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Der Israelit · 1901-09-19 · Heft 74-75 (19.9.1901) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 74-75 (19.9.1901)
Date
1901-09-19
Page
– (sequence 28)
Language
German
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1650 Fabrikant Gustav Mayer und Lehrer U h l m a n n geschah, letzterer sprach Namens der Gemeinde herzlichsten Dank aus für all' die Arbeit und Fürsorge, die ver Geehrte in zwölfjähriger Thätigkeit der Gemeinde gewidmet hatte und betonte, daß diese nur einen kleinen Tribut ihrer Dankbarkeit zollen will, mit dem Wunsche, daß es Herrn Gutmann noch recht lange vergönnt sein möge, diesen Becher zu leeren. Herr Gutmann gab sowohl seiner Ueberraschung über die unerwartete Ehrung, wie auch seiner herzlichen Freude über diese Aufmerksamkeit beredten Ausdruck und versprach, auch für die Zukunft nach Kräften die Interessen der Gemeinde wahren zu wollen. O e st e r r e i ch. Wien. Der ehemalige Sections-Chef im Unterrichtsministerium, Landtags- und Reichsraths-Abgeordnete für Galizien Eduard R. v. Gniewosz-Olexow, feierte am 2. September d. I. seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar gehört zu der nun fast ausgestorbenen Gruppe polnischer Beamten, die, treu ihrer Nation, es verstanden haben, den österreichischen Staatsgedanken mit ihrer streng nationalen Gesinnung zu vereinen. Er saß bereits 1864 im galizischen Landtag als Bertreter des Samborer Großgrundbesitzes und gehörte dem Abgeordnetenhause vom Jahre 1873 bis kurz vor den letzten Neichsrathswahlen, also fast 25 Jahre an. Gniewosz vertrat in dem conservativen Polen-Club die liberale Richtung, kämpfte gegen den Clericalismus und Antisemitismus und nahm nie Anstand, auch im Polen-Club gegen die Gewaltherrschaft der polnischen Aristokratie offen zu Felde zu ziehen. In der Zeit, als der Antisemitismus im Abgeordnetenhause seine ärgsten Orgien feierte, fand er den auch unter den Volksvertretern fortschrittlicher Richtung damals seltenen Muth, diese Parteirichtung auf das Heftigste zu bekämpfen. „Selbst die Flagge, unter der Sie kämpfen," rief er den Antisemiten am 14. Februar 1890 zu, „sie ist nicht rein. Man sieht das aus Allem, was Sie thun, und jeder von Ihnen urtheilt über Andere, wie er selbst ist!" Als eines der vom Lande Galizien in das Curatvrium der Hirsch-Stiftung entsendeten Mitglieder hat er eifrig für die Förderung jüdischer Gewerbe und Ackerbauschulen in Galizien gewirkt. Erst das hohe Alter drängte ihn aus seiner politischen Stellung, in der er nach besten Kräften gewirkt. An seinem Jubeltage sei seiner in Verehrung gedacht. R u ß l a n d. Kiew. (Fortgesetzte Judenverfolg u n g e Ti.) Die Vorstände der Kiewer Polizeireviere, denen der Gouverneur von Kiew „empfohlen" hat, des öftern Razzias auf Juden zu veranstalten, haben es sich nicht zweirnal sagen lassen. So eine Judenjagd macht einem russischen Pristaw höllischen Spaß und bringt ihm überdies noch baar Geld in die Tasche. Daher wurden in den Altkielver, Lebedskojer und Podolier Vorstädten wiederum Haussuchungen veranstaltet. Die Jagd ging diesmal auf die in den genannten Vorstädten lebenden jüdischen Kommis, welche entweder gar keine Kommis sind oder doch kein Recht haben, in Kiew zu wohnen. Die Jagd war auch diesmal sehr ergiebig, allein sie hatte nicht nur für das Wild, sondern auch für manchen der Jäger ziemlich unangenehme Folgen. Die Zahl der in den Kiewer Vorstädten als Kommis zu Unrecht wohnenden Juden erwies sich nämlich dabei als so groß, daß der Gouverneur auf die Vermuthung kommen mußte, es ginge hier unmöglich mit rechten Dingen zu und daß viele der Herren Pristaws mit den Juden, natürlich gegen klingende Münze, unter einer Decke stecken müssen. Die Folge war, daß mehrere Reviervorstände einen schweren Verweis, einige von ihnen sogar ihren schlichten Abschied erhalten haben. Die Razzias auf Juden werden noch weiter fortgesetzt. T. ■t" Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Air Krdacüou unternimmt niemals eine Prüfung in Bezug auf die ritucUc Zuverlässigkeit der augepriesenen Maaren. Die Bezieher haben, wenn sie in dieser Hinsicht gesichert sein wollen, die Anpreisungen. Neferenzen etc. fetbft einer Controle zu unterwerfen. Schinh der Iusrratenannahme ist siet»: für die Klontagsnnmmer, Sonntag Früh S Uhr, für die Donnerstagsuummer. Mittwoch Mittag 12 Uhr. «Ufer Glatt gelangt regrlmäsitg Montag und Donnerstag in den Abendstunden zum Dersandt. Deklamationen wegen;u späten Eintreffen» beliebe man bei der betreffenden Postanstalt?u machen. Offerten auf Ehifferannoncen werden täglich, mit Ausnahme von Samstag wettrrbrfSrdert. Engros. Endetail. Sammtliche Sorten & n^nna empfiehlt zu billigsten Preisen [6206 A Rothschild, Buchhandlung, Frankfurt am Main. B Jerusalem, ijofel Jerusalem Hotel I. 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