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Der Israelit · 1901-12-09 · Heft 97 (9.12.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 97 (9.12.1901)
Date
1901-12-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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42. Jahrgang. WWW M 07 ♦ Der Israelit. Ein ' Kentrat-Hrgan für das orthodoxe IudenIHum. Begründet von ©i. ft^mann in üaini. Montag, dcn 9. Dezember 5662 (1961). Leitender Artikel. Der verlorene Sohn. Zum Lbannukkafeste. Von Dr. Mannheimer, Gl »ich. Olv.nb. Landrabdincr. bv bzsnv ivnaa p& cv'i i'nbev spr np’i D':i na\ . „Und Jakob zerriß seine Kleider, legte einen Sack um seine Lenden, und trauerte um seinen Sohn lange Zeit." Ihr kennet Alle jene Geschichte, die uns im Wochenabschnitt;sn vorgelesen wurde, — wie Jakobs Söhne ihren Bruder Josef verkauft, — wie sie den bunten Rock in Blut getaucht und ihn dem alten Vater mit den Worten gebracht haben 'w x; “cn i;xxo dxt. „Diesen haben wir gefunden, erkenne doch u. s. w." Und Jakob erkannte ihn, und in seinem Vaterschmerze ausrusend: „Ein wildes Thier hat ihn verzehrt, zerrissen, zerrissen ist Josef," zerriß er seine Kleider, legte ein Trauergewand um seine Lenden und trauerte um seinen verlorenen Sohn. Die Söhne sahen des Vaters Schmerz und versuchten, ihn zu trösten, ja, sie hatten den Muth, ihn zu trösten, er aber nahm keinen Trost an und sprach: „Ich fahre nun trauernd zu meinem Sohn in die Gruft." Zu diesem traurigen Bilde, das wir am Schabbes Chanukka verlesen haben, bemerken unsere Midraschweisen: „Hier findet der Schriftvers seine Anwendung: ui xrn '.nw xfji lepttf xb' 'Tihv xb.. „Kaum war ich zur Ruhe gekommen, kaum war die Bürde von mir genommen, kaum hatte ich mich erholt, da brach das Unglück los." .rw-\n-'r\-2 xbi ,p*?ö_,Tffiptp xb';&vn~'n)bw xb „Kaum war ich zur Ruhe gekommen — von Esau, kaum war die Bürde von mir genommen — von Laban, kaum hatte ich mich erholt — von Dina, — da kam das große Unglück von Josef." Endlich wollte Jakob den Abend seines Lebens in Ruhe und Frieden genießen, und siehe, es kam anders. Was ist all die Last des Daseins, die dem Menschen oft den Aufstieg zur idealen Höhe irdischen Glückes erschwert, was sind alle Wolken des Lebens, die den lieblichen Sonnenglanz seiner Arbeit verhüllen, gegenüber dem Unglücke, einen Sohn zu verlieren? Ja, als dieser harte Schlag den alten Vater traf, da brach der Mann, der Jahrzehnte hindurch den wuchtigen Schlägen des Schicksals getrotzt, zusammen, wie ein Schilf am Ufer des Flusses. Wer solch' einen Schmerz nicht kennt, wer solchen Kummer nie gefühlt, der weiß die Größe dieses Jammers nicht zu ermessen, — die Trauer um den verlorenen Sohn. Und alljährlich, wenn das Chanukkafest mit seinen erhebenden Melodien und seinem lieblichen Lichterglanze in Israel einzieht, ja gerade, wenn Israel sich des Sieges und des göttlichen Beistandes freut, da lesen wir ienes betrübende Familienbild von Jakob und Josef, als ob dies Bild in den Hellen lichten Rahmen des Ebanukkafestes hineingehöre, als ob die matten Strahlen des Lichtleins das gramvolle Antlitz des alten Vaters erhellen sollten. Ja, dies Bild paffet in den Rahmen; ein großes Gemälde erhebt sich heute vor unseren Augen, — es stellt uns das Familienbild Jakob's in seinem größten Schmerze dar, umgeben von dem Rahmen des Chanukkafestes, und darunter lesen wir das Motto des ganzen Gemäldes: „Der verlorene Soh n." Unsere Weise bemerken: ,anb ~ pw ,jnip^ cnax*? ysna roatp apr jnpn ,:b jte; pm jnpi? caat?*? eu pa\:a /cn‘?eB> unpn cnatea "cS .r;rca pv cem maa nx ans jnpn man jbws bz> sp nr> V2i ^aai vjao n xb ^aab p^n nx apr centr .nnnn Jakob zerriß seine Kleider. Die Söhne haben veranlaßt, daß der alte Vater seine Kleider zerrissen, und wo hat Gott es ihnen heimgezahlt? In Egnpten. Als sie vor Josef in Egypten standen, ihren Bruder nicht erkannten, der einer schweren Schuld sie anklagte, und

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