Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 65 (19.8.1901)
- Date
- 1901-08-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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m mrnw'iimMiMwmwjupmmpmKmammmaBKma^aQy 1441 Im Jahre 1704 besuchte sie ebenfalls der Jesuitenmissionär Pater Gozani. Die chinesischen Juden haben ihren liturgischen Dienst längst aufgegeben und diirften bald in Mohammedanisinus und Buddhismus verschmelzen, falls es den Vemühuugeu der „Alliance Jsr." nicht gelingen sollte, sie dem Judenthnme zu erhalten. Vor vierzig Jahren starb der letzte ihrer Rabbinen, der noch etwas Hebräisch ver- Hand. Die .Minder werden nicht mehr beschnitten, sie l,eirathen öfters chinesische Frauen, die dann ihre Religion annehmen. lieber die Zahl der chinesischen Juden sind die Be richte sehr schwankend. Herr von Brand hält sic für eine verschwindend kleine; nach anderen soll sie eine halbe, ja ganze Million betragen. Es ist dies äußerst uinvahrscheinlich und dürfte auf einer Berlvechslung mit Mohammedanern beruhen. Es scheint, daß sie im toleranten Ehina niemals verfolgt ivorden sind; wenigstens ivar cs mir nicht möglich, irgend etwas über In- Venversolgungen in 0 bi na in Erfahrung zu bringen. Berlin, 1dl. Aug. Unsere Gemeinde ist von einem großen Vertust betrossen worden. Am gestrigen Sabl'al verschied nach langem Leiden Herr Leonhard S a ch s , ein Sohn unseres unvergeßlichen Dr. Michael Sachs. Der Verstorbene ivar eine Reihe von Jahren Mitglied der Repräsentantenversammlung. Liebe, vtiilde und (Gerechtigkeit bildeten den Grundsatz seines tüesens. ' E. R. Posen, im Ang. Wenn auch Fanlilienereignisse als Privatangelegenlieiten eigentlich nicht Gegegenstand der Mittheilung für öffentliche Blätter resp. das größere Publikum sind, so verdienen es doch manche Familien, daß bei ihnen eine Ausnahme gemacht ivird. O ine solche ist das D. B. E o h n 'schetlZhepaar, das vor N'-nigen Dagen das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte. Dieses Jnbeivaar hat sich von jeher durch gottgefälligen Wandel, ßrenge Religiosität und patriarchalisches Familienleben vor anderen ausgezeichnet und seine zahlreichen Kinder in demselben Geiste erzogen. Herr Eobn ist einer der wenigen Borkämpfer gegen die nntgemäße Irreligiosität, sotvohl innerhalb der Gemeinde, als auch im Geschäftsleben. Seine strenge Rechtlichkeit und sein Gemeinsinn hat ihm die Achtung i'i'v Gemeindemitglieder erworben, und er gehört daher schon seit sehr langer Zeit dem Repräsentanten-Kollegium der Gemeinde und als Mitglied derselben den verschiedenen Fachtommistionen an. in denen er mit Eifer und Gi-solg tbätig ist. Da auch seine Gattin als Muster einer echt jüdischen Hausfrau allgemein hochgeachtet and beliebt ist, so tonnte es nicht fehlen, daß an dem l"beltage eines so tvürdigen Ehepaares sich fast die ganze Gemeinde beeiserte, ihre freudige Theilnahme und ihre Segenswiinsche auszusprechen. Die Betheiligung wäre noch umfangreicher geivesen, wenn nicht auf besonderen Wunsch des Jubelpaares die Feier aus den engsten Familienkreis beschränkt gewesen und die Kenntniß davon erst an dem Tage selbst in die Oeffentlichkeit gedrungen iväre. Die zahlreichen nach auswärts verhei ratheteu Töchter - der einzige Sohn führt am hiesigen Platze das väterliche Geschäft fort — waren sämmtlich herbeigetommen, um dem verehrten Elternpaar ihre kindlichen Segensivünsche darzubringen. Möge dem edlen Jubelpaare vergönnt sein, noch recht lange vereint als Zierde seines Familienkreises und Borbild der jüngeren Generation in Gottesfurcht und guten Werken sich eines heiteren Lebensabend zu erfreuen. —- Ein Borzug, dessen sich unsere Stadt vor vielen anderen erfreut, der freilich nur für gesetzestreue Juden von Werth und Bedeutung ist, lvird ihr in wenigen Fügen genommen iverden. Posen ist bekanntlich als Festung ersten Ranges nicht nur von detachirten Forts, sondern auch von einer Umtvallung mit zahlreichen Thoren umgeben. Dadurch galt die ganze Stadt als r-c— und man durfte am Sabbat, da auch für rr-xn gesorgt war, unbedenklich tragen. Jetzt soll das bedeutendste Thor, das sog. Berliner Thor, gänzlich abgebrochen iverden, so daß, da nunmehr eine rv.r. entstanden, die Stadt ihre Bedeutung als ~vrn rri verliert und am Sabbat nicht mehr getragen iverden darf. Wir Posener tverden uns sehr srbv'er an diese Unbequemlichkeit gewöhnen; namentlich avcr die Schüler aus religiösen Häusern sind rathlos, ivic sie sich hinsichtlich des Tragens ihrer Schulbücher >,a verhalten haben. Es lvird eben einmwlimvivendi geschaffen iverden müssen. Frankreich. Paris, US Ang. Es gereicht mir zur großen Freude, Ihnen ein Ereigniß mitzutheilen, das klares Zeugnis', von der entschieden liberalen Gesinnung der gegenivärtigen Regierung ablegt: Der Oberrabbiner Frankreichs, Zadve .Lahn, ist zum Ossizier der Ehrenlegion ernannt ivorden. Es wäre falsch, ivvllte man diese Dekoration des Herrn Zadoc Kahn lediglich als eine persönliche Angelegenheit betrachten; sie hat eine iveitgehende Prinzipelle Bedeutung. In dem Augenblick, wo eine nichtswürdige Presse es wagt, jeden Tag vom „jüdischen Joch" zu faseln u. unsere Glaubensgenossen mit Koth und Schinutz, beivirft, ist die Ernennung des großen und edlen Oberhauptes der französischen Juden znm Offizier der Ehrenlegion als wuchtige Protestation der französischen Regierung gegen all' diese Gemeinheiken und Berlenindungen aufzunehmen. Die Betrachtungen, die die Presse an die Herrn Zadoe Kahn zu Theil gewordene Auszeichnung knüpfte, beweisen, daß diese von mir vertretene Ansicht auch die richtige ist. Ich freue mich daher, seststellen zu können, daß Waldeck-Roussean durch diese Dekoration bewiesen hak, daß er seinem politischen Programm, das er in seiner bekannten Tvulvnser Rede auseinandergesetzt, hatte, treu zu bleiben gedenkt. Und ivas mich persönlich angeht, so erfüllt mich mit besonderer Genugthnung