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Der Israelit · 1901-09-05 · Heft 70 (5.9.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 70 (5.9.1901)
Date
1901-09-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1537 schätzten Blättern gedacht werde, da sein LebenZgang für jeden wahren Jehudi vorbildlich sein dürfte. Es war Meier S t e r n b e r g e r s. A., den man unter großer Betheiligung seitens der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung zur letzten Ruhe bestattete. Der reiche Lebensinhalt des Zadit hanedor kann hier nur in skizzenhafter Kürze angedeutet werden. Meier Sternberger war in Deggingen bei Nördlingen geboren, ein Sohn des frommen 'or , der dort L,rz' s-tp pt» war. Den Grundsätzen und Lehren des Elternhauses blieb der Verstorbene zeitlebens treu. Nicht weniger als 37 Jahre wirkte er als Chasan und Schachet in Ansbach, und war ein gewandter, weithin gesuchter Mohel, welches Amt er so oft unter großen persönlichen Entbehrungen und pekuniären Opfern versah. Im Verein mit seiner vor l' - Jahr dahingegangenen Gattin, einer echten Esches chajil, gestaltete er sein Heim zu einer von allen orthodoren Glaubensgenossen gern und oft ausgesuchten Stätte. Geradezu unmöglich ist es, all' das zu schilder», was beide zusammen für Zorchei Zibur, besonders auf dem Gebiete von Z'dokoh und Gemilus Chasodim geleistet. Es sei nur erwähnt, daß der Verblichene 32 Jahre lang das schwere Amt eines Verwalters der Armenkaste für Durchreisende unentgeltlich versah. Die einzelnen Jahrgänge des „Israelit" ließ er unter den Mitgliedern der Gemeinde kursiren, um Sinn für Tbora und Jirah zu erwecken. In den höchsten Gesellschaftsu. Beamtenlreisen der mittelfränkischen Kreishauptstadt war der Heimgegangene angesehen und geachtet. Vor acht Jahren zog das kinderlose Ehepaar hierher, um den Lebensabend in der Nähe von Verwandten zu verbringen, freudigst begrüßt in der numerisch reduzierten Gemeinde, die dadurch eine Kräftigung und Neubelebung des Gemeindelebens erfuhr. So manches Gute hat der hier bewirkt. Nun sind üe beide dabin sp.-n gegangen. Leibliche Nachkommen hinterlasten sie nicht, aber cpnit bw srrrn^n c-ntorr an wo. Zur Lewajob war der Kultusvorstand von Ansbach, Herr Selling, herbeigeeilt. In tief empfundenen Worten sprach der Herr Rabbiner von Ansbach, Herr Dr. P. C o h n Namens dieser Gemeinde, nach diesem Herr A. Mannheimer, Lehrer in Dettelbach im Aufträge des engeren Verwandtenkreises, endlich für die Gemeinde Harburg Herr Lehrer Krämer daselbst. Möge der S'chus dieses wahrhaft Frommen uns beistehen und er ein Meliz joscher uns allen sein. Secher zadit liwrochoh. Wie nachträglich bekannt ward, vermachte der Heimgegangene bedeutende Legate an Moschab Sekenim und Talmud Thora im heil. Lande, an die Präparanj dien Höchberg, Burgpreppach, an das isr. Lehrerseminar! und das isr. Hospital in Würzburg, endlich an das i Rabbinerseminar in Berlin. 1 Heiligenftadt. Dienstag starb der Senior der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Kaufmann Nathan Gans im Alter von 74 Jahren, geachtet und beliebt bei allen Mitbürgern. Der Entschlafene bekleidete während achtundzwanzig Jahren das Amt eines Rendanten der jiidischen Gemeinde. Personalien. Pndewitz, 2. Sevt. Gestern feierten wir in um serer Gemeinde das 26jährige Jubiläumfest unseres Gemeindevorstehers, des Herrn Licht, und verlief die Feier nach allen Seiten hin in zufriedenstellender Weise. Morgens 7 Uhr wurde dem Jubilar von der städtischen Kapelle ein Ständchen gebracht; um 9 Uhr begab sich eine Deputation, bestehend aus den Vorstandsmitgliedern und den Repräsentanten, zu dem Jubilar, und überreichten ihm als Anerkennung seines nach allen Seiten hin gewiffenhaften, selbstlos aufopfernden Wirkens und Walten in der Gemeinde im Namen derselben einen silbernen Pokal und eine Widmung, dann wurde der Jubilar von der Deputation nach der Synagoge geleitet; dieselbe war durch Banner, Guirlanden und Blumen dekorirt, in sämmtlichsn Kronleuchtern brannten Lichter und der Platz des Jubilars war geschmackvoll geziert. Die Ausschmückung wurde noch erhöht durch eine Krone, die mit ihren 23 Lichtern das Jubiläum versinnbildlichte: dazu kam noch ein Ehrendiplom für den Jubilar, welches in seinein schönen Rahmen, geschmückt von Kränzen und Volkauetts, über dem Sitze prangte. Herr Eantor L a ch m a n n hatte mit einem kleinen Chor vor dem Almemor Aufstellung genommen und wurde der Jubilar bei seinem Eintritte mit herrlichem Gesänge begrüßt. Herr Nathan Wreschner hielt darauf eine Anrede, worin er all die so großen Verdienste des Jubilars um die Gemeinde in warmen Worten hervorhob, dann wurde von dem Cantor und Chor ein Lied gesungen. Hierauf sprach Cantor Lachmann recht schön und erhebend, und nun trat der Jubilar vor den Almemor und dankte so warm und innig, daß fast den Meisten die Augen feucht wurden. Der Gottesdienst begann und nach demselben zog Alles zur Gratulation in das Haus des Jubilars, wo Alle vortrefflich bewirthet wurden und eine animirte Stimmung herrschte. Briefkasten der Skedaetion. N N. in Prag: Wir verweisen Sie auf das Inserat deS Herrn Robb. Dr K ö nigs berger in heutiger Nummer > nseres Blattes. Mischnajoih übei setzt von Dr. Hoffman» sind in Berlin bei Iykowökv erschienen Auf das Inserat des Herrn Direktor Frommermann, Cantorenschule betreffend, fei hiermit be? sonders aufmerksam gemacht.

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