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Der Israelit · 1901-09-02 · Heft 69 (2.9.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 69 (2.9.1901)
Date
1901-09-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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42. Jahrgang. Jfif* 9 Der Israelit. Ein Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. ft^mann in Utfiinf. Montag, den 2. September 5661 (1801). Leitender Artikel. Das oclhodoXe Judenthum. Von Wtth. Löwy b"X? in Sarbogard, Ungarn *) VII. Der Religionsunterricht. „Thauroh ist Israels Seele, Thauroh ist Israels Leben, Thauroh ist das gemeinsame Heiligthum, für das Jißroel ward, und das es durchtragen soll durch aller Zeiten Wechsel, — ohne Thauroh hört Jißroel auf zu sein, und wo Thauroh blüht, gedeiht Jihroels Leben. Für Thauroh seien daher zuerst unsere Kräfte geeint. Daß in der Gemeinde zum allgemeinen Gebrauch die Schriften vorhanden seien, aus denen die Wissenschaft der Thauroh zu schöpfen ist, namentlich ■p;n und L"L>; daß Männer da seien, die die Jugend lehren diese Wiffenschaft des Lebens, Männer, die den Erwachsenen leuchten mit dem Lichte der Thauroh, und daß Anstalten gegründet, gepflegt und im ewigen Fortschritt gefördert werden, in denen diese Wirksamkeit ihre Stätte findet, — das ist jeder Gemeinde erstes und vorzüglichstes Augenmerk. Die Gemeinde hat kein größeres Heiligthum, als die Stätten, die sie der Thauroh erbaut — a l s ihre Schule n." Rabbiner Samson Raphael Hirsch s. A., der diese, wir möchten sagen, prophetischen Worte gesprochen in seinem Erstlingswerke (mn Versuche über Jißroels Pflichten in der Zerstreuung, zweite Auflage, S. 448, 449), konnte wie selten Einer, die Wahrheit seiner Worte bestätigt sehen. Die Israelitische Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., die wir als das Hauptwerk seines Lebens, als den bedeutendsten Er- *) Fortsetzung aus Nummer 62. folg seiner segensreichen Wirksamkeit, als die Krone seiner Schöpfungen bezeichnen können, legt lautes Zeugniß ab von der Richtigkeit obiger Sätze. Nur der Fürsorge dieser würdigen Mustergemeinde Jeschuruns für den Thoraunterricht ist es zuzuschreiben, baß alle ihre Mitglieder ohne Unterschied des Ranges und Standes, daß das ältere wie das jüngere Geschlecht daselbst von gleich glühender ' Begeisterung für die Ideale des unverfälschten Judenthums beseelt sind und mit inniger Liebe, treuer Hingebung und freudiger Bereitwilligkeit auf dem Altäre Gottes opfern. Die Thora ist Israels Lebenskraft, können wir mit dem Midrasch sagen os ni'prr vnb ffljp mm) crrj? ins irrt? emt: fivnsrb rrn; nur die Thora hat Israel in den Stürmen und Bedrängniffen finsterer, blutiger Jahrhunderte ganz und rein erhalten. Alle Völker des Alterthums, die weltbezwingenben Römer nicht minder, wie die heldenmüthigen Hellenen, Persien und Assyrien, sie alle gingen unter, während das winzige, scheinbar ohnmächtigste Völkchen der Erde, Israel, stand und steht noch heute aufrecht, denn die Thora ist ein Talismann, der es schützt und schirmt gegen alle Gefahren der Zeiten. „Die Geschichte ist die Lehrerin des Lebens," und jeder, der mit klaren, ungetrübten Blicken vorurtheilssrei die Annalen der Zeiten studirt, muß zu der Erkenntniß gelangen, daß, wie ein Fisch nicht ohne Wasser, so Israel nicht ohne die Thora bestehen könne. (Vergl. ry ro ri«*C). Wenn wir daher dem Religionsunterrichte in den Schulen ein je größeres Gebiet einräumen möchten, so ist es nicht bloß der engere, religiöse Gesichtspunkt allein, der uns dazu bestimmt, sondern auch der Erhaltungstrieb. Es dürfte wohl Jedem bekannt sein, welch' großes Gewicht unsere Religionsquellen. Bibel und Talmud, auf den Religionsunterricht legen, aber ebenso und weit mehr bekannt ist es, daß für einen großen Theil der Judenheit Bibel und Talmud heute leider nicht mehr die ausschließliche und maßgebende Richtschnur für seine Handlungs- und

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