jahre 1830 tzn Elsaß gebräuliche Soutane durch den Talar zu ersetzen. Einer der Rabbiner äußerte sich über diese Frage, wie den Straßburger N. Nachrichten mitgeteilt wird, folgendermaßen: „Auf die Frage, welches ist das für einen Rabbiner adäquate Amtskleid, die Soutane oder Talar, lautet die Antwort, keines. Es ist zunächst nicht richtig, daß der Rabbiner „Priester" ist und in der Synagoge priesterliche Funktionen zu erfüllen habe. Der Rabbiner" ist kein Priester, er ist Berater und Lehrer. Das Schwergewicht seiner besonderen Tätigkeit liegt außerhalb der Synagogeim Gotteshaus selbst ist er „nur einer aus dem Volke", wie das Bibelwort lautet, von dem man ein bestimmtes Maß von Können und Wissen beanspruchen kann, von dem er den übrigen Mitgliedern der Gemeinde, z. B. von der Kanzel aus, zukonimen zu lassen hat. Die Tätigkeit des Rabbiners mag sich in vielen Beziehungen, z. B. dem sozialen Wirken, dem Religionsunterricht und dergl , mit der des christlichen Geistlichen in Parallele stellen lassen, hinsichtlich der Funktion im Bethaus ist eine Parallele nicht möglich. Im katholischen Kultus im besonderen Maße, aber auch im protestantischen ist die Anwesenheit des Geistlichen die conditio sine qua non für das Zustandekommen eines regulären liturgischen Dienstes; bei den Israeliten aber ist dies nicht der Fall, sonst wäre es ja unerklärlich, daß so viele Gemeinden ohne Rabbiner einen regelmäßigen Gottesdienst abhalten können. Und darum wäre für den Rabbiner die Abwesenheit jeder geistlichen Tracht, innerhalb des Gotteshauses wenigstens, dem Geiste des Judentums am entsprechendsten." Bocholt i. Wests., 8. Febr. Die Mitglieder der hiesigen Israelitischen Gemeinde hatten darin eine Zurücksetzung erblickt, daß zwar einige Juden im Laufe der Zeit zu dem mit manchen Störungen verknüpften Ehrenamt des Geschworenen berufen wurden, das Amt eines Schöffen in hiesiger Stadt ihnen aber scheinbar ganz verschlossen blieb. Der Vorsitzende des Ausschusses zur Auswahl der Schöffen, bei dem der Vorsteher der Israelitischen Gemeinde, Herr Iwan Magnus, deshalb persönlich vorstellig wurde, erklärte, daß er auf dem Standpunkte der Parität aller Konfessionen stehedie erwähme Tatsache sei ihm schon selbst aufgefallen. So weit es in seiner Macht stehe, würde dem vorgetragenen Wunsche Rechnung getragen.'werden. Tatsächlich ist denn auch ein hiesiges Gemeindemitglied zum Schöffendienst pro 1907 berufen worden. Karls» uhe, 10. Febr. Nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 wohnten im Großherzogtum 25,893 Israeliten, gegen 1900 war ein Rückang von 299 Seelen zu konstatieren, 1880 wohnten noch 7,278 jüdische Seelen in Baden. Bon einzelnen Orten sei die jüdische Seelenzahl genannt: Gailingen 613, Randegg mit Einschluß von Villingen 229, Konstanz 598, Tiengen 152, Wangen 74, Müllheim 211, Sulzburg 157, Freiburg 1122, Jhringen 159, Lörrach 212, Kippenheim 224 Lahr 143, 2285, Pforzheim Heidelberg 1002. Von den einzelnen Gemeinden haben eine merkliche Zunahme aufzuweisen Mannheim (520), Karlsruhe (274), Heidelberg (120) und Pforzheim (126) Seelen. Einige Gemeinden wie Konstanz, Emmendingen, Tauberbischofsheim re. sind seit der letzten Volkszählung auf dem gleichen Stande geblieben. Alle übrigen haben eine mehr oder minder erhebliche Abnahme erfahren.; AA Elberfeld, 15. Febr. Der hier in den Reichstag gewählte O b e r l e h r er Linz, der seither immer als christlich-sozial bezeichnet worden ist, bat über seine Stellung zum Antisemitismus folgende Erklärung abgegeben,- die in einer Wählerversammlung verlesen wurde: „In Erwiderung Ihrer gefl. Anfrage möchte ich darauf Hinweisen, daß in den' 15 Jahren, die ich bereits im öffentlichen Leben stehe, nie ein unfreundliches oder wohl gar hartes Wort über unsere israelitischen Mitbü ger über meine Lipperk g fommen ist. Ich bin ein Feind jeder Hetze und deshalb selbstverständlich auch jeder Judenhetze, und ich würde nie meine Zustimmung dazu geben, daß die religiösen Gefühle un'erer Israeliten verletzt oder ihre staatsbürgerlichen Rechte verkümmert würden." Der Abg. Linz wird sich der R e i ch s p a r t e i anschließen. Hohenfalza, 14. Febr. Der vor kurzem in Berlin verstorbene Rentier Moritz Svlomonsohn, der von hier gebürtig war, hat der > iesigen Synagogengemeinde 6000 Mark vermacht mit der Bestimmung, die Zinsen einmal jährlich zu wohltätigen Zwecken zu verwenden. Offenburg 420, Baden 213, Karlsruhe 660, Bruchsal 724, Mannheim 5998, Uereiit$we$en. Zebr. Der Verein gen Stellenlosigkeit, der nunmehr seit üder acht Jahre., seine segensre che Tätigkeit entfaltet, hat s it 1. Januar den Kreis seiner Bereinsaufga' en. erweitert, indem er nunmehr auch Hanblungsgehülfinnen zur Aufnahme in die Versicherung gegen Stellenlosigkeit S) bii Bedingungut sind die gleichen wie bei Hanögehülfen. Es ist ui 01 warten, daß die zahlreichen jungen Mädchen,die als kaufmännische Gehülfinnen, in am Sabbat geschlossenen Geschäften tätig sind, von dieser Einrichtung ger, e G brauch machen. Hat doch der Verein bereits über 12 000 Mk. Entschädigungen an Stellenlose ausgezahlt und durch se ne für Prinzipale n ie Gchülfen k 0 st e n f r e ie Stellenvermittlung sa on iibcr 600 Stelliu b.setzt. —: Die Garamiefonds dcs Vereins betragen zur Ze t über 28 000 Mk., sodaß völlige Sicherheit für die Punkt iche Erfüllu, g der übernommenen Verpflichtungen gegeben ist. Anmeldune en ui d Anfragen sind zu richten an den „Vcr in zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit". Frankfurt a. M. Mannheim, 19. Febr. Auf Anregung der Herren Cohen und M Borgenichts wurde hier «in israelitischer Darlehnsverein gegründet. Zweck des Bere ns ist, hier ansässigen Gew rbet erbenden und Handwerkern deM Bermög n des Vereins entsprechende Darlehn, ohne jeden Zins z 1 gewähren, wobei für die Rückzahlung derselben die günstigsten Bedingungen cingeräumt' werten. Wie ni tzlich und erwünscht die Gründung eines solchen Vereines am hiesigen Orte war, ergibt sich nus der recht zahlreichen Versammlung, die am 31. v. Mts. stattfand und der sofortigen Gewinnung von 30 Mitgliedern. Es braucht nicht gcsn.t zu werden, welche Wohltat es für jeden bedürftigen Kaufmann ist, sich aus diese Weise hellen iönnen, statt die M ldtätigkeit seiner Glaubensgenossen anrufen zu müffen. Sowohl aus religiösen Gründen wie aus Gründen der Humanität, ist die Errichtung solcher Institute überall zu empfehlen. Hamburg, 18. Febr. Die „Vereinigte Alte und Neue K l a u s", die nachweisl ch von R. Jonathan Eibeschütz ySfl begründet wurde, hat,' wie Ihnen s. Zt. eingehend berichtet wurde, auf ihrem in der Grindelcegend vor etwa drei Jahren erworbenen Grundstücke ein 3 eues B.thamidra'ch mit Synagoge errichtet, die sich beide ein s guten und for,schreitenden Besuches erfroren, ein B weis, daß diejenigen, die da> Bedürfnis nast denr Neubau bestritten, nicht R cht gehabt haben. In der dieser Tage stattgehabt n Versammlung der Mitglieder wurde Herr Aron Auerbach, ein Sohn t cö fcf Halberstädter Rabbiners y^j, in den Vorstand gewählt. Zu allen Zeiten haben cs sich Vertreter der angesehenen .Hamburger Fam lien zur Ehre a n gerechnet, nicht nur Mitg icder ces Kt usl stit> teS zu fern, sondern auch seiner B rwaltung anzu.p hören und es mit Legaten zu bedenken - wie denn auch die Klausrabbiner zu den IIIINN g körten. Die Hamburger Gemeinde dankt >s nicht in letzter Linie der segensreich n Wirksamkeit ihres Klausinstituts, daß sie unter den gesetzcstreuen* m^np einen so hervorragenden Platz cinnimmt. Personalien. Hamburg, 19. Februar. Ant Donnerstag, den 7. Februar, starb hier im Alter von 90 Jahren Frau Rabbiner Wohlgemuth, die Gattin des vor 8 Jahren dahingeschiedenen bedeutenden dsd Tßbn Rabb. Jesajah Wohlgemuth Mit ihr ist eine seltene, von echt jüdischem Geiste beseelte Frau aus dem Leben geschieden. Als Tochter des Begründers der Memeler jüdischen Gemeinde, Josef Wald, wuchs sie heran in einem Hause, in dem das Thorastudium heilige Tradition war, unter Brüdern, die schon in ftühefter Jugend ein erstaunliches jüdisches Wissen besaßen, und von denen einer als kaum erwachsener Mann eine Berufung an eines der bedeutendsten Rabbinate Rußlands erhielt. Da sie in solcher Umgebung erzogen wurde, faßte in ihrer zarten Kinderseele eine tiefe Ehrfurcht, eine sehnende Liebe zur Thora Wurzel, die für ihr Eheglück entscheidend ward Obwohl von vielen angesehenen und wohlhabenden Männern umwoben, zog sie doch vor, einem unvermögenden jungen Mann die Hand zu reichen, der schon mit 18 Jahren als bedeutender gefeiert war. Es war Rabb. Jesajah Wohlgemuth. So wenig galt in ihren Augen äußere Ehre und Reichtum, und so hoch war ihre Achtung vor den Jüngern der Thora. Und diese Liebe zur Thora und zu ihren hehren Gesetzen war es, die sich undgab in ihrem Leben als Gattin, als Mutter, als Wohltäterin. Wie betrachtete sie es als die vornehmste Aufgabe ihres Lebens, durch aufopfernde Hingebung und zärtliche, rührende Liebe ihren Gatten im Studiuin des Gottcsgesetzes zu unterstützen! Ja, wir dürfen es nussprcchen: Nimmermehr wäre ihr unvergeßlicher Gatte der bedeutende Kenner von □’pDlBl □"tP geworden, hätte ihn: nicht diese yn DEM wie er sie selbst so anerkennend nannte, zur Seite gestanden. Und welch' treu sorgende Mutter ist sie gewesen! Wie hat sie mit selbstloser Aufopferung für ihre Kinder gelebt und gekämpft. Doch kannte ihre Liebe keine Grenze zwischen Kindern und Kindesktndern, und mit gleicher Innigkeit schloß sie auch ihre Urenkel in ihr Herz. Und wie diese große Frau im Kreise ihrer Familie lebte als Muster einer zärtlichen Gattin und liebenden Mutter, so war sie auch allezeit den Armen und Bedürftigen eine treue Beraterin und Helferin in der Not. Die ganze Herzensgüte dieser wohltätigen Frau zu schätzen, dazu sind nur die Eingeweihten imstande. Hier sei nur ein Beispiel hervorgehooen: Als ihr Gatte,nach 40 jähriger Amtstätigkeit in Memel nach Hamburg berufen ward und sich das Ehepaar an die Bahn begab, um Memel zu verlassen,. da gaben ihnen viele Freunde »mb Bekannte das Geleite, vor allem aber die Armen, die in ihr stets eine hülfsbereite Freundin gefunden hatten. Und

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