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Der Israelit · 1901-12-05 · Heft 96 (5.12.1901) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 96 (5.12.1901)
Date
1901-12-05
Page
– (sequence 20)
Language
German
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2126 Stätten, in denen die edelgesinnten Bewohner unseres Vaterlandes, Bekenner der verschiedenen Konfessionen, durch ihre Beauftragten das Elend der gegenwärtigen Bewohner der heiligen Stadt zu lindern bemüht sind. Es verdient dies hohe Beispiel der Antheilnahme an diesen Aufgaben der Nächstenliebe, das den hier Wirkenden einen unschätzbaren Ansporn zur treuen Pflichterfüllung gibt, wohl Beachtung seitens der Besucher des heiligen Landes, von denen gar Viele für die Gegenwart genug gesehen zu haben meinen, wenn sie vergangenen Zeiten ihren Tribut zollen, und gerne vergessen, daß wir auch jetzt noch Pflichten gegen die armen Bewohner Jerusalems und Palästinas zu erfüllen haben. In Begleitung des Kapitänleutnants von Ammon und des Konsuls Dr. Schmidt, der, wie sein Amtsvorgänger allen unter deutschem Schutze stehenden Wohl thätigkeitsanstalten, ohne konfessionellen Unterschied, Wohlwollen und Förderung zuwendet, beehrte Prinz Adalbert auch das neue unter Leitung des Frankfurter Spitalkomitees (Vorsitzender: Herr Rabbiner Dr. Solomon Breuer, Schriftführer: Herr Dr. Israel Roos) stehende Krankenhaus Schaare Zedek, am Mittag des 5. November mit seinem Besuche. Das neue Hospital Schaare Zedek, das bereits gelegentlich der Anwesenheit Sr. Majestät des deutschen Kaisers in Jerusalem im November 1898 dessen Aufmerksamkeit erregte, sieht unter dem Schuhe der deutschen Regierung. Dasselbe ist bekanntlich nahezu vollendet und soll in den nächsten Wochen seiner Bestimmung, die Nothlage der armen jü-! dischen Kranken hier zu lindern, übergeben werden, j Mit eingehendstem Interesse besichtiate der hohe Gast f die einzelnen Säle und Zimmer des Neubaues, so zu-! nächst den im Erdgeschoß gegenüber der Eingangshalle | gelegenen, einfach und wllrdia dekorirten Betraum, in j dem eben der Thoraschrein aufgestellt war, die an-! stoßenden Einzelzimmer und die große, geräumige j Küche, in der die Speisen für die aus Entbehrung und! Elend im Spital hilfesuchenden Kranken bereitet weri den sollen. Alsdann ließ sich der Prinz in das obere; Stockwerk geleiten, das zum eigentlichen Aufenthalt der! bettlägerigen Kranken bestimmt ist, in die Räume der - Männer- und Franenabtheilung, wie in den zwischen > beiden gelegenen Kindersaal und das Dperationszim- ] mer. Seinen besonderen Beifall fand es, daß durch , Aufstellung einer großen Zahl von Blattpflanzen und j Blumen, die in der wasserarmen Stadt zu pflegen besonders schwierig ist, die einzelnen Räume traulicher; und wohnlicher gemacht sind. In liebenswürdigster; Weise erkundigte sich der hohe Gast nach den Einzelhei- , ten des Betriebes, wie nach der Zahl der Kranken, dem; Alter der aufzunehmenden Kinder, der Wasserversorgung durch die Cvsternen etc., und scheute auch nicht die Mühe, eine der flachen Dachterrassen zu ersteigen, von der man sowohl über die Gesammtanlage des Spitals, seine Jsolirpavillons, Cvsternen und Nebengebäude einen guten Ueberblickt hat, wie zugleich bei der hohen, freien Lage des Hauses eine schöne Fernsicht genießt. Am Schlüsse der eingehenden Besichtigung trug Prinz Adalbert — ebenso mehrere Herren seiner Begleitung — seinen Namen in das Gedenkbuch des Spitals ein und sprach über das Gesehene, insbesondere, daß in der ganzen Anlage für Luft und Licht so ausreichend gesorgt sei, allerhöchste Anerkennung und Lob aus. Von den Offizieren des Kriegsschiffes „Charlotte" besichtigte am folgenden Tage noch Marine-Stabsarzt Dr. Nenninger das neue Krankenhaus und gab seiner besonderen Befriedigung über Bau und Einrichtung und dem Wunsche einer segensreichen Wirksamkeit schriftlichen Ausdruck. Wie für Prinz Adalbert dieser erste Aufenthalt in Jerusalem allezeit eine angenehme Erinnerung sein wird und er unser Hospital im Andenken behalten und ihm weiterhin seine Gunst schenken möge, sd bleibe für das neue Werk der Mildtbätigkeit, dem durch den Besuch seitens des Sohnes unseres Kaisers eine so hohe Auszeichnung zu Theil ward, diese für alle Zeit eine günstige Vorbedeutung, auf daß das Spital Schaare Zedek nach seiner demnächstigen Eröffnung den von Krankheiten heimgesuchten Brüdern in der heiligen Stadt unter Gottes Beistand die erhoffte Hilfe bringe! Die Eröffnung des Spitals soll erfolgen, sobald der Rest der Einrichtung aus Europa eingetroffen sein wird. (A n m e r k. der Red. Wie wir erfahren, haben Bau und Einrichtung solch' große Summen erfordert, daß das bisher vorhandene Kapital und die für drei Jahre gezeichneten Jahresbeiträge nur hinreichen, um die Hälfte des für 60 Betten bestimmten Krankenhauses dem Betriebe zu übergeben. Möchte doch bei einem solch' großen Liebeswerke sich die allgemeine Vetheiligung recht schnell und in dem Grade steigern, daß es sehr bald möglich sein wird, das Krankenhaus in seinem ganzen Umfange in Betrieb zu setzen und es dadurch gelingen, den Aermsten der Armen, armen, kranken Glaubensgenossen, ihre Gesundheit wiederzugeben bezw. sie am Leben zu erhalten. Ein jeder Beitrag hierzu kann wahrlich des Segens gewärtig sein: nyi zrz b~! brr b'rv'2 'i :7!ubr:'. „Heil dem, der dem Armen hilft, am Tage des Unglücks rettet ihn Gott.") Wann ist jemand als unterstützungsbedürßig anzuseh.nd ™ Wie lautet das politische Programm des neuen amerikanischen Präsidenten Rooieveltd Welchen Einfluß Hai der Wald auf das Klima s Wann wurde der am 4. September in der Nähe von Arkona infolge eines Zusammenstoßes mit dem Linienschiff Sachsen gesunkene Kreuzer Wacht gebautd Kann eine Droschke gepfändet werden d Was ist unter „Triboluminiscenz" zu verstehend Antwort auf diese und ähnliche zahlreiche Fragen, die in den vorhandenen Konversationslerici vergeblich gesucht würden, ist in dem soeben erschienenen Septemberheft des „Z e i t l e x i k o n" zu finden, von dem allmonatlich ein Heft ü Mk. 1.— in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheint und das alles, was in einem Monat an Bemerkenswerlhem auf irgend welchem Wissensgebiet sich ereignete, getreulich verzeichnet und in lexikalischer Form darbietet.

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