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Der Israelit · 1901-12-16 · Heft 99 (16.12.1901) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 99 (16.12.1901)
Date
1901-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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2188 und Arbeitsscheu es schädigen und zu Grunde richten. Dein Heil und Wohl ist mit dem Heil und Wohl deines Gewerbes, Geschäftes so eng verknüpft, daß du immer und immer nach dem Wohlbefinden, nach der Blüthe deines Geschäftes schauen und mit Aufbietung aller deiner Kräfte es zu heben und zu fördern trachten mußt. Unser Stammvater Jakob lebte von seinen Schafen, und er hielt es nicht unter seiner Würde, ja er hielt es für seine Pflicht, sich zu erkundigen auch nach dem Wohlbefinden der Schafe. II. ixsn ubv nxi "prs eite ns ntn! Eine zweite Lehre! Das Wohlbefinden des Menschen muß harmoniren und in geradem Verhältnisse zum „Wohlbefinden" seines Gewerbes, seines Einkommens, seines Vermögens stehen. Wir dürfen nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen, als wir verdienen und erwerben, als wir erarbeiten und als ehrliche, moralische Menschen ausgeben können und dürfen. Es ist ja sehr schön und angenehm, wenn man viel ausgeben und sich alles anschaffen kann; wenn man aber nichts hat und nicht kann, dann muß man sich beschränken, begnügen, beherrschen. Wenn die Schafe wenig Milch und wenig Wolle geben, dürfen wir nicht viel Milch und viel Wolle brauchen, das führt zu unehrenhaften Handlungen, zur Schande, zum Verderben. Wenn unsere braven Landwirthe, die Agrarier, diese Lehre beherzigen würden, dann hätten sie nicht das Bedürfnis sich auf Kosten anderer, auf Kosten armer Menschen bereichern zu wollen! III. fMtn DiSp nxi “pnx diSb> ns ntn! Die dritte Lehre ist eine humanitäre! Wenn wir uns für unsere Nebenmenschen, für unsere Brüder interessiren, dürfen wir es nicht bei leeren Worten bewenden lassen, sondern müssen uns auch nach ihrer Existenz, nach ihrem Erwerb umsehen; und wenn es nothwendig ist, müssen wir sie unterstützen, ihnen unter die Arme greifen, ihnen helfen und beistehen. Was haben unsere Mitmenschen davon, wenn wir ihnen leere Worte/leere Komplimente widmen, und sie in ihrer Noth und Bedrängniß verharren lassen. Du mußt dich erkundigen ci^t? ns, dmi nach dem Wohlbefinden deiner Brüder und nach dem Wohlbefinden der Schafe. Das findet seine buchstäbliche Anwendung auf die Kolonisation in Palästina. Wir freuen uns, daß unsere unglücklichen Brüder aus Rußland und Rumänien endlich Ruhe gefunden, und als Landwirthe, als Ackersleute u. s. w. ihr Brod im Lande unserer Väter zu verdienen, zu erarbeiten suchen. Was haben aber die armen Leute davon, daß wir uns freuen, daß wir uns nach ihrem Wohlbefinden erkundigen, und nicht nach dem Wohlbefinden ihrer Schafe, Rinder und A e ck e r! Was haben sie davon, wenn wir sie nicht unterstützen und sie das, was sie begonnen, angefangen, nicht ausführen und vollenden können!? Der freundliche Leser weiß, es besteht in Deutschland ein Verein „Esra," der sich die Unterstützung und Förderung der Kolonisation Palästinas zur Aufgabe macht. Es werden hiermit alle diejenigen, die noch nicht Mitglieder des Vereins sind, ersucht, demselben beizutreten, und das Ihrige dazu beizutragen, daß der Boden, auf dem die Makkabäer ihr Blut vergossen, auf dem Mattisjohu und seine Söhne so ruhmreich gekämpft und gesiegt, wieder zum Thcil wenigstens, von Israeliten, von Glaubensgenossen bewohnt, bebaut, bearbeitet und der Name Israel wieder zu Ehren gebracht werde. IV. nrrn r*xn istr. Und der Mann sprach u. s. w., wir wollen nach Dothan gehen. (1. B. M., 37, 17.) Der Mann, sagen unsere Weisen, war ein Engel. Und rwn? "n m icipo isban rrntp,, Der Engel hat beobachtet das Gesetz Gottes. (Tanchuma z. St.) Und da sind wir beim vierten Punkt angelangt, der uns lehrt und beweist, daß der Kampf der Makkabäer schon von Jakob und seinen Söhnen gekämpft wurde, und daß schon Jakob so viel Glaubenstreue, Standhaftigkeit und Charalterfestigteit besessen, als die Makkabäer später an den Tag gelegt. Die Makkabäer verwarfen den Götzen der Griechen und blieben treu ihrem Gotte. Und Jakob! Er spricht: -['ns nx nsn,, "fsst L-bi? rxi „Sieh nach dem Wohlbefinden deiner Brüder und nach dem Wohlbefinden der Schafe." Die Schafe wurden damals von den Heiden abgöttisch verehrt, und die Hirten waren ein Gräuel in den Augen der Heiden, "fxi* nn bv enstö rcwn w,, „denn ein Gräuel den Mizrajim sind alle Schafhirten" (1. V. M., 46, 34), sagt Joseph zu seinen Brüdern. Und die Brüder! Sie kümmerten sich nicht um die abgöttische Verehrung, die die Heiden damals den Schafen er wiesen, sie blieben als Schafhirten, treu ihrem einzigen Gotte, dem Gotte ihrer Väter. Diese Standhaftigkeit, diese unwandelbare Glaubenstreue war der Engel, der die Brüder überall begleitete, und von ihnen aussagte "irrm,, ",n m rrtrö. sie hüten das Gesetz Gottes, sie bleiben treu ihrem Gotte. Dieser Engel begleitete Israel durch alle Jahrunderte und Jahrtausende, und auch wir wollen treu bleiben und bleiben treu dem Gotte unserer Väter bis zu unserem letzten Athemzuge! In diesem Monat ist uns zweifaches Unglück widerfahWM^^^^^^Löag des Monats starb Esra Hasofer m^^I^M^DMdesselben hat die Belagerung Jerusalems vor^Wten Nebukadnezars und somit die Verdrängung Israels vom heiligen Boden begonnen. Der Fasttag mipy erinnere uns, den Geist von „Esra" in uns wieder aufleben und den uns von Nebukadnezar entrissenen Boden, durch Pflege und Unterstützung der Kolonisation Palästina's, theilweise wenigstens wieder in unseren Besitz gelangen zu lassen, auf daß sich einst erfülle die göttliche Verheißung: „Das Fasten des vierten, und das Fasten des fünften, und das Fasten des siebenten, und das Fasten des zehnten werden dem Hause Judah zur Wonne und Freude und zu fröhlichen Festzeiten werden. (Zacharia 3. 193

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