Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 62 (8.8.1901)
- Date
- 1901-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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42« Jahrgang. M 62 Ier Israelit. Ein Eenlrak-Zrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von vr. Wrhirrann in M«inz. Donnerftag, den tt. A u g n ft °>661 (1901). Km^tfin Fricdvicb. Mainz, 5. 2lngust. 5o bat fid? denn das traai]d]c Geschick der Kaiserin Friedrich vollends erfüllt. Die Gattin unseres Kaisers Friedrich, die bochderziaste nnd edelste Frau, gleich ausgezeichnet durch tiefinn.erliche Herzettsgüt wie durch geistige Vobeit, Kaiserin Friedrich ist nicht mehr. Und so erneuern sicb denn beute in uns in verstärktem Maße alle jene schmerzlichen Erinnerungen ans den traurigen Innitagen des Jahres in denen das deutsche Volk fernen Frühlingskaiser verlor nnd Kaiserin Friedrich ihr Glück, ihren Stolz und ihre Freude zu Grabe trug. Mit unendlicher Aufopferurrg, mit all der Liebe uird Lsirrgebung ihres großen Herzens hat damals die hohe Frau den vorr einer tückischen Krarrkheit inaßlos gepeiitigten edlerr Dulder bis zum letzten Augenbinde gepflegt, uird nun ist sie selbst hingeschieden, arr einem Leiden, gleich tückisch, gleich unerbittlich und gleich marternd wie jenes, dein ihr Gatte zuin Opfer fiel. Sie hat ihr Leiden ertragen mit derselben Geduld und Ergebung und derselberr unerschütterlichen Standhaftigkeit, wie einst ihr kaiserlicher Gemahl. Litte Fürstin von seltener Bedeutung wird utn durch den Tod der Kaiserin Friedrich entrissen. Mütterliche Fürsorge für die Erziehung ihrer Kiitder, unermüdliches wirken in allen Zweigen der wohlthätigkeit uttd reges Interesse für Ktttlst und Wissenschaft vollenden das Nild der Frau, die wie durch Nang und Geburt auch durch Geist auf der Höhe des Kulturlebens stand. In der Seelengröße, mit der sie ein unheilbares Leiden ertrug, erwies sie sich als echte Gefährtin des deutschen Melden, der durch sein Dulden und seine Thateit den Kerzen des detttscheil Volkes immer theuer iin Gedächniß bleibt. wie sehr sie sich die Gedanken und Anschauungen ihres Gatten zn eigeit tnachte, hat sie auch äußerlich dadurch gezeigt, daß sie voti desieti Todestage an, ihren eigettett Namen i Kaiserin Victoria) aufgab und den Namen ihres Hoheit Gemahls in ihrer Person fortlebeu ließ. Uttd wie sie dies ättßerlich bekuiidete, so that sie auch in ihrem Gemüthe. ^l ti ch i h r e nt l) e r z e ti st a ti d e n a l l e N n t e r t h a n e ii ihres hohen Gemahls gleich itahe. " 7-^^L'N 0" ~,'z bz weine, Lj aus Israel, um das Cjinscheldeti der erhabeueu Kaiserin die Dir eine Freuttdin imb Noschützeritt geweseit. Kiöge der allgütige Gott unserent edleit Kaiser ttt iitid seitietn gesatnmten Hause Trost senden iii deni Gedanken: ronzb p*-x *ot das Angedenken an Kaiser und Kaiserin Friedrich wird stets und immer ein segensreiches bleiben.