Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 90 (14.11.1901)
- Date
- 1901-11-14
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1900. (Verwaltungssitz: Frankfurt a. Main.) (II. Fortsetzung.*) Urtheile über das Waisenhaus. Bei einem Besuche des Waisenhauses habe ich von der Einrichtung desselben mit grossem Interesse Kenntniss genommen, und freue mich feststellen zu können, dass die wohlthätige Anstalt unter Leitung von Herrn und Frau Dr. Grün hat allen Anforderungen entspricht. Die Kinder waren gerade abwesend; doch kenne ich einen grossen Theil derselben aus der Prüfung in der Edler von Laemel-Schule, der ich vor Karzern beizuwohnen das Vergnügen hatte; ich kann daher hier nur das bereits damals Gesagte wiederholen, dass die Kinder, was Fleiss, Aufmerksamkeit und Leistungen, sowie änssere Haltung anbetrifft, einen ausserordentlich günstigen Eindruck machen. Jerusalem, den 19. Mai 1901. Schmidt, K. deutscher Consul. Mi e grato di attestare che 1’ Orfanotrofia Israelitico in questa citti, diretto dall’ egregio Dottor Grünhut, e un instituto perfettamente ordinato, fornito di tutto punto, e veramente fllantropico, questo R. Consolate avendo piü volte occasione di farvi ricoverare dei poveri fancmlli italiani, che i vennero trattati con ogni cura e senza spesa di sorta. Gerusalenme, il 21. Maggio 1901. J1 R Console Reggente: (gez.) S Gazzaniga. (Uebersetzung: Ich bescheinige gern, dass das jüdische Waisenhaus dahier, geleitet von Herrn Dr. Grünhut, ein vollkommen geordnetes, gut ausgestattetes und wahrhaft philanthropisches Institut ist, da das K. Consulat mehrfach Gelegenheit gehabt hat, arme italienische Kinder daselbst aufuehmen zu lassen, wo sie mit jeglicher Sorgfalt und ohne irgend welche Kosten verpflegt wurden. Jerusalem, 21. Mai, 1901. Der K. italienische Consul: (gez.) 8. Gazzaniga.) Es war mir ein besonderes Vergnügen, über eine freundliche Einladung des Herrn Dr Grfi nhut das deutsch-jüdische Waisenhaus besuchen zu können. Die peinliche Sauberkeit, die gesunde Lage, der freundliche Garten, die zweckmässige Einrichtung machten mir den Eindruck, dass sich die Pensionäre der Anstalt sehr wohl fühlen müssen. Das Waisenhaus ist eine grosse Wohlthat für die arme jüdische Bevölkerung Jerusalem’», und wäre es nur zu wünschen, dass kräftige, materielle Unterstützung diese Wohlthat einer giö«seren Anzahl armer Waisenkinder zugänglich machen würde. Die Leitung der Anstalt ist bei Herrn und Frau Dr. Grünhut in den besten Händen. Jerusalem, am 22 Mai 1901. Pagacar, k. u. k. oester r. - un g. Consul. llrtheile über die Lämel-Sehale. Urtheil des k. u. k. österr.-ung. Consuls, Herrn Poga^ar. Ich war von den Leistungen der Edler von Lämel’schen Schule, von welchen ich mich bei der gestrigen Jahresprüfung zu überzeugen Gelegenheit hatte, geradezu verblüfft. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, Kindern, welche beim Eintritte in die Schule zum grossen Theile mit der Unterrichtssprache nicht vertraut sind, in vier Jahren ein so vielseitiges und praktisches Wissen beizubringen, wie jenes, mit welchem die Abiturienten der Anstalt gestern sichtlich froh und stolz waren zu glänzen. Die Art und Weise des Prüfens, welche jedes verständnislose Rezitiren ausschloss, eine Art von Konversation mit den Schülern, gefiel mir ausserordentlich, und lässt mich auf eine ausgezeichnete Unterrichtsmethode schliessen. Bei aller gebührenden Achtung vor der Vortrefflichkeit des Unterrichtes frage ich mich, ob nicht ein Theil des unstreitig erstaunlichen Erfolges vielleicht auch auf eine exzeptionelle Intelligenz des Schülermaterials zurückzuführen wäre. Jedenfalls gratulire ich sowohl den Lehrern als den Schülern. Jerusalem, am 22. März 1901. (gez) Pogacar. k. u. k Consul. Urtheil des kaiserl. deutschen Consuls, Herrn Dr. Schmidt. Den Eindruck, den ich bei der diesjährigen Jahresprüfung in der von Lämel’schen Schule erhalten habe, ist wohl geeignet, mein Interesse *) 8. Nr. 788.