Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 76-77 (26.9.1901)
- Date
- 1901-09-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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42. Jahrgang. M y« & 77. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das ottfyoboxe Zudenthum. Begründet von Dr. lefrtuanu in lllaiiu Donnerstag, ven 20. <§ c p t c tu b c v 5062 (1901). Da mit bcm 1. October 19*>1 ein neues Quartal beginnt, so erlauben tvir uns, die ge- __ ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bcr der Post daa Monnr ment frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3702. Neu eintretende Abonnenten (Posiabo,inenten gegen Vorlage der Poftquitlung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Am Laufe -es kornrrreit-err Quartals beginnen wir mit einem sensationell e» Roman ans -ew sozialen und religiösen Leven der jüdischen Gegenwart, worauf wir schon jetzt aufmerksam zu machen uns gestatten. Redactton des „Israelit." Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppclnnm»uer, erscheint des hl. Srrkkoihsestes wegen Dienstag, 8. Oktober. Unsere heutige Nnmmer nmfatzt sechs Bogen, zwei Spenden-Verzeichnisse und eine Sukkoth-Beilage. Leitender Artikel. 3n Gott — die Krone unserer Freude. 'Stirmlifiiiifl ,jhb upiltillnftfit. Von Rabbiner Dr. Daniel Aittk—Wien. Das bedeutungsvolle Werk, welches wir in diesem heiligen Monate Tischri vollbringen, besingt der König David in einem Verse des 3?>. Psalms. Er lautet: zvz '2 ■oaS r.air1 *2 uny -b -ran vsr-a; ”-t:a tB*np. „Unsere Seele hoffte auf Gott, unsere Hilfe t!nd unser Beistand war Er, denn mit Ihm freut fickt unser Herz, da >vir auf Seinen heiligen Namen vertraut haben. Der erste Satz: ’~ib nrarr „Unsere Seele hofite auf Gott," bezeichnet so recht die Stiminung, mit welcher ivir in das Neujahrsfest eingetreten sind. An der Schwelle eines Jahres stehend, wer vernichte alles überdenken und ausforschen, was im Verlause eines solchen Zeitraumes Vorkommen und über uns ergehen könnte? Der Mensch müßte Verzagen, wenn er all dem gegenüber auf sich allein angelviesen wäre! Hier kaut uns glücklicherweise der König David zur ySitfe. Er lenkt unsere Gedanken von allen bangen Sorgen hinweg und zu Gott hinaus, sprechend: ':vz: '"6 nran „Lastet uns auf Gott hoffen, er wird Alles zum besten lenken." Es folgten dann die zehn Tage der Buße und forderten zur Rechenschaft über unser Thun und Handeln uns auf. Wer da diese Aufgabe mit Ernst betrieben, tonnte behaupten, daß er sie glücklich gelöst und alle Ursache habe, mit sich zufrieden zu sein? Woher nun den Muth nehmen, bei solchem Zustande vor Gottes Antlitz zu treten ttnd von ihm Vergebung zu erbitten? --- Der König David begegnet uns auch hier wieder mit tröstlichem Zuspruche und sagt: Sei getrost! Hast du mit Ernst deine Sünden bereut, mit Aufrichtigkeit Besserung gelobt, fürchtest jedoch: wer weiß, ob ich alles so ganz nach Vorsatz werde durchführen können, — s*n die Hülfe dazu kommt von oben, (hist es, der unser Helfer zum Guten und unser Beschützer gegen das Böse sein wird. Haben tvir erst den großen Jaum Kippur hinter uns, so pflegt man erleichtert auszuctthmen. Jeder denkt alsdann tvohl: Nun haben wir das Schwerste glücklich überstanden und können fröhliche Feiertage halten! Ja, man könnte noch weiter gehen und sich hierbei ebenfalls ans den König David berufen, der weiter in der angezogenen Schriftstelle sagt: '2 -a ncc” „Nun soll sich auch unser Herz freuen." Allein schon bei näherem Zusehen müßten wir doch etwas stutzig werden. Es heißt hier doch: ^2^ roe" 2 *a das -a zielt auf Gott hin und will sagen: Nicht unser Herz soll sich freuen, sondern umgekehrt: Unser Herz soll sich an Gott freuen.