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Der Israelit · 1901-09-12 · Heft 72 (12.9.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 72 (12.9.1901)
Date
1901-09-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4% Jahrgang. m m Der Israelit. Ein Aentrak-Hrgan für das orthodoXe IudentHum. Begründet von Dr. fe^rnmm in IKaiuf Donner ft ag, den 12. September 5661 (1961). BT Des HM. n Festes wegen erscheint unsere nächste Nummer Dienstag, 17. Sept. Leitender Artikel.?ik KeiWt Mutung des Süsser. Bon Rabbiner Dr. M. L. Bamberger, Schildberg. Mit dem Einzug des Monats Elul hält das Schosar mit seinen mahnenden, erinnernden und gebietenden Tönen seinen Einzug bei uns. Vom Anfänge des Monats Elul bis nach dem Versöhnungstage hören wir in drei verschiedenen Weisen den Ton des Schofar an unser Ohr dringen. Wir vernehmen den bv den freiwilligen Schosarton, den mse bv top. das Pflichtfchofar, und den bzv b& nsw das Schofar der Freiheit. Zwischen diesen drei verschiedenen Weisen besteht ein innerer Zusammenhang, als dessen Ausgangspunkt die freiwillige, durch keinen äußern Umstand veranlaßte mnwi gilt, berufen, hinzusühren zu dem veglückenden Bewußtsein, das nSnoi nn^c mar in uns wachruft. Wie die drei verschiedenen Weisen des Schofar auf uns zu wirken berufen sind, nachzuweisen, sei Aufgabe dieser Betrachtung! Da ist zunächst ifittn bv tob*, der freiwillige Schosar! Schofar der Erinnerung und zugleich Schofar der Gegenwart. Die Schofartöne, welche während des Elulmonats erschallen, sind nicht biblische Vorschrift, vielmehr eine weise Einrichtung unserer Alten, damit wir im letzten Monat des Jahres wenigstens erinnert werden an uns selbst, daß wir aufmerksam werden aus unser Thun und Lassen, auf daß wir mit Ernst und Aufmerksamkeit Einkehr bei uns selbst halten, uns prüfen und bessern. Es ist der Schofar der Gegenwart, der uns auffordert, unserer Thätigkeit Beachtung zu schenken, über jede einzelne unserer Handlungen Aufschluß uns zu geben, über jeden einzelnen unserer Schritte Rechenschaft von uns zu fordern! bV es ist der freiwillige Schofar! Der Mensch besitzt vor allen übrigen Wesen der Schöpfung den ausgezeichneten Vorzug der Willensfreiheit. Er kann thun und lassen, was er will, ist Niemandem, außer seinem Schöpfer und sich selbst, darüber Rechenschaft schuldig. Und diese beiden, denen der Mensch Verantwortung schuldig ist, seinem Gotte und der Gottesstimme in seinem Innern, seinem Gewissen, sie verschonen oft Wochen und Monate lang den Menschen mit der Mahnung zur Prüfung und Besserung. Gottes Stimme und die Stimme unseres Gewissens vernehmen wir vielfach erst dann, wenn wir die strafende Hand Goites wegen unseres Ungehorsams auf uns ruhen fühlen; in der Roth, wenn Unglück den Menschen und die Seinen befällt, dann erwacht sein Gewissen und er vernimmt die Stimme seines Gottes. Dann aber ist es oft schon zu spät, das Sündenmaß ist voll; die mit Sünden angefüllte Schale hält der mit frommen Werken belasteten nicht das Gegengewicht, sie ist schwerer. Darum kommt im Monat Elul schon, bevor der große und erhabene Tag des himmlischen Gerichts seinen Anfang nimmt, men bv ie'b» der freiwillige Schosarton zu uns mit der Erinnerung an die Gegenwart, mit der Mahnung in der Gegenwart schon, nicht wenn diese Gegenwart bereits Vergangenst geworden, die bessernde Hand an uns zu legen, mit der Mahnung, nicht erst, wenn die Roth zu uns gelangt, zu Gott zu beten, sondern zuvor schon Gott zu bitten, daß keine Noth Er zu uns gelangen lasse, men bv schon um dessentwillen nicht, weil wir unsere Handlungsweise freiwillig geändert, weil wir in unserem Lebenswandel eine Besserung eintreten ließen, ohne daß eine äußere Erscheiung uns dazu bestimmt hätte.

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