Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 87 (4.11.1901)
- Date
- 1901-11-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1906 oder Narren" seien. Da vor Beginn der Verhandlung der jüdische Schöffe als befangen abgelehnt wurde, wird das Landgericht sich erst hierüber zu äußern haben. — Eine überaus ehrenvolle Anerkennung ist soeben dem „Krankenheim der Chewrah-Kad i s ch a" der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adaß Jisroel) zu Theil geworden: Aus der Nachlaßmaste des in Nizza verstorbenen Herrn Plaut ist der Anstalt in Anerkennung ihres humanitären Charakters und Wirkens ein Legat von 10,000 Mk. überwiesen worden. Bedenkt man die Unzahl der Bewerber, welche für die Vertheilung der für Wohlthätigkeitszwecke hinterlastenen Maste in Betracht zu ziehen war, so wird man mit Recht in dieser Spende an die genannte Anstalt einen Beweis erblicken dürfen, daß ihr Wirken weit über den Kreis der Gemeinde hinaus sich Achtung zu erringen verstanden hat. Hamburg, 30. Okt. Der schon längst gehegte Plan, in unserer Stadt eine große Synagoge vor dem Dammthor (Pöseldorf) zu errichten, geht jetzt endlich der Verwirklichung entgegen. Durch die Statistik ist nachgewiesen, daß der größte Theil der Hamburger Israeliten jetzt vor dem Dammthor sein Domizil hat, während die jüdischen Familien, die ihren Wohnsitz in der inneren Stadt haben, nur einen geringen Prozentsatz bilden. Die Gemeindesynagogen sind jedoch in der inneren Stadt belegen, während vor dem Dammthor sich nur kleinere Gotteshäuser sich befinden. Das Projekt, eine große Gemeindesynagoge vor dem Dammthor zu bauen, scheiterte bisher immer an der Geldfrage. Jetzt endlich ist es dank der Initiative unseres Oberrabbiners gelungen, die reichen Gemeindemitglieder zu bestimmen, größere Summen für den Bau zu zeichnen. Das Resultat dieser.Zeichnungen war ein überraschend günstiges. Der größte Theil der zuerst nothwendigen Baugelder ist gezeichnet, die Gemeinde selbst wird eine größere Summe beisteuern, und in nicht allzulanger Zeit wird in der vornehmsten Gegend vor dem Dammthor (als Bauplatz ist, wie verlautet, ein Terrain in der Schlüterstraße in Aussicht genommen) ein der Ham burger Gemeinde würdiges Gotteshaus errichtet werden. Die Synagoge ist als Monumentalbau gedacht und soll an Schönheit die übrigen Gotteshäuser der Gemeinde überragen. Nach Fertigstellung des Baues wird die in der Elbstraße befindliche Gemeindesynagoge geschlossen werden, doch sind die Meinungen in der Gemeinde darüber sehr geiheilt, ob das sich dort befindliche werthvolle Terrain zu Bauplätzen verwendet werden soll. Afrika. Alexandrien. (Tempel - Einweihung.) ^Am Donnerstag, 12. September d. I., welcher dem jüdischen Neujahrsfeste voranging, fand ein religiöser Festakt für die hiesigen Israeliten statt. Die jüdische Gemeinde weihte an diesem Tage einen neuen Tempel, den Green-Tempel, ein, so benannt nach dem Namen des frommen und hochherzigen Glaubensgenossen, welcher das Gotteshaus auf seine Kosten erbauen ließ. Diese Synagoge ist ein Juwel der Architektur. Einfach, freundlich und sehr hell, steht das Gebäude inmitten eines schönen, frische Kühlung spendenden Gartens. In regelmäßigen Abständen erheben sich an den Wänden die Gesetztafeln, von welchen sich die Zehn Gebote in Goldbuchstaben abheben. Eine zahlreiche Menge von Andächtigen nahm an der Feierlichkeit theil. Die Mitglieder des Rathes waren vollzählig erschienen, und umgeben vom Personal des österreichischen Konsulates als Vertreter der österreichisch-ungarischen Regierung, welche das Protektorat der Israelit. Gemeinden in Egypten ausübt. Nach den vom Chor angestimmten Einweihungs- Hymnen feierte der Grand-Rabb. Hazzan in beredten Worten den Att der Wohlthätigkeit, welcher den Namen des Herrn Adolphe Green, neben vielen andern Wohlthätern der Gemeinde, den M e n a c e, den A g h i o n etc. verewigen wird. Der Green-Tempel entspricht dem religiösen Bedürfnisse des Stadttheils. wo er sich erhebt und wird durch seine Einkünfte unsere Wohlthätigkeits-Jnstitute wesentlich vermehren. Mit einer von Baron Jacques de Menasce, dem Präsiedenten der Gemeinde gehaltenen und von lauten Beifallsbezeugungen begleiteten Rede schloß diese denkwürdige Feier. Dran. Der General-Gouverneur von Algier stattete der hiesigen Stadt einen Besuch ab. Bei den Empfängen sagte er zu dem Rabbiner: „Alle Elemente der Bevölkerung von Algier können gleichmäßig auf eine vollkommen unparteiische Gerechtigkeit seitens meiner Regierung rechnen. Mit Bezug auf die von Ihnen erfüllte spezielle Mission sage ich, daß sie eine Mission des Friedens und der Eintracht ist. Ich bin fest überzeugt, daß Sie auch daran unter keinen Verhältnissen vergessen werden." Personalien. Oppenheim, 1. November, Heute Nacht starb der la ngiährige Vorsteher der israelilischen Gemeinde Herr Sigmund Heller nach schwerem beiden. Die hiesige Familie Heller stammen von Tosfoth Jomtob ab. -£• Vermischtes. Kowno. Vor einigen Wochen passierte folgender Fall: Hierselbst war der Mann einer armen jüdischen Familie gestorben. Die erwachsene Tochter sollte nach Amerika geben, um dort zu heirathen. Mutter und Tochter begaben sich vor der großen Reise der Letzteren auf den Friedhof, um von dem Grabe des Mannes, Vaters Abschied -u nehmen. Kaum hatte die Mutter das Grab betreten, als sie von einem Schlagflusse tödlich getroffen wurde. Briefkasten der Revaction. D. K.: „Nein."