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Der Israelit · 1901-11-18 · Heft 91 (18.11.1901) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 91 (18.11.1901)
Date
1901-11-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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SUer ^sraelit. Central-Organ für das orthodoxe Judenthllm. Alätter für die israek. Schute. I». Nov. 1001.] . 91 [91*. 11. Zsr. Lehrerverein für das Königreich Aayern. (Bericht über die xm Generalversammlung.) Die diesjährige Generalversammlung fand am 20. August in der rebenumgrenzten Mainstadt WUrzburg statt. Eine ansehnliche Zahl .Kollegen — nahezu hundert — hatten sich eingefunden, um Rath zu pflegen zum Wahle unserer Schule und zur Hebung unseres Standes. Dieselben bekündeten somit ein lebhaftes Interesse an diesen beiden Kultursaktoren der gesummten Judenheit. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn H. G o l d st e i n - Heidingsseld, iourde der erste ehrfurchtsvolle Gruß dem greisen Herrscher auf Bayerns Dhron gebracht. In das auf denselben ansgebrachte Hoch stimmte die Versammlung begeistert ein. Hierauf begrüßte Se. Ebrw. Herr Distrikts-Rabbiner N. Bamberger, dahier, die Versammlung. Einleitend bemerkte er: Sowie das Zusammentreffen von Freunden und Bekannten im Einzelleben die angenehmsten und freudigsten Gefühle wachzurufen geeignet ist, indem hierdurch alte Freundschaften auf's neue erwärmt, überhaupt neues Leben hiedurch angeregt loird, so gilt dasselbe nicht minder bei Vereinigungen und Zusammenkünften von Vereinsmitgliedern. .Hierdurch werden neue Beschlüsse zu Gunsten der guten Sacke gefaßt, es werden neue Freunde dem Vereine zugeführt und die alten Freunde in ihrem Bestreben gestärkt und gekräftigt. Er freue sich stets, den Verkammlangen anzuwohnen, da ihm dadurch Gelegenheit geboten lei, dem Vereine seine Sympathien entgegenzubringen. Das vortreffliche Wirken des Vereins zu schildern, dürfte von seiner Seite unnöthig sein, da solches durch die Thatsachen hinreichend bekannt und auch durch den Jahresbericht zur öffentlichen Kenntniß gebracht worden sei. Nur auf Neues möchte er Hinweisen. Als nach der Zerstörung unseres kostbaren Kleinodes, des Tempels, unsere Ahnen in ihrem Jammer in größter Verlegenheit waren, in welcher Weise sie auch nur einen schwachen Ersatz für das Verlorene finden könnten, da war es Rabbi Jochanan ben Sakkai, der Tborastudium und Wohlthätigkeit als jene hohen Ziele bezeichnete, in deren Pflege das Volk jenen Ersatz finden sollte. Auch der Lehrerverein diene diesen zwei hohen Zwecken: Seine Mitglieder verbreiten das Gottesgesetz und durch die Unterstützungskasse wird es den Einzelnen ermöglicht, seinem Berufe sorgenfreier obliegen zu können. Darum widme er der Versammlung und deren Berathunqen seine herzlichsten Wünsche. (Beifall.) Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde war durch Berufsgeschäfte verhindert, der Versammlung beizuwohnen; eine diesbezügliche Zuschrift kam zur Verlesung. Der Vorsitzende nahm in seiner Begrüßung Bezug auf eine im Traktat Sabbat 'p ’uro vorkommende sinnige Erzählung. Wenn am Freitag Abend nach Beendigung des Gottesdienstes der Hausherr seine Schritte seiner Wohnung zulenke, so begleiten ihn zwei Engel, ein 2it3 7n7o und ein jn Ist im Hause alles zum feierlichen Empfang der Sabbatbraut bereit, ist der Tisch gedeckt, die Sabbatlampe entzündet etc., dann spreche der 7*02 ID seinen Segen über den Hausvater, dem der jn 7n?d auch seine Zustimmung geben müsse. Jn festlicher Stimmung, gehobenen Herzens, entrückt den werkthätigen Sorgen, erfüllt vom wahren Sabbatgeiste, wird dann der Friedensengel begrüßt mit den schönen Worten i'di QD’7y rtP Unser? Versammlungen seien gleichsam auch ein Sabbat in der mühevollen Arbeit des Lehrerlebens; sie bilden Lichtpunkte in demselben, geben Gelegenheit zum Austausche von Erfahrungen und beschaffen frische Berufsfreudigkeit. Auch er — der Redner — heiße die Erschienenen mit dem schönen Gruße OI'dy herzlich willkommen. Den Vergleich weiter ausspinncnd, meinte er, auch der Lehrer werde von einem doppelten Geiste beherrscht, wenn der Ruf zur Lehrerversammlung ertöne. Der gute Engel sage ihm: Gehe hin, du findest dort Kollegen mit gleicher oder ähnlicher Lebensanschauung und Lebensstellung, mit verwandten Charaktereigenschaften, eine gewisse Uebereinstimmung im Bildungsstande, du findest Kollegen, mit denen du gemeinsam Freuden genossen und Leid getragen, erneuere die Bande der Liebe und Freundschaft und knüpfe neue an. Der böse Geist hingegen rathe vom Besuche ab durch die verschiedensten Bedenken, die er in die Wagschale werfe. Umsomehr

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