Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 83 (21.10.1901)
- Date
- 1901-10-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1810 der er die Verdienste des Jubilars nach Gebühr würdigte, hervorhob, derselbe den Satz bethaiigt rtEsrt px cx ncsn ps nxi' px cx nx*? px und seinen Schülern somit als Muster eines, für die heilige Thora begeisterten, von Pflichteifer erfüllten Lehrers vorangeleuchtet. Zu dem Erössnungsalte, der sich naturgemäß dieses Mal ganz besonders feierlich gestaltete, hatten sich außer den Schülern die Lehrer mit ihren Damen, die Familie des Herrn Lehrer Neumann und die Mitglieder der Verwaltung eingefunden, in deren letzteren Namen Herr Rabbiner Dr. Cohn im Anschluß an seine Ansprache ein Ehrengeschenk mit einer die Verdienste des Jubilars hervorhebenden Adresse überreichte. Darauf sprach Herr Lehrer Ochsen mann, ein früherer Schüler der Anstalt, im Namen der ehemaligen Schüler Herrn Neumann seine Glückwünsche aus, worauf dieser selber, durch die ihm gewordenen Ehrungen, mie er betonte, tief gerührt, für dieselben dankte und hervorhob, daß, wenn es ihm gelungen sei, in den 25 Jahren manches Ersprießliche zu leisten, er das ge>oiß nur dem Umstande zu verdanken habe, daß ihm stets das Beispiel des unvergeßlichen Rabbiners Hirsch s. A., der ihn hierher berufen habe, voranleuchtete, das ihm auch in Zukunft stets Leitstern bleiben tverde. Möge es Herrn Neumann und der Schule vergönnt sein, daß der Jubilar noch lange in ungeschwächter Schaffensfreude an derselben zu deren weiterem Gedeihen wirken könne. O e st e r r e i ch. Teltsch, 1?. Okt. Am 7. d. M. brach iui israelit. Tempel ein Feuer aus, welches das ganze Gebäude mit den inneren Einrichtungen total einäscherte. Nur die Thorarollen wurden durch den Kommis I. Lauer gerettet. Die Entstehungsursache des Brandes konnte noch nicht ermittelt werden. Amerika. Newport. In der Verfassung des Staates Virginia befand sich ein Passus, welcher lautete: „Es ist die Pflicht eines jeden Christen, Liebe und Wohlthätigkeit zu üben Einer gegen den Anderen." Bei der Revision der Staatsgesehe, die kürzlich stattsand, »vurde beschlossen, das Wort „Christen" zu streichen, so daß der Paragraph nun lautet: „Es ist die Pflicht eines Jeden, Liebe und Wohlthätigkeit zu Einer gegen den Anderen." Hierdurch sollte bekundet werden, daß der Staat keinen Unterschied kennt zwischen Christen und Nichtchristen und daß die Wohthätigkeit eine allgemein menschliche Pflicht ist. Letzte Nachrichten. Posen, 20. Okt. Zu den Ausweisungen Hierselbst erbält die „Pos. Zeitung" vom hiesigen Rechtsanwalt Plarzek folgende Zuschrift: „Ihre geschätzte Zeitung bringt die Nachricht, daß die Mittheilung der „Germania," es fänden z. Z. zahlreiche Ausweisungen von Juden und Christen hier statt, ' eine „Ente" sei. Leider ist diese Ente zu wahr und die Köller'sche Dänenpolitik scheint auch bei uns Platz zu greisen, indein man harmlose Leute ausweist. Vor mir liegt eine Verfügung des Polizei-Präsidenten, worin zwei Knaben eines jüdischen Kaufmanns, von denen der ' eine die Quinta, der andere die Sekunda des Gymnasiums besucht, aufgesordert werden, bis zum 1. November Preußen zu verlassen. Ein jüdischer Reisender, der zehn Jahre in einen» hiesigen großen Geschäft thätig ist, »nuß fort; harmlose jüdische Handelsleute, die seit Jahren hier ansässig sind, haben den Ausweisungsbefehl erhalten. Selbst ein bei der Stadt beschäftigter Ingenieur mit ausgezeichneten Leistungen, dessen definitive Anstellung im städtischen Dienst in 'Aussicht genomrnen war, ist ausgewiesen worben. Ich erwähne absichtlich die jüdischen Fälle, weil man doch hier von einer Polonisirung nicht gut wird reden können. Traurig ist es und beschämend, daß ein Staat wie Preußen so allen Ansorderurkgen der modernen Kliltur entgegenhandelt. Soeben erscheint, während ich dies schreibe, ein hiesiger Kaufmann, Oesterreicher, der seit vielen Jahren hier lebt, ein Geschält erworben hat und es redlich führt, der den Ausweisungsbefehl erhalten hat. Derselbe theilt mir mit, daß auch andere österreichische Unterthanen Ausweisungsbefehle erhalten haben. Aus alle Bitten wird den arrnen Leuten der Bescheid, daß sich Herr von Bitter selbst die Entscheidung in allen Ausweisungssachen Vorbehalten bat und alles Bitten umsonst sei. — Dies nennt man „kulturelle Hebung des Ostens." Briefkasten der Redaktion. Herrn . . . k . . . in Christiania: Nachdem »vir beiden Parteien in Ihrer Geineinde die Spalten unseres Blattes zur freien Aussprache zur Verfügung gestellt haben, ist die Cache ffir und abgethan. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit errichtet 1880 (alte Leipziger). Von» 1. Januar bis 1. Oktober I9>)1 sind 5252 Anträge über Mark 40 245 000 VersichernngSsunnne (M. 2 750 800 mehr als in der gleichen Zeit deS Vorjahres) eingegangen und 4600 Versicherungen über M. 84 828 600 (M. 2 698 700 mehr als tu der gleichen Zeit deö Vorjahres) abgeschlossen worden Es hat sich damit der Versicherungöbestand auf 617 Millionen Mark gehoben, »vährend das Vermögen auf 207 Millionen Mark angewachsen ist. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitöanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse in Gestalt von Dividenden den Versicherten wieder zu, die aut diese Weise bis jetzt 72 Millionen Mark erhalten haben. Im laufenden Jahre beträgt die Dividende für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen beim Dividendenplan A, wie seit mehr als einem Jahrzehnt, 42o/0 der ordentlichen Jahresbeiträge bei abgekürzten Versicherungen außerdem noch l,5"/o der Summe der gezahlten Zusatzprämien; beim Dividendenplan B gelten steigende, nach der Dauer der Versicherung abgestutte Dividendensätze, die die Leipziger Gesellschaft in der von Anfang an in Aussicht gestellten Höhe fortgewährt, »vährend viele andere Gesellschaften sich gezwungen gesehen haben, ihre steigende Divide,»de herabzusetzen.