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Der Israelit · 1901-07-25 · Heft 58 (25.7.1901) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 58 (25.7.1901)
Date
1901-07-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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42. Jahrgang. Zweite Anlage zu 58 des „Israelit". Literarischer Bericht Tcs Flavino Ioscphus Jüdische 4llterth»„rcr. Band I. 646 S. Preis 3 Mk. Band 1K 724 S. Preis 3.25 Mk. Kleinere Schriften. 248 L>. Preis 1.50 Mk. Geschichle des Jüdischen Krieges. 695 S. 3 Mk. Sämmtliche Schriften übersetzt von Dr. Heinrich C l e m e n tz. Verlag von Otto Hendel, Halle a. d. S. Es war ein alter, bisher unerfüllt gebliebener Wunsch, sämmtliche Werke, die uns von dem berühmten jüdischen Historiker Flavius Josephus übrig sind, in guter und fließender Uebersetzung Zu einem billigen Preise erhallen zu können. Die Verlagsbuchhandlung Otto Hendel in Halle a. S. hat dadurch Anspruch aus Dank "und Beifall, daß sie einen Mann wie Heinrich Clementz, einen ebenso tüchtigen Gelehrten wie llebersetzer gewonnen hat, um für ihre rühmlichst bekannte Bibliothek der Gesammtlitteratur den Flavius Josephus zu bearbeiten. So liegen denn jetzt in drei umfangreichen und einem vierten kleineren Bande die sämmtlichen Werte des Josephus in wohlfeiler Ausgabe vor uns. Das gefällige Aeußere der Bände, Format, Papier, schöner Druck, ladet Zur Lektüre ein. Mit Vergnügen blättert man in den hochinteressanlen Schriften des begabten Geschichtschreibers, die zum ersten Male in dieser Bearbeitung größeren Volkstreisen zugänglich gemacht worden sind. Lichtvolle Einleitungen, belehrende Fußnoten ermöglichen es jedem Gebildeten, ohne Vor- und Fachstudien mit Nutzen und Genuß in die Gedankenwelt des alten jüdischrömischen Schriftstellers, der in der Sprache von Hellas zu uns redet, einzudringen. lieber den Charakter des Josephus sind wir im Zweifel. Mit geringer Ausnahme wißen wir vom Leben und den Thaten unseres Autors nur durch ihn selbst, und dieser Autor gehört zur Klaffe der Selbstgefälligen, die, umgeben von einem möglichst lichten Strahlenglanze der Mitu. Nachwelt erscheinen wollen. Doch ungeachtet des vielen Schönen und Wackeren, was Josephus von sich zu erzählen weiß, vermag er es nickt, die dunklen Schatten zu bannen, die auf seinem öffentlichen Leben liegen. Viele Geschichtsforscher nannten ihn geradezu einen Verräther, und diejenigen, die noch vorsichtig in ihrem Urtheile sind, können nicht umhin, es zu verneinen, daß er es ganz ehrlich mit seinem Volke gemeint habe. Es wird kaum einen aufmerksamen Leser des Josephus geben, der Bewunderung und Zuneigung für den Mann Josephus empfindet. Die kunstvolle, anziehende Darstellung wird geschätzt, man kann sich jedoch der Erkenntniß nicht verschließen, daß ungewollt diese Darstellung ein Sündenbekenntnitz des Verfaffers einschließt. Der heilige Prophet Jeremia ist es, der uns als Augenzeuge die Geschichte der ersten Tempelzerstörung übermittelt. Die Geschichte des Jüdischen Krieges und die Selbstbiographie des Josephus gibt uns eine ausführliche Darstellung der schrecklichen Ereignisse, die der Zerstörung des zweiten Tempels vorausgingen. Der Klageruf r~zv izzvz *:>* ns* mz:~ „Ich bin der Mann, der das Unglück mit der Ruthe seines Grimmes mir angesehen," klingt uns auch aus den Geschichtsbüchern des Josephus entgegen, der das Traurige, dessen Schilderer er ist, miterleben mußte. Doch welch' ein himmelweiter Abstand zwischen der hehren Lichtgestalt des Jeremia und der des Josephus, Sohn des Matatbias, des Schützlings der römischen Jmpera- Doch was wir immer von Josephus, als Politiker und Feldherr, als Selbstvertheidiger und Selbstverberrlicker, denken mögen, nur erkennen es an, daß er in den zwanzig Büchern jüdischer Alterthümer sich bemiilue, die rücksichtslosen römischen Sieger zur Hochschätzung des eben niedergeworfenen jüdischen Volkes zu zwingen: nur sind ihm dankbar, daß er in den zwei Bücbern gegen Apion meisterhaft die Lügen und Entstellungen eines zeitgenössischen Antisemitenhäuptlings zurückgewiesen bat; und vor allem müssen wir eingestehen, daß eine der wichtigsten Epochen unserer Geschichte, die der römischen Kämpfe in und um Palästina, für uns im Dunkel liegen würde, hätten wir nicht die „Gesckuckue des Jüdischen Krieges," die trotz gar vieler einseitiger und falscher Berichte, uns doch mit einer Fülle historischen Materials beschenkt, zum Verständniß des Verzweislungstamvses, besten Folge der Fall Jerusalems und der Brand des heiligen Tempels war, ein Brand, der beure noch unser Herz erglühen läßt und den wir. wenn möglich, mit unseren Zähren löschen möchten. Was die vorliegende Ausgabe betrifft, so haben wir in diesen Blättern schon betont, daß uns in Einleitung und Anmerkungen zum ersten Theil der Alterrhümcr Einiges nicht gefallen will. Zum zweiten Theil der Alterthümer fügen wir jetzt hinzu, daß es uns sehr sonderbar berührst daß die bekannte, in den Josepbus eingeschobene Stelle bezüglich des Stifters der christlichen Religion in gesperrtem Drucke gegeben ist, obne daß auch nur durch ein Wort auf die von allen vorurtbeilslosen Forschern anerkannte Fälschung aufmerksam gemacht wird. Dagegen können wir zu unserer Freude Einleitung und Anmerkungen zur Geschichte des Jüdischen Krieges und zu den Büchern gegen Apion nur loben. Diese beiden Werke sind überhaupt vom Herausgeber mit besonderer Liebe behandelt worden. Bei der Geschichte des Jüd. Krieges ist noch

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