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Der Israelit · 1901-11-21 · Heft 92 (21.11.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 92 (21.11.1901)
Date
1901-11-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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42» Jahrgang. M 958 WWWWWW ■* U >' *f -MP V^V? WT?ryc ”^,-y %J 4 Israelit. Ein * Aenlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthuw. Begründet von Dr. in Ml«irr§ Doiinekftag, de« 21. November 5662 (1961). Mr Eine MnrK abonnirt man bei allen Poftanstalten für den Monat Dezember auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, weiche rechtzeitig am Post-Aeitungs schalter deS Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger iaufgeaebenlwerden. BtT" Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen des Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Die Erpeüilion -es »Israelit." Leitender Artikel. Himmlische und irdische Gewänder. Von Rabbiner Dr.?Kohrr—Jnowra'zlaw. „Und der König David war alt, gekommen in die Jahre, und sie bedeckten ihn mit Kleidern, aber es wurde ihm nicht warm." (I. Könige 1. 1.) Zu diesem Wort bemerkt der Talmud (Berachoth 62 b) "cno m-i: irx pjid onjan nx nnon bv„. Wer die Kleider verachtet, der hat schließlich von denselben weder Genuß noch Nutzen. David aber bat einst die Kleider verachtet, denn „David stand auf und schnitt den Zipfel des Oberrockes, den Saul anhatte, leise ab" sl. Samuel 24. 5), und deßhalb wurde ihm nicht warm, trotz der Kleider. Dieses Wort unserer Weisen ist historisch und moralisch lehrreich und bedeutungsvoll; wir wollen es deßhalb nach diesen zwei Richtungen hin erklären und erläutern. I. Historisch, geschichtlich, brauchen wir ja nur den Gehalt des Ersten Kapitels im Ersten Buche der Könige in's Auge zu fasten, und das so merkwürdige, räthselhafte Wort des Talmuds ist uns sofort klar und einleuchtend. David, erzählt die heilige Schrift, war alt, die Zügel der Regierung, die er bisher so fest, ja mit eiserner Kraft festgehalten, entglitten, entsanken seinen Händen, und die Erben trachteten schon bei Lebzeiten David's die Herrschaft, die Regierung an sich zu reißen. Einer dieser Erben war Adonijah, ein Sohn David's; er riß, ohne erst den Vater, den König, irgendwie zu befragen, die Herrschaft an sich, ließ sich zum Könige ausrufen, und von seinen Freunden und Anhängern als König huldigen. Und er ließ Schafe, Rinder und Mastvieh schlachten, bereitete eine große Mahlzeit, lud seine Freunde ein; sie aßen und tranken und sprachen: „Es lebe der König Adonijahl" (I. Könige. I. 25.) Der Prophet Nathan aber, der da wußte, daß David nicht Adonijah, sondern Salomo zum Nachfolger ernannt, überredete Vaih Seba, die Mutter Salomo's, sie möchte doch David von dem gewaltthätigen und selbstsüchtigen Vorgehen Adonijah's berichten und ihn bitten, daß er ihr und ihrem Sohne zu ihrem Rechte verhelfe. Und als David das alles gehört und vernommen, da sprach er: „So wahr der Ewige lebt, der meine Seele von aller Roth erlöst, Dein Sohn Salomo wird nach mir regieren und er wird aus meinem Throne sitzen an meiner Statt." (Jbid. 30.) Und so geschah es auch. Salomo wurde der Nachfolger David's und König in Israel. Das ist in Kürze der Inhalt des Kapitels. Wie kommt es aber, höre ich den freundlichen Leser fragen, daß der eigene Sohn den Vater so gering geschätzt und mißachtet, daß er gegen den Willen des Vaters die Herrschaft mit Gewalt an sich reißen wollte? Ein einfacher gewöhnlicher Mensch respektirt doch auch den Willen des Vaters, geschweige, wenn dieser Vater ein König David und König in Israel ist! Wie viele Kronen trug er auf seinem Haupte! Wie viele Ehrengewänder bedeckten seinen Leib! Das Ehrengewand des Königs, des Gesalbten Gottes! Das Ehrengewand des Alters! Das Ehrengewand des Vaters! Und alle diese Kronen und Ehrengewänder hat Adonijah. hat

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