Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 42 (1901)
- Issue
- Heft 58 (25.7.1901)
- Date
- 1901-07-25
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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1395 „Auch — das wissen Sie?" fragte Hildebrandt zerknirscht. „Ihr früherer Arbeitgeber, Max Mayer, ist seit Jahren mein Lieferant," erklärte Dr. Löwenstein. „Und — und trotzdem verschmähten Sie nicht — mein armes Kind — ah!" stöhnt Hildebrandt voll neuerwachender Seelenpein. „Na, da wäre ich doch ein recht roher Geselle, wenn ich an einem unschuldigen Kinde rächen wollte, was dessen Vater Uebles that —" „Ja — ja. Ein roher Kerl — o, wie recht Sie haben. Und nun — können Sie je vergessen — mir — mir verzeihen?" stammelte Hildebrandt niederknieend. „Hier meine Hand — und mein ehrliches Manneswort. Genügt Ihnen das?" „Tausend, tausend Dank. Vom Judenhasse bin ich bekehrt für's ganze Leben. O, meine Marianne hat nur zu recht! Nicht das Glaubensbekenntniß macht den Menschen gut oder schlecht, roh oder edel, sondern einzig und allein dessen Eharakter, seine Eigenart."- „Genau meine Meinung. Ihre Frau hat das Herz auf dem rechten Fleck, besitzt in der That mehr Lebensklugheit, wie mancher, der doppelt so alt ist. Und nun noch etwas Geschäftliches: Sämmtliche Unkosten, die Ihnen aus der Erkrankung Ihres lieben Kindes erwachsen, bestreite ich — keine Einwendungen, bitte. Dang, wie steht es mit Ihrer Einnahme? Wünschen Sie für Herrn Mayer wieder zu arbeiten? — Es kostet mich nur ein Wort. Zudem will ich Ihnen verrathen, daß Jener stets recht zufrieden mit Ihren Leistungen war —- Ihre Kündigung ihn ernstlich verdroß. Nicht seinem Geschäftsinteresse, sondern dem Prinzip desselben folgte er, als er Ihre Forderung verwarf. Wären Sie weniger schroff aufgetreten, hätten den weisen Spruch: „Ein gutes Wort, findet einen guten Ort!" beherziget, dann wäre alles noch beim Alten." „Genau meines Weibes Ansicht. . . Ach, Herr Doktor, wenn — wenn Sie ein klebriges thun wollen? — Ich — ich habe Ihnen bereits so sehr Vieles zu danken, daß —" „Bitte — was Ihre gute, kluge Frau that, verpflichtet mich und die Meinen für alle Zeit." Damit verabschiedete sich Dr. Löwenstein rasch. .Der Zurückbleibende fällt auf den nächsten Stuhl und flüstert vor sich hinblickend: „Ist das ein Mensch! Ist das ein Mensch! — Und bloß ein Jude!" Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Die Medactlou Unternimmt niemals eine Prüfung in Krpig auf die riturUc Zuverlässigkeit der angeprirsenen Wahren. Dir Segrher -ade«, wenn sie in dieser ginstcht gesichert sein wollen, die Anpreisungen, Nefere»?en etc. selbst einer Tontrole;« unterwerfen. echlust der Znseratenannahme ist stets: für die Montagsnnmmer, Sonntag Früh 8 Uhr, für dieDounerkagsnummer, Mittwoch Mittag 18 Uhr. nser Kiatt gelangt regelmäßig Montag und Donnerstag in den Abendstunden zum Urrsandt. Ucclamationen wegen ju spaten Eintreffen« beliebe man bet der betreffenden Postanstalt j« machen. Offerten auf Ehifferannoncen werden täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag, weiterbefördrrt- TefillotM, JtacJhsoria in besten nnd eleganten Einbänden. H Tallis, Wolle u. Seide, sowie sämmtl. Ritualien, [lc D - « Gebetbücher s . mT m w Grosses Lager J I H 3 11111113 Hü! mUenschastltche- W--K- « Cf* IltllllllllullU, | Urrlerhattungslettüre, Schulbücher. 4, hebräische Buchhandlung, f. Brautgeschenke, 3 ^Börnestrasse 4* M |Ausführliche Cataloge gratis Stickereien f. Synagogen. und franco. Cfcür mein Getreideu. Mehl- 0 geschäst, suche ich einen Lehrling mit guter Schulbildung. L. Jansen, [5487 Boppard am Rhein. ^ücht. Buchh. u. Eorrespond. Z (Bank u. Getreide) 31 I., ledig, sucht Stellg. per 1. Okt. c., wo Sabbat frei. Schöne, flotte Handschr., Stenogr., Ia. Zeugn. u. Res. Gefl. Mitth. u. -E. I>. 3454 an Rudolf Moffe, Hannover. [276a sichere Wstenz für Smnen. Mein in Rhein bach b. Bonn (Luftkurort) gut eingeführtes israel. Haushaltungs-Pensionat, verbunden mit Pension für Sommerfrischler, nebst Haus (elektrisches Licht und Wasserleitung und Gärten, sowie gutem Inventar, beabsichtige ich wegen Berheirathung baldigst zu verkaufen. [5550 Sibilla LevI, Rheinvach. jfofel JYassctuer £(of, Kaiserslautern, Mittelpunkt der Pfalz. Im Centrum der Stadt, — feine streng koschere Küche, — hübsche renovierte Zimmer. [4907 Jetziger Inhaber: Bieter Lazar. iLin in Keller- und Faßar- C beiten erfahrener ÜLniPer gesucht. Offerten unt. Nr. 5450 au die Geschäftsstelle dieses Blattes. Militärsreier jung. Mann «vl sucht gestützt auf prima Referenzen per 1. Oktober in einem am Samstage geschloss. Geschäfte als Comptoirift oder Lagerist dauernde Stellung. Gefl. Off. unter Nr. 4661 an die Geschäftsstelle dieses Blattes.