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Der Israelit · 1901-12-12 · Heft 98 (12.12.1901) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 98 (12.12.1901)
Date
1901-12-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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2174 gerschaft Cammms erworben habe. Der Herr Landrath sprach ferner seine Freude und Anerkennung darüber aus, daß die jüdische Gemeinde stets in bestem Einvernehmen mit den christlichen Bewohnern der Stadt gelebt habe, Wohlthätigkeit und Menschenliebe bewiesen und gemeinnützige Bestrebungen immer gern unterstützt habe. Darauf überbrachte Herr Beigeordneter Breslich die Glückwünsche der städtischen Vertretung und bestätigte ebenfalls das friedliche Verhalten und gute Einvernehmen der jüdischen Gemeinde mit der übrigen Bürgerschaft. Nachdem noch die Gemeinde durch den Vorsteher Herrn Ph. Michaelis dem scheidenden Beamten ihren Dank für die segensreiche Thätigkeit hatte aussprechen lasten, nahm zum Schluß Herr Finder das Wort. Derselbe sprach — freudig überrascht und tief ergriffen — seinen Dank für die ihm gewordene Auszeichnung aus, dankte der Gemeinde für alles Gute, was sie ihm erwiesen habe, wünschte, daß auch ferner Friede und Eintracht in der Gemeinde erhalten bleiben möge und erflehte den Schutz und den Beistand des Höchsten für seine bish. Gemeinde und die ganze Stadt. Möge es dem Scheidenden vergönnt sein, den Ruhestand noch recht lange bei bester Gesundheit und sorgenfrei zu genießen. Marburg, 8. Dez. Heute feierte der hiesige Provinzial-Rabbiner Dr. Munk sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum unter Anwesenheit sämmtlicher Rabbiner Hessens und einer Deputation der hiesigen Schulbehörden. Landrabbiner Dr. Prager aus Kassel hob die Verdienste Munk's hervor, der in den schweren Zeiten der Verfolgung treu zu seiner Gemeinde gestanden habe. Dr. Munk antwortete in längerer Rede. Die Betheiligung an der Feier war sehr stark. Ausführlicher Bericht folgt. England. London, 9. Dez. Seit zehn Jahren findet einmal jährlich in London und in Aldershot ein militärischer Gottesdienst in den jüdischen Gemeinden statt. In der Centralsynagoge hatte sich zu diesem Gottesdienst eine beträchtliche Menschenmenge angesammelt. Man sah freiwillige und Peomanries in Uniform, aber auch Gardisten und andere Soldaten der regulären Armee. Die in der Nähe der Synagoge sich sammelnden Soldaten waren dem Obersten De Lara Cohen von den Ost-London Pionieren unterstellt. Cohen hielt eine Ansprache von der mit der englischen Flagge geschmückten Kanzel. Er machte auf den großen Antheil aufmerksam, den jüdische Soldaten an dem Kriege in Südafrika gehabt hätten. Im englischen Reich gäbe es vielleicht weniger als eine viertel Million Juden und von diesen seien 2000 Mann, einschließlich 80 Offizieren, in Südafrika gewesen; sie hätten dort an dem Kriege theilgenommen, zum Theil in den regulären Verbänden oder als südafrikanische und Kolonial- Volunteers oder als Mitglieder der kaiserlichen Aeomanry und der Stadtwachen. Die Juden hätten außerdem viele Pflegerinnen gestellt, die sehr werthvolle Dienste geleistet hätten. Vor einem Jahre hätte er die traurige Pflicht gehabt, die Namen von etwa 50 Leuten zu verlesen, die auf dem Schlachtfelde blieben oder an Wunden und Krankheiten im Verlaufe des Krieges starben; eine gleiche Liste zu verlesen, sei auch heute seine traurige Pflicht. Nachdem sich die Gemeinde von ihren Sitzen erhoben hatte, erfolgte dann die Verlesung der Verlustliste. vermischtes. Mainz, 9. Dezember. Bei der heutigen Wahl zur Gtadtvervrdneten-Vefammlung wurden vier Glaubensgenossen gewählt und zwar die Herren Dr. Frank. Dr. Horch. Dr. Oppenheim und Reis. Im Ganzen sind jetzt sieben Juden im Mainzer Stadtrathe. Stuttgart, 6. Dezember. Bei der heute stattgefundenen Gemeinderaths- (Magistrat)-Wahl, wurde unser Glaubensgenosse. Fabrikant Steif, mit 5818 Stimmen gewählt. Der Gemeinderath der Residenz zählt zwei jüd. Mitglieder- R. Worms. Heute feiert Herr Bernhard Kuhn mit seiner Gemahlin, geb. Bodenheimer aus Biblis, bas Fest der goldenen Hochzeit. Herr Kuhn gehört zu den geachtetsten Mitgliedern der hiesigen isr. Gemeinde und gehörte früher lange Zeit dem Vorstande der israelitischen Religionsgemetnde an. Wie«, 9. Dez. Das Bezirksgericht verhandelte heute über die Ehrenbeleidtgungsklage des Advokaten Dr. Ritter von Ofenheim gegen den Vizebürgermeister Dr. Neumaher wegen dessen Aeußerung. daß Ofenheim Jude sei und er ihn daher nicht für sattsfactionsfahig betrachte. Neu mayer wurde zu 1000 Kronen Geldstrafe event zehn Tagen Arrest verurtheilt. Lemberg. Die „Wiener Zeitung" vom 29. v. M. brachte unS die Nachricht von der Ernennung des Finanzfekretärs Dr. Rudolf Flecker zum Finanzrathe ES ist dreS der erste Jude, der nach langjährigem Warten im Bereiche der galizifchen Finanzdirektion die VII. RangSklaffe erreicht hat. Dr. Flecker. ein ebenso tüchtiger Beamter, als auch ein treuem Anhänger und Bekenner des Juden - thums, erfteut sich in den weitesten Kreisen unserer Gesellschaft der lebhaftesten Werthschätzung. Berichtigung. In dem kleinen Satz des Briefkastens letzter Nummer, haben sich mehrere sinnentstellende Fehler eingeschlichen. Es heißt nicht: im, sondern „i' 12", nicht OO'ip, sondern „Ov'p". Auch wird moj mit n am Ende und nicht mit 1 geschrieben. Briefkasten der Siedaetion. H. W. in H.: Wir sind gerne bereit, in Rußland anzustagen, wann und wo sich die Geschichte „Nowojt Ebiäji" zugestagen hat und nach Erhalt der Antwort Näheres mitzutheilen. PH. K. in N.r Nein. S. S. in T.: Sie haben nicht die Pflicht, in der Sache irgend etwas zu thun. A. S.: Es steht religionsgesetzlich nichts im Wege, daß am Hochzeitstage der Tochter die Eltern die Feier ihrer Silberhochzeit begehen. Briefkasten der Expedition. S. H. in Geestemünde r Mk. 7.08 empfangen-

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