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Der Israelit · 1901-11-04 · Heft 87 (4.11.1901) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 87 (4.11.1901)
Date
1901-11-04
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1912 setzung des Gebetbuches von Eisenstädter zur Ansicht auf den Tisch des Hauses nieder. Endlich wird noch die Jahresrechnung vorgelegt, und zur Prüfung derselben werden die Kollegen Apt und Gottschalk als Revisoren ernannt. Hieraus erhält Kollege H e r z b e r g das Wort zu seinem Vortrage über das Verbandsthema: „Die Thätigkeit des Lehrers für kulturelle Bestrebungen innerhalb der Judenheit, insbesondere für Erweckung des Interesses für Handwerk und Bodenkultur." Einleitend bemerkt der Vortragende, daß man im judenseindlichen Lager unseren jüdischen Glaubensgenosten mit Unrecht Sinn für kulturelle Bestrebungen abspreche. Die gegenwärtig hervortretenden Maßnahmen für die besser in's Auge zu fassende Pflege des Handwerks und der Bodenkultur, wie auch die prozentual größere Zuführung der jüdischen Jugend zu beiden Gewerben seien am betten geeignet, den Verdächtigungen unserer Feinde den Boden zu entziehen und die Lösung der sozialen Frage um ein gut Theil zu fördern. Referent verlangt u. A. bessere Unterstützung oer jüdischen Handwerker und Bauern seitens ibrer Glarrbensgenoffen und Wertung des Solidaritätsbewußtseins bei den Kindern u>ie bei den Erwachsenen. Ter jüdische Lehrer als Erz-ieber der Jugend fei nach seiner Ansicht der natürliche Förderer solcher Bestrebungen, da er es in der Hand habe, auf den Willenstrieb des Kindes bestimmend einzuwirken und diesem den Werth der Arbeit und die religiöse Verpslichlnng dazu klar vor Augen zn fübren. Um in dieser Hinsicht ersvrieslich wirken zn können, sei es vor allen Dingen notbwendrg, daß der zukünftige Lebrer aut den Prävarandien 'and Seoiinarien die gehörige Vorbilonng genieße. Zur Förderung der Kultur empfiehlt >-‘?eFerent dem Lehrer, ißlkern-. Disknssions- und llrrterhaltnnas-Abende zti oeranstalten, tür Errichtung und Pflege von Litkeratur-Vereinen, von Volksbiblivtheken und Lesezimnrern Sorge zu tragen, und sich noch besonders einen Einfluß auf Eltern und Schüler in Bezug aus die Berufswahl zu sichern. An der nun folgenden lebhaften Debatte betheitigten sich außer dem Herrn Landrabbiner noch die Kollegen Strauß, Levv, Meyer-Wilhelmshaven, Klein und Kamm. Auf Antrag wird der vorgerückten Abendstunde wegen beschlossen, die vom Referenten ausgestellten Leitsähe einer Kommission zur Berathung zu überweisen, ivelche dieselben zur Annahme empfehlen, bezw. eine Resolution fassen soll. Die zu diesem Zwecke ernannte Kommission besteht ans den Kollegen Löwenstein, Strauß und dem Herrn Referenten. Bei der nun zur Tagesordnung stehenden Wahl eines Delegierten zum Verbandstage in Hamburg theilt der Vorsitzende aus dem Schreiben des Verbands-Vorstandes vom 16. Jan. d. I. mit, daß wegen ungenügender Mittel in der Verbandskasse die Einzelvereine die Kosten für ihre Delegierten selbst werden bestreiten müssen. Auf die Anfrage des Vorsitzendem, ob dieserhalb unser Verein unvertreten bleiben wolle, erbietet sich Kollege Apt-Emden, falls er als Delegierter gewählt werde, auf seine Kosten den Verein vertreten zn wollen. Unter diesen Bedingungen fällt die Wahl auf ihn. Ein gleiches Anerbieten, wie das des Kollegen Apt, macht Kollege Klein im Verhinderungsfälle des gewählten Delegierten, was von der Versammlung ebenfalls angenommen wird. Im Anschluß daran gab Herr Dr. L ö b dem Delegierten drei Wünsche zur Berücksichtigung mit Inzwischen ist auch der Rechenschaftsbericht von den Revisoren geprüft und für richtig befunden worden. Dem Vorsitzenden als Rechnungsführer wird Entlastung ertheilt. Der bisherige Vorstand wird darauf einstimmig wiedergewählt. Bei den nun folgenden freien Besprechungen bringt der Vorsitzende die Ferienordnung zur Sprache. Er wünscht insbesondere die Gleichlegung der Herbstserien mit denen der höheren Lehranstalten in Riicksicht ans die jüdischen Religionsschüler. Herr Dr. Lob verspricht, den Bedürfnissen möglichst Rechnung tragen zu wollen. Als Arbeit füc das nächste Jahr übernehmen die Kollegen Kamm uni? Strauß die Ausarbeitung eines Lehrplans für eintlassige jüdische Schulen nach Ziel und Stoffvertheilung. Ferner erbietet sich Kollege Löwentteiu zur Uebernahme des Verbandsthemas. Sollte dasselbe aber aus das Gebiet des Volksschullinterrichts sich beziehen, so will er Sorge tragen, daß Kollege Bernbeim-Varel oder Kollege Weinberg-Delinenborst es bearbeiten. Nachdem nun noch festgesetzt wird, daß die demnächstige Konferenz am 2. September; hier zu Emden im Anschluß an die am 1. September! vorangehende amtliche Lehrerversammlung staitsinden i soll, und die Zeitschriften bezeichnet werden, in welchen I Be Sitzungsberichte veröffentlicht werden sollen, schließt j der Vorsitzende gegen 9 Uhr die Versammlung. ' Die zweite Versammlung am andern Morgen um j d Ubr war für die Lehrer des Regierungs-Bezirks Aurich zugleich ihre jährliche amtliche Konferenz, über ivelche ein gesondertes Protokoll geführt wurde. Gegenstände der Verhandlung in derselben bildeten die Referate: 1. Aus welche Weise läßt sich beim bibl. Geschichtsunterricht in der ein- und zweiklassigen Schule die Mittel- und Oberstufe vereinigen, und wie ist demzufolge der Lehrplan zu entwerfen? (Res. Hauptlehrer Selig- Emden.) Die Versammlung bekennt sich am Schlüsse der Erörterungen in der Hauptsache zu den vorgetragenen methodischen Ausführungen, kann aber ihr Einverständniß zn dem vorgelegten Lehrplan nicht erklären, daher wird eine Kommission zur Aufstellung eines neuen Lehrplans für die neue Konferenz erwählt. 2. Sollen in der einklaffigen Schule Mittel- und Oberstufe im Leseunterricht vereinigt werden? (Res. Gottschalk, Korref. Wolfs.)

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