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Der Israelit · 1901-10-10 · Heft 80 (10.10.1901) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 80 (10.10.1901)
Date
1901-10-10
Page
– (sequence 19)
Language
German
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WWWWWMWWW MW mm 1745 Wie überall, Hai der brutale Antisemitismus seinen Hauptgrund in der Thatsache, daß der Jude nüchtern und fleißig ist und wegen seiner ausgezeichneten Lokalkenntnisse und seines Verständnisses für die Wünsche und Bedürfnisse der Eingeborenen dem Europäer, der nach Algerien kommt, als Kaufmann weit überlegen ist. Der Konkurrenzneid ist der Enquetekommission besonders klar zu Tage getreten, nicht zum wenigsten durch die Bekundungen vieler Arbeiter von Algier und Oran, die erklärten, daß sie nur dank dem jüdischen Kleinhandel billig und erträglich zu leben vermöchten. Wie aber von Anfang an fesigestellt wurde, iss der Anstoß zu dem algerischen Antisemitismus in politischen Erwägungen zu finden, für die der Ausdruck Sophismen auch ganz gut angebracht wäre. Durch das Dekret Cremieux hat eine Masse von 8000 Juden das Wahlrecht erhalten. Die meisten, heißt es in dem Berichte, sind aber nicht hinreichend vorbereitet für das politische Leben und eine gefügige Gefolgschaft einiger einflußreicher Personen geworden. Man könne nicht in Abrede stellen, daß das unerträgliche Mißbräuche nach sich gezogen habe; der Großrabbiner von Oran hat das selbst zugestanden und der Vorsitzende des Kosistoriums von Oran, von dem der Kommission hinterbracht worden war, er verfüge über 1200 Stimmen, verleugnet fernen Einfluß durchaus nicht. Aber selbst seine Widersacher gestehen zu, daß er sich durch sein politisches Wirken keineswegs bereichert hat, sondern daß er dadurch im Gegentheil verarmt sei. Aber dadurch, daß die Juden fast vollzählig aus Kommando ihre Stimmen abgaben, baben sie die Gegenparteien gegen sich aufgebracht; nachdem diese vergeblich versucht hatten, die jüdischen Stimmen zu gewinnen, traten sie mit der Forderung hervor, das Dekret Cremieux abzuschaffen und nahmen zu den gemeinsten, aber stets wirksamen Propagandamitteln ihre Zuflucht, wie Aufreizung des Konkurrenzneides der Handels treibenden. Verachtung für eine niedrige Kulturstufe, Rassenabneigung u. s. w. So ist die Frage vom politischen auf das soziale Gebiet gedrängt worden. Und man hat mit diesen Hetzereien eine solche Stimmung hervorzurufen verstanden, daß selbst viele von denen, die sich ehemals der Juden für ihre Politik bedient haben, sie jetzt im Stiche lassen und in das Lager der Mehrheit übergegangen sind. Trotzdem ist die Kommission zu dem Schlüsse gelangt. daß das Dekret Cremieux nicht abgeschafft werden kann. Die große Mehrheit der von ihr Vernommenen hat das gleichfalls erklärt, wenn auch fast alle darüber einig waren, daß das Dekret übereilt war und daß man seiner Zeit eine Unterscheidung zwischen den bereits europäisirten Juden und den noch an den eingeborenen Bräuchen und Anschauungen fefthaltenden hätte treffen müssen. Die Beseitigung des Dekrets ist unmöglich, weil die Juden willig die Pflichten übernommen haben, die mit ihrem Wahlrechte vorhanden sind, und beispielsweise Militärdienst leisten. Ueberdies wäre es gegen das eigene Interesse des Mutterlandes, diesen 8000 Wählern ihre Rechte zu entziehen, da diese stets aus Dankbarkeit für Frankreich, das sie emanzipirt hat. rgierungstreue und ordnungserhaltende Stimmen abgeben, was man gerade nicht von den 30,000 natural lisirten Spaniern und Italienern behaupten kann, di^- noch immer mit ihrer Heimath verbunden bleiben. Der Bericht schließt sehr optimistisch, daß der algerische Antisemitismus im Verfalle begriffen sei und daß man ruhig, ohne neue Gesetze, die Besserung und Festigung der Zustände in Folge der allmählichen Wandlung der Sitten abwarten könne. H n } e t s t n, Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. tn -epr» «nrf dir tttntUc Luverlässtgdrtt der «MtfrUfnun Maare». “ *, die Anprristmar», fUfmttf*» etc. fMojf «nur Control* nrater. eotttttma »tub 9 Ubr. ftr dt* sasn*tRafl»n»»UR*r«' »per f l«tTarlanat rrgrlmästig Montag und Donnerstag t« de« Abendstunde» pn» Merfaud». Declama«o»e» »ege» - »de «an bet der betreffenden PoflaastaU t» mache». Offerte» auf Thifferarruoncr» »erde» Milch, mtt Aueuahm, »,« Kamst», »etterd^drdnt. Dt» Diedartto» »»terntmmt »trmals etne »nt« Ne tn dieser ter chluft der I»seratena««ahme i- , Die Gqtetzer haben. Runter»erst». . tttwoch «tt»»g I» Ud*. r» t» WUnt Glutrotst», d» Die Stelle eines Lehrers, v BorbeterS u. Schochets in Öberlahnffein, verbunden mit St. Goarshausen als Filiale, ist zu besetzen. Gehalt 1100 M. Für sprachenkundigen Lehrer ist lohnender Nebenverdienst gebot.; außerdem ist der Anschluß einer zweiten Filialgemeinde sehr wahrscheinlich. Seminaristisch gebildete Bewerber wollen ihre Zeugnißabschriften einsenden an Vorsteher Elias Landsberg, Oberlahnstein. [7442 J. C. Eberhardt, Speyera.Bhein Königl. Bayer. & örossh. Bad. Hoflieferant. Gross-Handlung in Flossn. Seefischen. £ 3 -Sf (235 S'S s 2. is. als: Uyeinlachs-Akscherei. I Prompte billige und gute Bedienung »■ jirln irivi 8t|in t rtl« SuIichWtzu Feinste« gemfistetes frans. Geflftgel Poularden, Kapaunen, Truthühner, Enten nnd Tanken für meinenlSohn, Abiolven der Prager.Handelßakademie welcher bereits ein Jahr im Bureau einer großen Exportfirma in München Ihätig war einen paffenden Posten in einem größeren Haufe. Selber ist der deutschen » französischen Sprache in Wort u. Schrift mächtig u. perfecter Stenograph. Gefl. Zuschriften an! Jacob Koh«, GraSlitzein Böhmen-erbeten. »[7504

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