Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 90 (14.11.1901)
- Date
- 1901-11-14
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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24 CJnterrichtsgegenstand verlangte. Wir müssen > bei diesem Unterricht energisch Vorgehen, zumal im Anfang, wo die Leute, welche keine Disciplin kennen, das Gebanren und die Sprechweise ihrer täglichen Beschäftigung mit in die Schule bringen. Da die Zahl der um Aufnahme Bittenden grösser ist, als die zur Verfügung stehenden Plätze, so sind wir in Bezug auf die Frequenz sehr streng, und eine Verspätung von nur fünf Minuten hat eine Abweisung zur Folge. Und doch muss auch in solchen Fällen oft Nachsicht geübt werden. „Ich hatte beispielsweise bemerkt, dass ein fünfundzwanzig jähriger Hörer sich zweimal hintereinander um 20 Minuten verspätet hatte, und wollte ihn beim zweiten Male heimschicken. Da sagte er weinend: „Was kann ich dafür, dass die Geschäftsfrau, in deren Diensten ich stehe, mich vor dieser Zeit nicht freilassen will? Soll ich deswegen niemals etwas lernen?“ Kann mau wohl einen solchen Menschen abweisen?! Selbstredend gehören sie sämmtlich der allerärmsten Klasse der Bevölkerung an, der selbst die geringen Mittel fehlen, um ihre Kinder in die Talmud-Torah zu schicken, die vielmehr wirklich gezwungen sind, dieselben auszuschicken, um Beschäftigung zur Herbeischaffung des täglichen Brodes zu suchen. Dabei verdienen sie 5 Piaster (gleich 94 Heller) wöchentlich, und ein Stück Brod und Käse für ihr Mittagmahl. Mehr verdienen sie auch dann nicht, wenn sie älter geworden. „Es ist aber traurige Wahrheit, dass, je grösser die Leiden und je schwieriger der Erwerb, desto grösser die Trunksucht ist. Dies habe ich seit dem Beginne unseres Abendkurses wiederholt festgestellt. Ich habe bisher diese Leute noch nicht wegen der Trunksucht gerügt, aus Furcht sie zu verscheuchen, wenn sie merken, dass ich es auf diese ihre verderbliche Gewohnheit abgesehen habe. (Fortsetzung folgt.) In den Monaten Juli und August 1901 vom Unterzeichneten gemachte Sendungen.*' I. An Herrn Hugo Mainz in Hamburg: für den Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser . II. An das Central-Comite der Allianc lsraelite Universelle in Paris: Jahresbeiträge und Spenden.200 für die nothleidenden Glaubensbrüder in Russland, Rumänien und Galizien (V. Sendung) . . ... . 800 (Die früheren drei Sendungen betrugen 11500 Mk.] für das Hospital up^ in Jaffa. 400 1400 III. An Lernende in p"ns< ....... IV. An Herrn Bezirksrabbiner S. B. Ehrenfeld in Maltersdorf: für die “minn mnn daselbst. V. An Herrn Oberrabbiner 8. B. Schreiber in Pressburg: für die “□mro1? mm» ,i-Qli daselbst ........ VI. An Herren Katzenstein & Benjamin in Frankfurt a. Main: für das in Jerusalem zu errichtende Krankenhaus (X. Sendung) . (Die früheren neun Sendungen betrugen 18 54 Mk. 6 0 Pf) VII. An Herren Seligman & Stettheimer in Frankfurt a. Main: Für die laufenden Ausgaben des deutsch-israel. Waisenhauses in Jerusalem 300 für Bekleidung und Beköstigung der Tagesschüler daselbst . 100 für zwei Jahrzeit-Stiftungen. VIII. An verschämte nothleidende Familien im Inlande IX. An Herrn Distriktsrabbiuer L Wissmann in Schwabach israelitische Präparanden-Schule daselbst .... X. An nothleidende im In- und Auslände XI. An Herren Gebr. Fürth & Comp, in Frankfurt a. Main palästinensischen Hilfsverein “p^ .... XII. An bedrängte Witt wen und Waisen im In- und Auslande 5 Mk. — Pf. 57 10 10 50 32 . 600 1000 „ -- 94 16 für die 10 P — P 65 38 für den . 400 — W 41 —_ 53 Dürkheim a. d. H, N*vD“in f"', 1. September 1901. *) 8. Nr. 785. Zusammen 3143 Mk. 39 Pf. Dr. A. Salvendi, Bezirks- Rabbiner. Druck der Joh. Wirt h’schen Hofbnchdrnckerei Actien-Öesellschaft, Mainz.