Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 101-102 (24.12.1901)
- Date
- 1901-12-24
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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2259 älteren Zeit finde man feine Büchertitel, auch keine Autornamen. So erscheinen die hagadischen Sammlungen mit der Benennung nach den ersten Anfangs- Worten. wie n-i nte’.n --i oder 8C*n:n me nach der <5inleitungsformel X2m77i "i r.r& 72 oder des Midrasch imii Psalmbuch, der me vre* benannt wird nach seinen Anfangsworten pan rpr z:a u. s. f. Auch der -mr führt feine Bezeichnung naäi dem einleitenden Schriftverse rpi“ imo n-nr 2-i-2L'2i'. In der der geonäischen Zeit hatte man für halachische Schriften allgemein den Titel die man nur noch nach der Form oder dem Umfang bezeichnete: daher erscheinen jnbiTCi rr.ycp r'vxp rraxp mrncs JT2bn. Später suchte man sehr oft des Autors Namen in seiner Gesammtzahl (xto:2';> mit der des Titels in Einklang;n bringen, oft auch hierbei des Vaters Namen oder die Namen der Frau und der Kinder in Berechnung zu bringen. Der Erste, der das Beispiel hierzu gab, dürfte der Verfasser des Nokeach Eleasar ben Iehuda sein. Derselbe nannte sein bekanntes Ritualwerk, das auch viel Ethisches und Mystisches enthält np~, weil in diesem Apotheker laden diele Heilmittel und Spezereien für die Krankheiten der Seele geboten werden. Aber auch desthalb, weil rp*i dem Zahlenwerth seines Namens ~rypx, beides also 308, entspreche. Durch diese Sitte haben sich freilich später auch graste Geister irresühren lassen. Rappoport hatte in seiner BiographieKalios die Entdeckung mitgetheilt, daß Kalio an vielen Stellen, an denen er feinen Namen nicht akrostichisch gezeichnet, seinen Hunnen durch den Zahlenwerth anaedeiitet habe. So enthalten nach dem Anfänge der rrxbz xb-rnz --.-22 :-2b2 M2*c:xben Zahleniverth von -dp *n>Px; in den itrx bz rinn 121 :rr:; try: bzz ergeben diese Wörter i'ip -i>ix 1L2 --p2 u. s. s. Ihm folgten Luzatto und Zunz. Allein ein Unbekannter aus Brodv hat diese ganze Theorie und ihre Anwendung recht glücklich verspottet, indem er zeigte, dast dieselbe Stelle, aus der sich -:x l'bp zpv "wix ergibt, auch ganz genau ergeben kann 2-5X2- /rim 2-1 mim mbsmjx oder p.-2' —2pxsX22-i '7X ,--i-22. Intressant ist folgende Zahlenkombination: Die Namen der vier Tbeile des Tur resp. des Sckulchanüsruch betragen in der Ouerzahl 1705 1'2-n nnx 283, nn mi- 300, p* 335 22L'2 jer 787), die gleicblornmt der Gesammtzahl der 222-2 in den vier Theilen (ir# 697, m* 403 jrrsx 178, 2 n 427, in Summa 1705), Es ist das dadurch erreicht worden, dast in der nrsvrünglichen Eintheilung in späterer Zeit einige Ab änderungen vorgenommen worden sind. Am liebsten wählte man die Titel ans Antlöngen an biblische Redewendungen, mit gesuchter Anlehnung an den Inhalt des Buches oder an den Namen des Verfassers. R. Jesaja Berlin war sehr erfinderisch in den Titeln seiner Werke. Seine Noten zum -i:r nannte er “uni .thc* pp _ das y\nr in imr verwandelnd-, fein nn2K>n 121s mit x statt mit v verzeichnet die c-m die im “TO vergessen sind, mit X221.2 -5-2 sein Werk über das Targum, mit ciitr nAx feinen Kom I mentar über die mnbstr für die ein späterer Berlin den Kommentar nbslpwn verfaßte, anlehnend an das Wort in Jesajah 7,2. Das große Real-Wörterbuch pnL' "!NO von Isaak Lampronti war von dem Wunsche begleitet -tu2 mm pmimo hat aber später jenem Talmudgelehrten aus alter Schule, der von einem modernen Talmudjünger wider Erwarten eine ausgezeichnete Beantwortung gestellter mixt? erhalten hatte, das Bonmot in den Al und gelegt -2 "piv'2 n-rt pnsinv &,b -:nn8tr cp-n nrx. Die hebräischen Titel für die übersetzten Werke aus der klassischen Litteratur sind oft geistreich gewählt. Für Göthcs Jaust rni2x p für Shakespeares Othello -2-121 bx-nix für Mvsteres de Paris rnxs '17122 für Romeo und Julia in 21 Nicht immer läßt sich aus dem Titel der Inhalt des Buches erkennen; oft erweist sich sogar der Inhalt als etwas ganz anderes. Beispiele: 2 - 72281 des -txibx w'rt hat nichts mit Feiertagsgesehen zu thun, sondern führt den Titel nach dem Namen des Verfassers R. Jontof Algesi; emo» nsa behandelt die Borschriften über pbem n-rs nrra was im Worte -2-2 angedeutet ist; das pm ile des Mose Corduero enthält kabbalistische Predigten, die der Verfasser auf seinen Wanderungen an verschiedenen Orten gehalten hat. Ein besonderes Interesse gewähren die Titel der Schriften, die aus geführter Polemik stammen. Salomo ben Aderet benannte sein Ritualwerk rpni mir, gegen das Ahron Halevy seine Einwürfe richtete unter dem Titel .1-21 pirdie im 1-21 mowe ohne Zweifel von Sal. b. Aderet selbst widerlegt wurden. S. D. Luzatto, unter dem Namen Niebekannt, erhält für sein Buch 182,11 71222 by rrri eine Gegenschrift von Elia Benamozegh unter dem Titel ~nr8 crc. Derselbe Elia Benamozegh benannte seine Schrift über Feuerbestattung 2>X2 i:>" mit Rücksicht auf seinen Namen Elia ein vorzügliches Wortspiel. Verschiedene Frauennamen schmücken die Titel: ipni Tipri nannte Rifka Tii tmer eine Sckirist, in der sie ihre Genossinnen in jüdischdeutscher Sprache Moral und Zucht lehrte. Nebenbei sei bemerkt, dast, der Name mr als Parole in zwei entgegengesetzten Lagern ausgegeben wurde i2Kn ipk 82 nb:pz yatp rrTE» --ix haben die Reformer auf Stern llkebenstein, Koldstein bezogen, R. Salomon Spitzer dagegen in einem Gutachten auf Samson Raphael Hirsch. Wir können hier nicht alle geistvollen und interessanten Mittbeilungen des Vortragenden verzeichnen und bringen nur den Schluß feiner Rede: Noch ein Titel ist zu nennen und zu erklären, der aber kein todter Buchtitel ist, vielmehr voller Geist und Leben — ich meine 2-121 piii jenen echt jüdischen Eorpsgeist, der Sie alle miteinander verbinden soll. Alle für Einen und Einer für Alle, tvv es gilt, den Kampf aufzunehmen für Thora und Jirah, wo es gilt auf der Hut zu sein, dast Keiner sich verliere. Keiner in die Irre gehe, vielmehr Alle sich zusa-.umenschließen für ein pfc ito gegen m; P’- allesammt echte Mattabäersöhne mii der Divise -8x mb *2 „Wer Gott angehören will, schlieste sich mir an, fest und unverbrüchlich unter dem Titel 2'i2i pi2-i!" Rauschender Beifall lohnte den Redner und noch lange blieb -man in der Feier des ChanntcisesteS beisammen.