Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1901-11-07 · Heft 88 (7.11.1901) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 88 (7.11.1901)
Date
1901-11-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449146-2449229--54621-2505334
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

WWW 8W V/ W, '-.^' 'V^'WSrT*'’-' p*f *ifi >*r:;.f-- 4% Jahrgang. Iweite Meilage zu J& 88 des „Israekit". ^üUaaufök Umschau. m;x P’“ : "bx -Ax:- m’ 1 -pcn imbm E"b E' NVXi pbrb "’E1 71^'lEV 'Ev7! ♦ ‘ EME“ '.rci mj x -!- i ,':\m -*v ,j •'«• t i » "-- 17"^ r'.sv bjE7 'IXiC K'mw„ r:& Von Israel Braun, Rabb. in H a 11 e a. ©, Druck von M. R o s e n b a u rn , in P a k s ch, Ung. Wir haben s. Z. den ersten Theil des vorliegenden Werkes in diesen Blättern (Nr. 85 v. I.) besprochen und dabei den Wunsch geäußert, es möge dem Buche eine weite Verbreitung beschieden sein. Das; dasselbe in Fachkreisen einen durchschlagenden Erfolg hatte, beweist am besten, daß es dem gelehrten Verfasser ernwglicht wurde, so bald an die Herausgabe des zweiten Theiles zu schreiten, was wir mit aufrichtiger Freude begrüßen. Der zweite Theil „Bes Jisroel" reiht sich dem ersten Theil würdig an und hat -2zur Grundlage, worauf dann (wie im ersten Theil) Gelegenheitsreden und mehrere Responsen von Zeitgenössischen Autoritäten über aktuelle Zeitfragen folgen. Im Gegensatz zu so manchen modernen Predigern, die in vielen Worten möglichst wenig zu sagen haben, versteht es der Verfasser, auch im zweiten Theil in epigrammatischer Kürze eine Fülle von Gedanken zu bieten, wo fast jeder Satz reichliche Anregung dem Leser gibt. Ideen berühmter Kommentatoren werden nicht selten vom Verfasser in seinen eigenen Gedankengang geschmackvoll eingeflochten; hier wird ein Blümlein, da eine Rose, dort eine Blüthe gepflückt und daraus ein lieblich duftendes Sträußchen gebunden, das das Herz erfreut und den Geist belebt. So werden oft geistvolle Bemerkungen alter bewahrter Meister der Ägadah den eigenen Gedanken passend angereiht. Und wie bei den Rosen die Stacheln nicht fehlen, so fehlt es auch hier nicht an stacheliger Satnre, mit welcher der Verfasser die Schäden unserer Zeit zu geißeln versteht. Wir wären versucht, so manches „gute Mörtel," so manche „Lozeh" aus diesem Genre herauszugrcifen und dem geehrten Leser zu zeigen, wie selbst nebensächliche Bonmots in „Bes-Jsrael" verwerthet und zu tief ernsten Gedanken ausgesponnen lvürden, wenn es der Raum gestattete. Eine sehr anerkennenSwerthe Zugabe iit der Anhang mit seinen n'.v'.a über Fragen, die für die heutige Zeit von großem Interesse sind, wie z. B. ob bei einem Kinde, daS aus einer Civilehe hervorgegangen, wo die Mutter eine ns: und der Vater ein Bar-Jisroel ist, die Beschneidung (auch wenn dieselbe von beiden Eltern gewünscht wird) eine zulästige ist, da in diesem Falle der talmudische Grundsatz gilt Exn “>nx -p*n -irn, Oder die rrret. über die aktuelle Frage der Leichenverbrennung hinsichtlich der rr~'£, oder der Bestattung der Leichenasche, wie auch bezüglich der Hinterbliebenen Söhne, ob dieselben verpflichtet sind, Kaddisch zu sagen nach der im Crematorium verbrannten Leiche ihres Vaters. Wir müssen indeß bekennen, daß wir, und mit uns eine 'Reihe von Gesinnungsgenosten, mit einigen der hier in Vieser Frage wiedergebenen Aussührungen uns durchaus nicht einverstanden erklären können. Die Verbrennungssrage kann für das orthodoxe Publikum heule noch nicht als gelöst: angesehen werden. Diese kleine Ausstellung beeinträchtigt aber den Werth des Buches nicht im Blindesten. „Bes-Jisroel" hat die Tendenz zu belehren und das Gemüth des Lesers zur rxr zu erwecken. Und diese verdienstvolle Aufgabe ist dem verehrten Verfasser vollkommen gekringen. Außerdem bietet das Buch eine wahrhaft angenehme und geistvolle Lektüre und wir können es auf's wärmste empfehlen. S o v o r t e n , Rosch-Chodesch Marcheschwan. Rabbiner H. G a l a n d a u e r. -EVE-- E’“~En. Diesen Namen trägt ein von Rabbiner E. H. L i e b s ch ü tz in P l o t z k verfaßtes Werk. Drua von Bl. Zeder bäum, Pi e tz k o w . Russisch-Polen. Dasselbe enthält homiletische Vorträge (betitelt E'sr““” p^r) und halachische Abhandlungen ^betitelt *:?■ p^> ), die beide an die Wochenadschnitte der Thora sich anschließen. Die homiletischen Vorträge gehören nach Inhalt und Form zu den besten ihrer Art. Jeder Vortrag vringl mehrere interessante, mehr oder minder schwierige Haggada- und verschiedene Bibelstellen, und erklärt, oder richtiger deutet, diese in einer Weise, die im liier geistreich ist und fast immer treffend. Das ist ein Vorzug, der in Anbetracht, daß die Deutung von Midrasch- und Schristsietten den Kern und das Gerippe der altjüdischen Familie bildet, bei Beurtheilung der Güle eines homiletischen Vortrages, einer Deraschah, schwer in's Gewicht fällt. Was aber das Werk seinem Inhalte nach besonders auszeichnel, ist die praktische Bedeutung, die den ennuutelren Gedanken zukommt. Der Verfaster geht voll dem richtigen Gesichtspunkte aus, daß die Derascha, die homiletische Betrachtung, eine ethische Tendenz zu verfolgen habe, daß ihr Zweck nicht in die Verbreitung theoretischer Ertenntniß, sondern in Belehrung über den praktisch zu wählenden Lebenswandel zu setzen ist. Er legt darum das Thema gewöhnlich so an, daß es aktuelle Fragen berührt und praktische Lehren für das Leben gibt. Und diese Lehren gehören, wohl gemerkt, nicht zu den gewöhnlichen, landläufigen Wahrheiten, die keinem Gebildeten neu sind; sie bieten vielmehr, in ihrem iveitaus größeren Theile, etwas, was nicht auf der Oberfläche liegt und auf den ersten Blick zu bemer-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.