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Der Israelit · 1901-08-26 · Heft 67 (26.8.1901) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 67 (26.8.1901)
Date
1901-08-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1481 füllt und beut Erdboden gleich gemacht. Nur der Inden kirchhvf, dessen Tage auch gewählt sind, erinnert noch daran, dasi, hier ans einem kleinen Stückchen städtischen Boden die Juden znsammengepferrcht waren. Die Judengasse heißt jetzt Börnestraße, der Jndenmarkt Börneplcitz, das Jndenbrnckchen Einhornstraße, „Hinter der Jndenmaner," theils Am Schwimmbad, theils Stolzesiraße. Mit dieser Straße verschivand das Judensftital, der Jndenbleichgarten. das Judeneck, Am Stöcker. Frankfurt a. M., 25. Ang. Heute verschied hier in hohem Aller eines der ehrwürdigsten und frömmsten Mitglieder unserer Religionsgesellschaft, Herr Löb E h r m a n n. Derselbe war jahrzehntelang Lehrer und Schochet in Michelstadt im Odenwald, wo er unendlich viel zur Ausbreitung von Thora und Jirah ivirlte. In seinen späteren Jahren zog derselbe zu seinem Schwiegersöhne, dem Herrn Bäckermeister Strauß zu Mainz, mit dem er auch späterhin nach hier überstedelte. Sein Sohn ist unser verehrter Mitarbeiter Herr Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann-Baden, Schweiz. Die Beerdigung findet morgen Montag früh, halb neun Uhr, statt Möge der Allgütige die Familie des Dahingeschiedenen ob des herben Verlustes trösten. Rußland. Petersburg, im Aua. Einer der merkwürdigsten Orte in Russisch-Polen ist die Schneiderstadt Brezin im Gouvernement Petrikau. In dieser 20 Km. von Lodz, dem „polnischen Manchester," gelegenen kleinen Stadt wohnen hauptsächlich „jüdische Schneider." Ihre Zahl wächst unausgesetzt und beträgt jetzt schon gegen 4(X)0. Die in Brezin angefertigten Kleidungsstücke gehen zum größten Theile nach Süd- und Mittel-Rußland. In diesein Jahre blüht das Kleidergeschäft in dem Städtchen wie noch nie zuvor. Unter den ruffischen Kausleuten, die in letzter Zeit in Brezin eintrafen, um persönlich ihre Bestellungen zu machen oder ihre Waaren in Empfang zu nehmen, befanden sich auch viele Händler aus Sibirien, sogar aus Ostsibirien und Wladiwostok. So weit ist der Ruf der Breziner Kleider schon gedrungen. Der Jahresumsatz der dortigen Schneider beträgt insaesammt etwa drei Millionen Rubel. Ihr Verdienst schwankt zwischen 3 und 14 Rubel für einen fertigen Anzug. R n m ä n i e n. Bukarest. EA u s w a n d e r u ng v o n I u d e i.) Dieser Tage reiste eine von Herrn Auerbach, dem Berüctcr der Gesellschaft „I. K. A.", gebildete Gruppe jü-! ischer Emigranten, von Jassy ab. Diese Gruppe nennt bch X und besteht aus 25 Personen, darunter ein Mädchen und drei Frauen/welche Näherinnen sind. Unter den ausgeivanderten Männern befinden sich drei Mechaniker, zwei Zimmermaler, zwei Tischler, ein Zimmerinann, ein Schmied und verschiedene andere Proseffionisten. Mlttheil»»-e» aus de» liid. Arnenverelseu ««d für dlrsrlde«. (Sümmtltche jüd. Wanderbettelvereine uns Zkagen für Durchreisende find gebeten, uns Mitthettungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütiglcit machen, zukommen zu lassen.) Natibor, 23. Ang. Seit einer Reihe von Jahren macht ein „Rabbinatskandidat Samuel S o b e 1" die jüdischen Gemeinden. Deutschlands unsicher. Sobel, angeblich ans Zabrze in Oberschlesien stammend, ilt keblkopfleidend; sein letztes Attest vom Juni d. I. ist von Dr. M ü n z, Arzt in Nürnberg, ausgestellt. Der etwa in der Mitte der Dreißiger stehende Herr ist nie Rabbinatskandidat gewesen und hat keinerlei tieferes, religiöses Wissen. Er fälschte hier vor einem Jahre eine Anweisung, die er bei Dritten präsentirte. Am letzten Freitag Nachmittag kam er hier an und erhielt drei Mark aus der Armenkaffe, ferner die Anweisung auf zwei rituelle Mahlzeiten; außerdem wurde ihm versprochen, daß das Nachtlager bis Freitag für ihn bezahlt und er Sonntag noch eine besondere Spende erhalte. Er hob die drei Mark aus der Kasse ab, ließ sich die Abendmahlzeit gutschmecken und fuhr Freitag Nachts Dl Uhr nach Wien weiter. Bor dem „Rabbinatslandidaten" sei hiermit öffentlicht gewarnt! Armenkasse in R a t i b o r. vermischtes. Charlotteubnrg, 21. August. („Bund Jüdischer Coro orat tonen.") Au»ch3 d. Mts. hat Se. Magnificenz. der Rector der technischen Hochschule zu Eharlotlenburg. die Gründung des ..Vereins Jüdischer Studenten" (des 5. im B. I. (5.) dieser Anstalt genehmigt. — Zuschriften :c. sind zu richten an "tn-1. oiiem. I. Grünberg, Göthestratze 32. Briefkasten der rttedaction. Dr. K. in P.: Josef Fromm, Frankfurt a. M., Brücküo'straße. Ans Amsterdam vernehmen wir, daß dort von den Tomen M. X' L. van Gelber an der U>(. Kerklaan 27, eine niederläntEche israelitische Haushaltschule errichtet wurde, welche beabsichtigt.' 1. Zunge Damen zu Haushälterinnen zu erziehen; 2. Unterricht zu geben in: Äochen, Waschen, Haushnltführung, Gesundheitspflege, Nahrungslehre und Plätten. u. Hier wohnende Lehrlinge aufzunehmcn Ans guter Ouelle vernehmen wir ferner, daß die Einrichtung den höchsten Anforderungen genügt und streng orthodox ist. Erwähnung verl ient es, daß Frau Dr. I. H. Dünner, Ravenburgcrstraat. Amsterdam, der Schule sehr sympathisch gegenüber steht und gern die nöthige Auskunft ertheilt, ebenso wie die Damen u Gelder selbst._ heutigen Nummer liegt ein Prospekt über den in unserem Berlage erschienenen „Jüdische»; Abreißkalender für daü Jahr 56<»2" bei, worauf wir hiermit besonders aufmerksam machen.

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