Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1901)
- Date
- 1901-12-12
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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mit: grossem Aufwand von Gelehrsamkeit und rocht anerkennenswertem Fleiss ausgeführt.e interessante Compilation, die uns hier geboten wird. Wir erfahren. dass man die zehn Stämme in den verschiedensten Ländern und Gegenden gesucht habe — freilich vergebens. Denn ein Teil derselben habe sich — und das ist das Facit, das der Verf. zieht — zu verschiedenen Zeiten nach Juda zurückgewandt, der Best sei zum grössten Teil in den heidnischen Nachbarn aufgegangen. Hinzuzufiigeu wäre nach unserem Dafürhalten noch, dass wohl ein Teil der gleichgültig Gewordenen nach dem Wiedererwachen jüdischer Wissenschaft im persischen Reiche zur Zeit Rah's zum Judentum zurückgekehrt sei und im spätem habilonischen Judentum fortgelebt habe. Die weitschweifigen Digressionen würden uns zu mancher Ausstellung Anlass bieten. Doch muss darauf sowie auf Stellungnahme zu allen Einzelnlieiten der Kürze halber verzichtet werden. Es genüge die Anführung folgender Details: Auf Grund welcher Thatsachen der Verf. in Sanh. 94a (S. 13) statt ♦p’IDN Herica setzt — oder gar einander gleichsetzt? — ist uns unerklärt geblieben. — Die Einnahme Samarias erfolgte nicht 720 und nicht durch Salmanassar, wie hier wiederholt behauptet wird, sondern, wie jetzt feststeht und allgemein bekannt sein dürfte, 722 u. z. durch Largon. Auch sind die die vorexillsche Geschichte betreffenden Angaben ungenau. — Die Erklärung, wonach das talmudische Verbot des Gebrauches von Gegenständen mit Drachenabbildung darum ergangen sei, weil diese das Wappenbild des götzendienerischen Dan gewesen wäre (8. 48, Anm. 175), ist sehr weit hergeholt und geradezu phantastisch zu nennen. Vielmehr wird es zweifellos der Kultus gewesen sein, der mit dem Drachen in alter Zeit besonders bei den Persern getrieben wurde, der jenes Verbot veranlasst hat. — Stellenweise ist dieses Werk in so sonderbarem Deutsch abgefasst und lässt es so sehr an Grammatik und Stilistik der deutschen Sprache fehlen, dass wir 'dies im Interesse des sonst recht interessanten und lesenswerten Buches sehr bedauern. So beginnt der Verf. mit folgendem Satzungeheuer : „So oft auch bei den einzelnen Individuen im Kampfe um (sic!) den Materialismus das Streben zu Tage tritt, die eigene persönliche Wohlfahrt im Auge zu behalten und deren Handel und Wandel weil Selbstzweck die Menschen entzweit, so haben die Bestrebungen die geistige Wohlfahrt zu fördern, die Ideen des Glaubens und der Moral zu verbreiten, die Menschen einander genähert , sie waren das Band, welches die Menschen trotz der räumlichen Entfernung umschlungen hatte. Eine solche Verbindung gleichgesinnter und einem gemeinsamen Ziele zustrehender Menschen nennen wir Verein.“ Andere Stilblüten sind : „Seine Berichte . . . boten durch ihren sonderbaren Inhalt und deren Folgen auf die Gemüther des lesenden Publikums . . . Anlass, sich mit denselben zu befassen“ (S. 26). „Die Gesamtzahl derselben (der zehn Stämme) ist nicht verschollen“ (S. 139) „die bleibendsten Erfolge“ (8 57). Das genügt! Auch leidet das Buch an einer Überfülle von Druckfehlern. — Wir wünschen, dass der Verf. sich in Zukunft von den gerügten Mängeln befreien möge, dann werden seine Forschungen eine Förderung und Bereicherung der jüd. Wissenschaft bedeuten. Schwedt a. 0. Dr. J. Holzer. ü^ctizera.. In voriger Nummer 8. 56 n. 5 muss, wie mir von befreundeter Seite mitgeteilt wird, Erlangen ■= Kl einer dl ingen gelesen werden, da erst im Jahre 1860 sich wieder Juden in Nördlingen niederliessen. Es war dieses lediglich ein lapsns calami von mir. Kleinerdlingen hiess früher auch amtlich Erlingen; die Form Kleinerdlingen tritt erst am Anfang des 18. Jahrhunderts auf; vgl. Müller, ans fünf Jahrhunderten, S. 79. Auch im Wormser Kollektenhuch d. a. 1698 ist nach der bei mir befindlichen Abschrift zu finden. Herr Distriktsrabbiner Dr. Neubürger in Fürth übersendet einige Berichtigungen, von denen ich hier dankend Notiz nehme. Zu 8. 5 2. Grabschrift Nr. 88 lautet das Sterbedatum y"n T’N 1"’ — 14. Mai 1710; Nr, 115 hat als Sterbedatum N"yn DfUD T'D — 9. August 1711. Zur Familie Giinzburg bemerkt Herr Dr. Neuburger, dass der oben S, 49 Nr. 76 erwähnte Abraham Neuburg, der zu seinen Ahnen gehört, bei dem EüTJ) io Neuburg a. d. Kamel (daher der Name) mit seiner Familie vertrieben wurde und nach Ott ingen übersiedelte. Er war ein Sohn des R. Löh (ri’Dl’ mm’) Neuburg und der Pesla, einer Tochter des Elia Giinzburger (Nr. 11), die sehr fromm war; sie starb am 13. Tamus (22. Juni) 1698 in Otting eil und wurde am gleichen Tage in Wallerstein begraben. 8. 55 n. 1 sollte Schwabach als Rabbinatssitz genannt werden, da in Ansbach nur ein Rabbinatsassessor Inhalt. Günzburg und die schwäbischen Gemeinden. — Zur Geschichte der Juden im Hochstift Würzburg, — Jüdische Grabsteine. — Ein Brief der pfälzischen Gemeindevorsteher an David Oppenheim. — Literarisches. — Notizen. Verantwortliche Redaction: Rabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach (Baden). — Druck und Verlag der Job. Wirth’schen Hofbnchdruckerei-Actieu-Gesellschaft in Mainz.