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Der Israelit · 1901-12-24 · Heft 101-102 (24.12.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 101-102 (24.12.1901)
Date
1901-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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42. Jahrgang. J2101&102 Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orlHodoLe Suöenihum. Begründet von in Hains. Dienstag, Ven 2 4. Dezember 5662 (1901). £NH~ Unsere nächste Nummer erscheint Montag, den 30. Dezember. Da mit dem 1. Januar 1902 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1902 eingetragen unter Nr. 3792. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. .Hi« Wort irr jiifdt WMast." Offenes Sendschreiben an die .Allgemeine Teilung des Iudenlhums.' Voll Nabblner Dr. Kohrr—Jnowrazlaw. So oft das Judenthum in seinen Grundvesten erschüttert, tödtlich getroffen und mit der Wurzel vom Boden des Daseins ausgerottet werden sollte, legte man die Axt an den Talmud, an diesen blühenden Baum jüdischen Lebens, steckte man in Brand die Schule des Talmud, diese uralte, ehrwürdige Pflanzstätte jüdischer Gottesfurcht und Gotteserkenntniß, verdächtigte, begeiferte, besudelte man den Inhalt des Talmud, diese majestätisch dahinflietzende, unversiegbare, göttliche Quelle jüdischer Wahrheit und Weisheit. Hadrian hat das „Lernen" des Talmud, die Beschäftigung mit der „Halachischen Litteratur", die Ordination resp. die Ausbildung jüdischer Jünglinge zu Gesetzeslehrern bei Todesstrafe verboten, und R. Akiba, R. Chananja b. Tradjon und R. Juda b. Baba, die vom „lernen" nicht lasten wollten, diese „unverbesserlichen Schwärmer," büßten ihre Schwärmerei mit dem Martyrium. Später waren es die neupersischen Könige Jesdigerd HI. und nach ihm der König Phiruz, die das „lernen" des Talmud verboten, die Lehrhäuser zerstört, den Exilarchen Mar Huna und andere „unverbesserliche Schwärmer" hinrichten ließen u. s. w. Ludwig XI., vor dem der Apostat Nikolaus Sonin den Talmud denunziert, daß er Schmähungen gegen das Christenthum enthalte, ließ, trotz der glänzenden Vertheidigung des R. Jechiel aus Paris, den Talmud zum Scheiterhaufen verdammen und auf Besehl des Papstes Jnnocenz IV. alle in Frankreich vorhandenen Talinudexemplare und talmudische Schriften öffentlich verbrennen. (1244)!! Der Papst Paul IV. ließ (1553) die Häuser der Juden in Rom, Ancona, Venedig, Bologna, Cremona durchsuchen und die Vorgefundenen 12,000 Talmudexemplare und talmudische Schriften verbrennen. Die Verfolgungen gegen den Talmud wurden in alter Zeit von Elischa b. Abuja und Konsorten, den Helden der „Schaath Hasckemad veranlaßt, später waren's u. sind es bis auf den heutigen Tag getaufte Juden, denen die Lehre Gottes, ja, das ganze Judenthum ein Dorn im Auge gewesen!!! Wie kommt aber die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" dazu, mit einem Male in solche verächtlichem, geringschätzigen, herabwürdigenden Tone vom Talmud, vom „Lernen" des Talmud, von den „unglücklichen" Primanern zu sprechen, die der „b a n k e r o t t e n , abstoßenden Methode" keine Achtung bezeigen können! Wie kommt die „Allg. Zeitung des Judenthums" zu der traurigen Rolle, den Talmud, diesen Titanen, diesen „Atlas," der das Judenthum auf seinen Schultern trägt, eine „untergeordnete Rolle" spielen zu lassen „gegenüber der Bibelexegese, Philosophie und vor allem der Geschichte!!!" Die „Allg. Ztg. des Judenth." erwartet ein Buch, ein großes Werk gegen Harnak und andere christliche Gelehrte. Kein jüdischer Gelehrter ist aber im Stande, ein solches Buch zu schreiben, weil sie alle zu viel Talmud, und zwar nach der „längst bankerotten Methode",

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