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Der Israelit · 1901-10-08 · Heft 78-79 (8.10.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 78-79 (8.10.1901)
Date
1901-10-08
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IfM Huden — eintrat. Hohe, luftige Räume umgaben mich. Die beiden Stockwerke des Gebäudes durchzieht der Länge nach je ein breiter, langer Korridor, durch Flügelthüren in verschiedene Theile geschieden, so daß sich oben wie unten ein rechter und linker Flügel ergibt. Rechts unten befindet sich die Apotheke mit dem Laboratorium; links erstrecken sich Wohn- und Küchenräume. Zwischen beiden Flügeln, gegenüber dem Eingang, liegt die Synagoge. Das zweite Stockwerk hat dieselbe Eintheilung; doch tritt hier an Stelle der Synagoge das Kinderzimmer als vermittelndes Bindeglied zwischen dem Frauen- und Männerslügel. Ueber dem Eingang breitet sich der schöne, geräumige Operationssaal aus. Allerdings ist überall noch die fleißige Hand des Arbeiters thätig. Hier werden Betten eingefüllt, dort an den noch unvollendeten Gartenanlagen gearbeitet. Unten in den weitausgestreckten Kellerräumen gesägt und oben in den Speicherräumen gefeilt. Ich stieg die Dachterrasse hinauf. Vor mir ruhte im Abendschein das heilige Land; Friede lag über der weiten Ebene und den fernen Bergen, welche die scheidende Sonne in einen rosigen, durchsichtigen Schleier hüllte. Auf der Landstraße hie und da ein Jude, der nach der Tagesarbeit seinem Heim zueilte. Manche Schritte lenkten sich auch jenen armseligen Jemenhütten zu, die der erfinderische Menschengeist aus Holzkisten hergestellt hat. Was Wunder, daß der freie Geist ihrer Bewohner erdrückt werden muß unter einem Dache, das kaum über ihr Haupt hinausreicht. Und während noch mein Auge mit Wehmuth auf diesem Stück Erdenelend ruhte, entrollte sich vor meinem inneren Blick ein ganz anderes Bild. Das jetzt still daliegende, von den Arbeitern verlassene Gebäude, von den letzten Strahlen der sinkenden Sonne umspielt, schien lebendig zu werden unter dem glühenden Friedenskusse derselben. Und ich say sie kommen, die müden Kranken Israels, sah, wie stk, ^ie Thore der Gerechtigkeit (Name des Spitals) öffneten, und die Liebe mit offenen Armen sie aufnahm. Ich hörte den Schritt der Pfleger geschäftig Me langen Korridore durcheilen, sah sie mit lindernde^ ölrznei in den großen Krankenzimmern verschwinden, tüchtige Männer und gute Frauen ihr Leben dem Dienste der leidenden Menschheit widmen. Auch manches Kinderauge sah ich fröhlicher aufblitzen, wenn die freundliche Schwester sich über es beugte, ihm die heiße Stirne kühlte und es leise beruhigte. Und neben den Erwachsenen sah ich d i e s e Kleinen, unsere Kinder, die Stützen der kommenden Zukunft, gesund und gestärkt die Heilstätte verlassen. Sah sie groß werden und den ermüdenden Daseinskampf kämpfen, und wo der ' Muth ihnen zu sinken drohte, da holten sie sich wieder frische Kraft aus der Erinnerung an jene Friedensstätte, die so tapfere Menschen birgt, welche aus reiner, uneigennütziger Liebe unverdrossen am Menschheitsbau, arbeiten helfen! Die Nacht war mittlerweile hereingebrochen. Der sanfte Wind weckte mich aus meinen Träumen. Ja, es war nur ein Traum gewesen, aber es w i r d in Erfüllung gehen, wenn auch immerhin manches fehlt. Noch stehen die Räume zum größten Theil leer, und wo es Platz für achtzig Betten gibt, ist nur die Hälfte davon vorhanden. Aber jene, die das Werk der thätigen Menschenliebe begonnen, werden es nicht unvollendet lassen! Und beim Silberglanze des heraufsteigenden Mondes war es mir, als würde sich schon fern hinter dem Oelberg der erste Streifen einer neuen Morgenröthe zeigen, einer neuen und glücklichen! Sprechsaal. Chorostkow, Ende Sept. In Nummer 69 Ihres geschätzten Blattes brachte Herr Rabbiner Löwy-Sarbogard eine von ihm in Betreff des Duchenen getroffene Entscheidung zur Kenntniß, aus der hervorgeht, daß ein na, der den heiligen Sabbat durch Offenlassen seines Gewölbes entweiht, zwar nicht „duchenen" darf, aber, wenn er von selbst „duchent, braucht man es ihm nicht zu verwehren. Getreu dein Gundsatze pauna pw x*n ne« mn » anx vergleiche m bbz trxm 'irn nehme ich Veranlassung, zu bemerken, daß mir der Grund jener Entscheidung in Bezug der Ausführung, daß man ihm nicht verwehren etc., nicht einleuchten will. Ich bin der Ansicht, daß man das Duchenen einem solchen pa möglichst verwehren muß. Es würde zu weit führen, wollte ich das Thema an dieser Stelle im Wege der halachischen Forschung behandeln, hier soll nur hervorgehoben werden, daß das Offenhalten eines Geschäftes am Sabbat ein rar ist, wie es ''o a*n ran dt; min nax 'a pan rrep "v einni ryp ausführlich behandlen. Wer nun einmal den Sabbat durch ein xnmixn may entweiht, ist gleichsam ein aiay1? “iaia den man vom „duchenen" unstreitig verdrängen muß. bbrtb urtn um ajn: aira ’a "o trn!?iarxn byw xru "yi 'Witt bzx — ttry pa-ne pn xn nmm bab laiea un natr nanar nexai nno ryb *ieiaa um ixiaa a ">a njarx an rraa duoi arm i: m a*y rro rnaa* '"ern rmS ixiaa ♦ktu byz avra obyj nn tgr«y naxir m xt v"'p Rabbiner Bensch Winter. Berichtigung. Das in der jüngsten Nummer wicdergegcbene Portrat war dasjenige des Rabbiners Dr. B. H. Auerbach, des Vaters des jetzt verstorbenen Rabb. Dr. Selig Auerbach und wolle man das Versehen freundlichst entschuldigen.

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