Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 65 (19.8.1901)
- Date
- 1901-08-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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43. Jahrgang. Meilage zu M 65 des „Israelit". £itcvtm|d?cs. Tie ^rnu auf richtiger Fährte. Erzieherische Winke und praktische Rathschläge von Lena Kahn. Basel, Austraße 10. Selbstverlag. 87 Seiten. Preis Alk. 1.25. Das vorliegnede Buch ist ein nach verschiedenen Seiten hin merkwürdiges und interessantes, das alle Eigenschaften besitzt, uni tut Sturm die Herzen jüdischer Mütter und Hausfrauen zu erobern. Eine bloße Aufzählung des Inhaltes läßt das Buch als ein ganz eigenartiges erscheinen. An die Rathschläge zur körperlichen, geistigen und praktischen Erziehung knüpfen sich solche zur gemüthlieben, praktischen und billigen Einrichtung der Zimmer, Küche und Wäsche, mit detaillirter Aufstellung der Kostenanschläge. Besonders eingehend wird die -Küche im allgemeinen und die jüdische Küche speziell bebandelt. Trotz der gedrängten Kürze wird hier kein tvesentlicher Punkt unberücksichtigt gelassen, die rituell vorgeschriebene Behandlung des Fleisches, die Vorbereitung für Sabbat, Menus für Sabbat, für Peßach, die Theilitng der Fleisch- und Milchspeisen, alles findet hier die erforderliche Berücksichtigung in schlichter, leicht verständlicher Sprache und Darstellung. Daß die eigentliche Küche in einer Unzahl von Rezepten für Speisen und Gerichte aller Art vertreten ist, von der getvöbnlichen bürgerlichen Kost, bis zu den höchsten Ansprüchen der Gourmandie braucht nicht erst gesagt zu iverden. Die Sorge des Küchenzettels, die ans so vielen Hausfrauen lastet, hat mit diesem Buch ihr Ende erreicht; es bleibt ihnen noch höchstens die Qual der Wahl. Was dem Buche aber seinen eigenthümlichen Reiz verleiht, ist, daß durch die Einkleidung und geschickte Gruppirung des verschiedenartigen Stoffes, selbst der gastronomische Theil, eine gewisse Verklärung und Bederitsamkeit erhält, die wir in anderen Büchern dieser Art vergeblich suchen. Welch' beglückenden Einfluß eine richtig geführte Küche, eine gut verwaltete Haushaltung, eine ökonomisch geordnete Wirthschaft auf das ganze häusliche Leben, auf die Erziehung, kurz auf alles das, tvas unser Glück ausmacht, auszuüben vermag, das tvird in diesem Buche der aufmerksamen Leserin recht eindringlich zum Bewußtsein gebracht. Aus jedem Worte spricht die besorgte Mutter, die erfahrene Erzieherin, die weise Rathgeberin, vor allem aber die mitfühlende Menschenfreundin, der es angelegen ist, die reichen Erfahrungen des eigenen Lebens zum Besten ihrer Schwestern diesen an's Herz zu legen. Die schöne äußere Ausstattung und der billige Preis des Buches werden gewiß dazu beitragen, ihm die jüdischen Häuser zu öffnen und es unseren Hausfrauen zum treuen Hausfreund zu machen. Flavins Josephus, Jüdischer Krieg. Aus dem Griechischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen. Bon Philipp K o h o u t. 8', X u. 816 S., Linz, Qu. Haslinger. 1901. Pr. 10 Mk. Das Interesse für Josephus und seine Schriften lvird immer reger. Hat doch eine deutsche Universität sogar dieser Tage eine Preisaufgabe gestellt, bei der sie die Eharakteristik der römischen Kaiser dieses Geschichtsschreibers kritisch geprüft und gewürdigt wissen tvill. Bon einer neuen Uebersetzung der Gesammtschriften Josephus wußte eine Ihrer jüngsten Literatur Revuen zu berichten. Bor mir liegt nun als „allerneueste" Erscheinung der „Jüdische Krieg," übersetzt und mit Anmerkungen versehen von dem Professor des ueutestamentlichen Bibelstudiums am Priesterseminar in Linz: Kohout. Durch die Berücksichtigung der in der ztveiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Gebiete der biblischen Archäologie und Typographie, wie auch der Textkritik vollzogenen bedeutenden Forschungen und erzielten Resultate, hat der Uebersetzer, da wir seit Gfrörer und Paret keine wissenschaftlich stichhaltige Ilebersetzung des „Jüdischen Krieges" erhalten haben, in der That „einem dringenden Bedürfniß abgeholfen." Der Verfasser hat seine Aufgabe mit Geschick gelöst. Seine Anmerkungen (Pag. 631—798), die gesondert dem Texte folgen, legen durchweg Zeugniß von dem Fleiß Kohout's und gründlicher Kenntniß der zeitgenössischen Litteratur ab. Die zahlreichen Berührungspunkte der Geschichte mit römischem Staatswesen haben den Verfasser veranlaßt, besonderen Werth auf die richtige Wiedergabe vieler Ausdrücke im römischen Militär- und Beamtenleben zu legen. So ist es ihm denn geglückt, ein Werk der Öffentlichkeit zu übergeben, das nicht allein für den Forscher durch seinen wissenschaftlichen Werth von Bedeutung ist, sondern auch durch seine formvollendete Uebersetzung dem Laien als gute Lektüre zu empfehlen ist. Ein sehr brauchbares Personen- und Sachregister, dessen Mangel wir leider bei so vielen Werken empfinden müssen, gibt dem Werke einen würdigen Abschluß. Wir können es uns nicht versagen, am Schluß dieses Berichtes auf die rührige wissenschaftliche Tätigkeit der kathol. Theologen ein Mal nachdrücklichst hinzuweisen. Mit unermüdlichem Eifer und nicht minder großem Erfolg arbeiten diese Herren fiir die Erhaltung religiöser Basis. Seit Jahren verfolgen wir zum Beispiel die Veröffentlichungen „Stimmen aus Maria