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Der Israelit · 1901-08-26 · Heft 67 (26.8.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 67 (26.8.1901)
Date
1901-08-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4L. Jahrgang. M «V Der Israelit. Ein GenLrak-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. in IKtaitt}. Montag, den 26. August 5661 (1901). 8» Eine Mnvk abonntrt man bei allen Postanstalten für den Monat September r^rs^ auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrieftrLger aufgeaeben werden. HF" Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Die Expedition -es »Israelit." Leitender Artikel. W«z>> Murftf» mit Der WubmiigN Von Rabbiner Salomon Cohn—Halberstabt. (Traktat Sabbat 88.) Als Moses auf den Sinai stieg — so erzählen unsere Weisen — fragten die Engel den Ewigen: „Was will der Menschensohn unter uns?" — „Die Thora zu empfangen ist er gekommen." — Da sprachen sie: „Den köstlichen Schatz, den Du seit Jahrhunderten verborgen hieltest, willst Du jetzt in die Hände sterblicher Menschen legen? Was ist der Mensch, daß Du sein gedenkest, der Erdensohn, daß Du Dich sein erinnerst! Herr, wie gewaltig ist Dein Name auf Erden; breite Deinen Glanz aus über den Himmeln!" Darauf sprach der Ewige zu Moses: Berühre den Thron meiner Herrlichkeit und antworte ihnen. Und Moses sprach: „Was steht denn in der Thora, die wir empfangen sollen: Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus Aegypten geführt hat. Nun, seid ihr denn *) Aus dem soeben erscheinenden Werk Dm D”Ü D"trn 72 rwUNi no^n ’tPn'n, obige Abhandlung ins Deutsche übertragen von Abraham Feuering cand. med. nach Aegypten gezogen? Habt ihr denn in Pharaos Knechtschaft geschmachtet? Ferner steht dort: Ihr sollt keine anderen Götter haben außer mir. Wohnt i h r denn inmitten götzendienerischer Völker? Gedenke des Sabbats — heißt es dort — ihn zu heiligen. Müßt i h r denn arbeiten, daß ihr des Ruhetages bedürftet? Es steht: Du soll nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen. Kennt i h r denn den Haß und die Leidenschaft? Also wozu euch die Thora?" Da gaben sie ihm Recht und riefen aus: „Gott, unser Herr, wie herrlich ist Dein Name auf der ganzen Erde!" Es ist klar, daß diese Erzählung nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern unter ihrem schlichten Aeußern einen tiefen Sinn birgt. Wir wollen im Folgenden einen Versuch zu dessen Ergründung machen, und zu diesem Zwecke sei es uns gestattet, zunächst ein wenig vom Thema abzuschweifen. Immer und immer wieder wird von Gläubigen und Ungläubigen die Frage aufgeworfen: Wozu war eine Gottesoffenbarung in Worten und Schriften nothwendig? Genügte nicht die Pracht der Natur und die in ihr auf Schritt und Tritt sich kundgebende vollkommenste Gesetz- und Zweckmäßigkeit, um den Menschen erkennen zu lasten, daß da nicht eitler Zufall waltet, nicht seelenlose Atome blind durcheinanderwirbeln, sondern daß hinter diesen Erscheinungen ein erhabener Geist als Schöpfer zu suchen ist, der mit diesen seinen Werken bestimmte Ideen verkörperte, bestimmte Ziele verfolgt? Erzählen doch die Himmel — wie der Psalmist singt — zur Genüge von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Hände Werk das Firmament. Ja noch mehr, wäre es nicht rühmlicher für den Menschen als denkendes Wesen, selbst aus den Naturerscheinungen das Dasein Gottes herauszulesen, als es nur seinen Großvätern nachzubeten, denen es in uralter Zeit mit klaren Worten und Formeln eingeprägt wurde! Doch auf solche und ähnliche Einwürse erwiedern wir: Allerdings hätte dies nicht genügt. Denn selbst

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