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Der Israelit · 1907-01-17 · Heft 3 (17.1.1907) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
48 (1907)
Issue
Heft 3 (17.1.1907)
Date
1907-01-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 3 Der JSraeltt Seite 15. 17. Januar 1907. mächtig den Appetit des langen Jsak. Er blickte häufig nach der kleinen Schwarzwälder Uhr, ob es denn noch immer nicht zwölf werden wollte. Erbost über die Langsamkeit des großen Zeigers, rief er plötzlich laut, und mit dem Hammer fest auf die Schuhsohle zwischen seinen Knien klopfend: „Ich geh auch nach Amerika, da ist noch was zu holen, aber hier? Verhungern kann man beim größten Fleiß." Nicht nur der Geselle, auch Koppel träumte, seit Frau Fastenbretzel den Zehndollarschein nach Hause geschickt, von dem Lande der Freiheit und erklärte dem Gesellen entschieden: „Ich geh mit, Jsak." „Und Deine Frau und Kinder?" „Mögen vorderhand hier bleiben," antwortete Koppel überlegt. Klatsch! tat es einen Schlag auf seinen Rücken, daß er erschrocken in die Höhe fuhr. Seine Jette stand mit zorngeröteten Wangen hinter ihm. „So?" schrie sie ihn an, „Frau und Kind tätest Du schlechter Kerl gern hier sitzen lassen? Möchtest Du nicht am Ende gar mit Rosenfelders Jeanette fahren?" Koppel sah verblüfft auf. Seine Gattin war in letzter Zeit recht eifersüchtig geworden, und wie die Nachbarschaft verstohlen meinte, nicht ganz grundlos. Dafür aber packte Jette bei jeder Gelegenheit fest zu und mancher Klapps brachte ihm zum Bewußtsein, daß er ein treues Weib zur Seite hatte, das stets bereit war, ihn vor Versuchungen jeder Art zu schützen. Nach den: applizierten Klapps ging Jette wieder in die Wohnstube, setzte sich an einen Korb Kartoffeln und blickte, während sie die Erdfrucht sorgsam schälte, mit feindseligen Blicken durch die halboffene Türe in die Werkstatt. Koppel, der mit dem Rücken gegen die Wohnstube saß, begann mit einem Seufzer leise zu singen: Zwei Dutzend böse Weiber, Gott verzeih mir meine Sünd!... Der lange Jsak lachte leise, Jette aber schlug die Stubentür wütend zu, daß es krachte. Berez hatte von allem nichts wahrgenommen,- er war schwerhöriger wie je zuvor.-— In dieser Zeit war Betty Limbacher in fieberischer Erregung, voller Sorgen und Aengsten. Limbacher konnte sich nur schwer fortbewegen. Er klagte, die Beine seien ihm so schwer wie Blei und dabei ftor er immer mehr, trotzoem der Ofen den ganzen Tag rot glühte. Zugleich schwand sein Appetit, und er schlief leicht ein, oft mitten im Gespräch. Der Schwager ließ seinen Hausarzt, den Medizinalrat Stahlbach kommen. Seit langen Zeiten und seitdem die Romanschreiber den Arzt für ihre Geschichten brauchen, fallen diesem zwei wichtige Rollen zu. Er zuckt die Schultern und macht ein bedenkliches Gesicht und spricht Befürchtungen aus. Freilich ist mit dieser ärztlichen Tätigkeit vielleicht dem Romanschreiber und seinen Lesern, nicht aber dem Kranken gedient. Der Medizinalrat war aber ein vernünftiger Mann und unterließ das Achselzucken und bedenkliche Stirnfalten und sagte zunächst auch nichts. Er drückte mit dem Zeigefinger in Limbachers geschwollenes Bein, wo ein sichtbarer Eindruck, eine kleine Vertiefung entstand. „Wasser?" frug Limbacher und sah den kleinen Medizinalrat ängstlich an. (Fortsetzung folgt.) Für den Inseratenteil Ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere Ist es ansschllessllch Sache der Leser, die Im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen rltnellerWaren oder sonstige Angaben rellglonsgesetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Für Uhrmacher Ein 14jiihr. Junge aus sehr gut. Familie sucht Stelle als (6717 Lehrling' in religiösem Hause. Off. erbeten Lehrer Kissinger Urspriugeu b. Würzburg. Lehrling-Gesuch. Per 1. April für ein Fabrikgeschäft in Frankftrrt a. M.. Samstag u. Feiertag geschlossen, ein Lehrliug aus gutem Hause gesucht. Off. unt. E. 385 an Haafeustein K Bögler, A.-G. Frankfurt a. M. (6671) Lehrling gesucht. Leder sn sros, Samstag und Feiertage geschlossen. Off. unter 1. 850 an Haasenstein & Bögler A.-G., Franks, a. 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