Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1907-02-21 · Heft 8 (21.2.1907) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 8 (21.2.1907)
Date
1907-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2446951-2449244-2449253--63267-2505802
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wsf>s,HMM>MWM ' , . ^_....... . , _,,fc , , _=_=_ .... , . _ flimiftmiKfo» Ausgabe ML 1Ä» vierteljährlich, HeftauSgabe auf Kunstdruchrapier Mk. 3.— vi«MjährliG (Auslandspreise fftc die -4* L>st««ich K Lr.» NuKand I L«d^ England S sd., Amerika SO et»., Niederlande 1,20 L> Abonnements. bei allen Postaustattm, Bnchbandlunsen» fmoie dirM WsM WtDttchber^M Pfemäge M die sechsgespaltene Lolonel-Zeste' Rab^t nach Tarif. Jnserateruulnahme rwr d«ch ^aase»ste^in ö- Seg/ö' JMIRFrankfurt a. M. mrd deren Fiüale». Eont» bei It fßi In ttvigem Wechsel reffen und welken die J-eale der nacheinander Wer die Erde schreitenden Menschengeschlechter. Seher oder Künstler, Denker oder Heroen werden bald hier, bald dort zu ragenden Mittelpunkten, um die sich alles Streben der Zeit konzentriert, und aus dem Kultus dieser großen Persönlichkeiten entwickelt r-jr.? fjt*—. * ,J1 c ^'inmumg, t^ic :n Charakter mfzuspüren, als edelste Äufgabe einer modernen Geschichtswissenschaft gelten Vars. Utter allen geschichtlichen Wechsel aber weit hinausgreifend, ist uns die jüdische Lehre ein Schatz ewig lebendiger Ideen,- was aus dem Urquell chrer Wahrheit ins Leben emporsteigt, das mag sich in siebenfarbigem Lichte an der Fülle der Levenserscheinungen bunt schillernd brechen, in seinem Wesen bleibt es eines, bleibt es Offenbarung des Einzigen. -i» * * „Kampf für Gott gegen tzlmalek von Geschlecht zn Geschle«yt^ „GoEt ist ein Kriersmdnn, Gott ist sein Name," " . so tönt es aus den Anfängen der jüdffchen Volksentwicklmw herauf und. hallt noch heutt wider in JSwels Gotteshäusern, grade dann, wenn die eHsr Frühlingsboten die kömmvrde Erlösung «Mrrte Seele SeSNtffanmEessich öfstren Freiüch find die Neunmalweffen der Völker schnell bei der Hand, die schlau erdachte Fabel von dem kri gerisihen Nationalgott der Juden ack w»jor«u xiorism ihres Welterlösers auch der Karnpsesstümnung des ilIk-Tages zur Folie zu neben, freilich ist's ihnen eine Binsenwahrwäyrheit, daß er ein ,Fttiegsmann" sei — der Gott des alten, allzuattvr Testaments. Sie ahnen nichts yon der Fülle der Gesichte, die dem wisfenoen Ju den aus dem bloßen Namen "n entgegenleuchtet, nichts von der veifetzArden Lieb esherrN ch^eit, die dem Mischen Menschen o'ömn mb, der vierbffchWbige Gottesname, ins Herz gießt. Nicht aD der überlieferten Bedeutung heraus allein, sondeM aus tausend unzweideutigen Bibelfiellen .W- M dieser Gottesname seine Prägung als Symbol der höchsten, zum Weltpriyzip gewordenen Li^e b e eMllten, und nicht umsonst war er es, ddk HeffMsffchM der. rffmmer So ist's denn die denkbar schärfste Antithese, wenn in der Bibel *t\ als Kriegsmann gefeiert, wenn im Namen dieses Gottes der Liebe, ja grade um seines Namens willen zum Kampfe aüfgerufen wird. Uns aber will es scheinen, als ob grade die Stellung des Kampfes und Krieges im Bereiche der jüdischen Lebensideen kein geringes Zeichen ihrer göttlichen Wahrheit fei. Aus den Irrungen der naturphilosophischen Hypothesen schält sich sicherlich manche bleibende Wahrheit heraus, und vieles von dem, was alten religiösen Bestand aus den Angeln zu heben drohte, wird sich am Ende der Tage, in anderem Zusammenhänge und zu neuen Beziehungen verkettet, als Brücke zur Wahrheit erweisen. Dazu gehört auch die Schätzung des Kampfes als eines Mittels der sittlichen Erhöhung, nicht des Kampfes um seiner selbst willen, des Kampfes vielmehr gegen das Böse, das überall sein Dasein zu behaupten strebt und das niederzuringen die höchste sittliche Tat bedeutet. Die naturwissenschaftliche Weltanschauung freilich vermag die Grenze nicht -zu finden, die den ruchlosen Kampf um Macht und Genuß, von dem sittlichen Kampfe gegen das Unsittliche, gegen das Lebensfeindliche scheidet. Nur der vermag's, der die Pläne des Weltprozesses in seiner Hand hält, der seinem Volke rrmvch das Schwert Ms.GWMeu von der Schwelle seines HaufeS weist, wo He MMe des Altares zeugen gegen die Arhest des Schwertes. * &'V * Der Gott der Liebe ist ein Kri e gsmann, und aus dem Tosen der Kämpfe, die die Weltgeschichte erfüllen, baut sich ein ganzer Gottesthron, auf dem die ewige Liebe waltet. Uns Juden aber vermag bis dahin nur der Gottesrufzu sagen, wo es gilt zu kämpfen oder zu lieben! Auch in dem Kampfe der Id een, die noch immer tausenbmal mächtiger sirw als alle ökoyAWlschen und materiellen Faktoren der Geschicke, öffnen sich blutende Wunden, und hart ist'-s öft, das Schwert zu führen, wo die Pflicht zum Kampfe ruft. Und doch „ist Gehorsam bester als Opfer, Aufhorchen wertvoller als das Mark der Widder". Und doch ist „Zaubereisünde, Ungehorsam, Wahn und Selbsttäuschung der Widerstand gegen den Gotteswillen" Wenn darum alljährlich in die große Jubelouvertüre des jüdischen Frühlings die rauhen KrZchsfanfaren des Kampfes ernten Auralek hineinklingen —- dann soM oiffer Gegensatz uns nicht KM ichwßrmender Pott hat fit die Lebensstimmungen geschaffen, von denen w i r »n$L~ j durchs Dasein'tragen lasten; nicht mit Jllusionem^ sollen wir Wer die Abgründe des ^^ns m , tänzeln. Er, dessen Siegel die WahrhMt der den Frühling geschaffen und den WtNter, das Leben und den Tod, Harmonien und DW^ nanzen, strahlende Klarheit und unlösbare WttÄE. rätsel. — Er ist auch der Schöpfer des kosmos, den wir feine Thora nennen. Im Lichtes dieser Thora findet derKampf seine berechügte Stätte?^ und — sein weltgeschichtliches Ende, und tröfieM & strahlt dem von der Thora gewesen Geist Zukunftstag entgegen/da — öVw a£*j — über der in fittlicher Ganzheit zum Gottesthron vollendeten Erde in ungeschmAerter^ S AllgewattW re i n e GÄttZMi ebe austeuchitt. MochMrvvZscha«. FMiance israälife URioeiseUe. Die deutsche Konferenzgemeinschast &et Alliance Isra61ite Universelle hat im Laufe dieser Woche in Frankfurt ihre vierte Tagung abachatten mid einen kurzen Bericht Wer die gezogenen Beratungen an die "Presse versandt/ dm wir an anderer Stelle MduEchen. Wrs ntteresfiert an diesem Berichte haufiksächlich, das — WM' nicht darin steht: das Fehlen stder And«lttkP über die bekannten sensattonellen Vorgängerin Jerusalem, die nicht nur in Palästina selbst/ sondern überall, wo gesetzestreue Juden wohne», mit Recht lebhafte Entrüstung hervorgerufen hatten. Daß man in Paris für diesen Protest unserer Gesinnungsgenossen keine Empfindung haben würde, haben wir nicht anders erwartet — aber von dem Gerechtigkeitssinn der deutschen Konftrenzgemeinschaft wäre eine entschiedene Stellungnahme in der Angelegenheit sehr wohl. zu verlangen gewesen. Daß die Untersuchung, die "von der Berliner Leitung seiner Zeit als im Gange befindlich bezeichnet wurde, jetzt nach 6 Monaten noch nicht abgeschlossen sein sollte, ist nur dann möglich, wenn man Herrn Antebi gestattet, nach orientalischer Gepflogenheit die Sache allmählich versanden zu lassen. Nicht ganz beftiedigend scheint uns auch der Passus des Berichtes, der von der Ausbildung der Allianceschullehrer in Deutschland Esprit" wurde vorgeschlagen, das; Zentrc mÄPe darauf Bedacht nehmen, allmähl ■ Ä

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.