Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 80 (10.10.1901)
- Date
- 1901-10-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1738 stellen, da eine Weile verbleiben und schweigend wieder zu ihren Sitzen zurücklehren. Den lebhaftesten Eindruck empfängt man von jenem hochbetagten Greise mit dem langen Lockenhaar und Barte. Er hat kaum die Kraft, sich einige Minuten lang aufrecht zu halten und nun bewegt er sich schlotternd und unsicher hin und her und stammelt jene Gebete, die seine Vorfahren vor tausenden von Jahren gebetet haben. Was man auch von dem Londoner Whitechapel-Judsn sagen mag — an Ergebung und Festhalten an seinem Glauben fehlt es ihm nicht. Nicht ohne eine Art Verwunderung liest der fremde Besucher dieses Stadttheils die erste Zeile einer Bethaus-Anzeige, in der es heißt: „Eintrittskarten zu billigen Preisen." Auch der arme Jude zahlt, wie es scheint, gerne, um nur seine religiöse Pflicht zu erfüllen; aber wenn man bedenkt, daß jährlich über tausend arme jüdische Einwanderer nach London kommen, so erhält man erst einen Begriff von dem, was das Londoner jüdische Schutzamt (Board of Guardians) zur Unterbringung und Hilfeleistung dieser Armen zu schaffen hat. Einwanderer, für welche gar keine Aussicht zum Verbleib in England vorhanden ist, müssen zurückgeschickt werden. So wurden im verflossenen Jahre über 1400 Personen mit Geldbeträgen versehen, um nach verschiedenen Orten des Continents zu gelangen. Für jene jedoch, die die Eignung besitzen, im Lande zu bleiben, thut das jüdische Schutzamt alles Mögliche für deren Fortkommen. Das Ami gewährt zinsenfreies Darlehen, es zahlt Lehrlingsprämien, sendet Krankenwärterinnen aus und spielt im Allgemeinen die Rolle der Vorsehung. Es ist wahrlich nicht die geringste der mannigfachen Thätigkeiten des „Board," daß er dieEinwanderung nur auf solche beschränkt sein läßt, deren selbstständige Existenz durch ein persönliches Können in Aussicht gestellt ist, denn es bleibt wahr, daß Gott denen! hilft, die sich auch selber helfen können und die White j chapel-Judenheit hat wahrlich Grund genug, um im! neuen Jahre für ihr Gedeihen zu beten. _ Auslösung -cs mrn D'xiMhskls in Aulusitt 72. matr -n^nna ,nav — anan naita mwb- Richtige Lösungen sandten ein: Lehrer Hermann Wollheim—Bendorf, Joseph Adler—Halberstadt, S. M. Bachrach—Elmshorn Rabbinats-Candidat Samuel Grauer —Mikulince (Galijien). Joseph Fürst, Theolog -Vitteucz. M Schneider—Glogau._ Berichtigung. In dem Kalender (N^)> der dem „Israelit" beigelegen hat, finde ich da an die Bemerkung: o n s ü myn. heißt r*. dieselbe paßt aber hier nicht. Ich vermuthe, daß diese Bemerkung auS tinem Jahre stammt, an welchem der Tag am Freitag war. In diesem Falle allerdings A. G. Briefkasten der Stedaetion. Gebw.: Wenden Sie sich gell, au Herrn Alfred Geiger, Frankfurt a. 271., Leerbachstratze. An die Einsender der „Status-quo-WtÜftV4 in Ungarn. Wir werden unserem Versprechen gemäß, auf diesen Gegenstand demnächst zurückkommen._ Literarische Notiz Das allerseits mit so großer Spannung erwarteie Werk Die häuslichen Sabbatgefänge für Freitag Abend, Sabbat-Tag und Sabbat-Ausgang, erklärt und metrisch übersetzt von Dr. L. Hirschfeld, GroßherzoglichemProvinzialrabbiner zu Gießen, liegt nuninehr im Drucke vollständig vor und nebmen die bekannten Sortimentsbuch Handlungen Bestellungen entgegen._ Auszeichnung! Als Beweis für die Güte des von Herrn A. Halberstadt, Mainz hergestellten Fleischextrakt's, sei hierdurch mitgethetlr, daß diese Firma auf der Ausstellung in Würzburg mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Noch hinzuzufügen ist, daß das Fabrikat streng uto unter Aufsicht des Herrn Rabbiners Dr. Bondi '"7 hergestellt wird. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Ot» |U»Mtt»n maerntumu niemals eh» PrSftmo tu Demo auf dt« rituell« Zuverlässigkeit der «rgeprteseneu Maaren. Die Segel,er habe». »ran fte ln dieser »inftcht arstchert sei« «ollen, di« Anpreisungen. $cfmti}*n eie. selbst einer Sontroie m unterwerfe«. Achlnst »er Dnserateuanuatzme ist stet«: für die Nlontagsnnmmrr, «onnlag Früh 9 Uhr, für die Donnrrstagsnnmmer, Mittwoch Mittag IS Uhr. Wnstr DloU aeiangt regetmätzio Montag und Donnerstag in den Abendstunden ,u« Versandt, Ueclamatione« «ege« ,n späten Gintrrlfrn* de» llodo «an »et der »etrefidndr« DostaustaU ,u machen, Offerten auf Chifferanuoncen «erden täglich, mit Ausnahme von Samstag weiterbrsSrdert. <ftie Stelle eines CultuSbe- < amten in hiesiger jüdischer Gemeinde ist -um 1. Novbr. d. I. neu -u besetzen. — Gehalt mit Nebenverdiensten M.1VSV — Reflekt wollen stch unter Einsendung ihrer Zeugnisse baldigst melden, per Dorstand der jSd.«k»ejnde r Th. Müllerheim, Neubrandenburg (Mecklenb.) [75441 8. Baum, Bamberg. jüngerer Bärkergehülfe so- " fort gesucht. [7§74 8. Baum, Bamberg. Tür einen 18jährig. jungen 0 Mann, der ein Handwerk erlernte, sich aber zum Kaufmann eignet, wird Bolontärstelle gesucht. Gefl. Off. unter Nr. 7578 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. Luche für meinen, Sohn 17 V Jahre alt, der seine dreijährige Lehrzeit beendet hat, eine Commisstelle in einem Geschäft, wo Samstags und Feiertage geschlossen ist. Gell- Off. unter Chiffre A. P. 100 postl. Bad Kifsingen. s7580 Für meinen Sohn (einjähr. Zeugniß), suche zu Ostern eineLehrlingsftelle in einem größeren Fabrik-, Exvortod. Engros-Geschäft. Off. unter H. 7565 an die Geschäftsstelle diese« Blattes._. fCin tüchtiger Metzger, Isis raelit. auch im Wurstmachen bewandert, sucht sofort Stelle. Sali Salm, Wiesbaden, Neugaffe 15. [7539 sver balv oder sofort suche 1? ich für mein Manuf.- u. ConfectionS - Geschäft, Sabbal und Festtage streng geschloffen, einen JCehriing. Julius W. Gans, _Göttingen. [7558 Tür mein rot? geschloss. O Colonialw.-Engr -Geschäft in 8ehrttng gesucht. Gute, vielseit. Ausvild. auch z. Reise. Benj. Lehmann, Cöln-Ehrenfeld. [7550 00020131400031