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Der Israelit · 1901-07-18 · Heft 56 (18.7.1901) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 56 (18.7.1901)
Date
1901-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 5« 42. Jahrgang. Der Israelit. EenLrat-Hrgan für das orthodoxe Kudenlyum. Begründet von Sr in Donnerstag, den 18. Juli 5661 (190$ Für Bwei NTsvk abonnlrt man bet allen Postanstalten für die Monate Angfnst & September auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landdriefträgcr aufgegeben werden. DM" Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen. Ausland entsprechend höher. Die Expedition des „Israelit-* der Wahrheit die Ehre zu gckbKl^ sucht sie die Juden und die jüdischen Handwerker z^'verhöhnen und sie mit der ätzenden Lauge ihres Spottes zu überschütten. Sie wagt es, den rechtschaffenen Mann, der im Schweiße seines Angesichts arbeitet, um sich und die Seinen zu ernähren, um seine Pflichten dem Staate und der Stadt gegenüber zu erfüllen, sie hat die eherne Stirn, einen solchen Mann mit dem „Kravattenmacher, dem Geld- und Sachwucherer," in eine Reihe zu stellen. Ist das gerecht? Ist das menschlich edel? Auf wen fällt da der Spott zurück? Mit Recht ruft die „Bost. Ztg." entrüstet aus: „Das ist also die Wirkung des Appells, den Dr. Münz an den agrarischen Gerechtigkeitssinn richtete!" Leitender Artikel. pobbiorr Dr. Mir unft DU „fionrfjonDtnj fits MM, »er £anDn)trtl)t". Die von hohem, sittlichem Ernst getragene Zurechtweisung, die der Rabbiner Dr. Münz aus Gleiwitz der „Korrespondenz des Bundes der Landwirthe" zu Theu werden ließ, hat nicht verfehlt, die Aufmerksamkeit der Preffe auf sich zu lenken. Die „Korrespondenz des Bundes der Landwirthe"' hatte den Juden gegenüber den schweren Vorwurf erhoben, daß sie jede Arbeit scheuen, die mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Darauf hatte Rabbiner Dr. Münz die „Korrespondenz des Bundes der Landwirthe" in ebenso sachlicher als vornehmerWeise belehrt, daß die körperliche Arbeit nicht nur in den ethischen Schriften der alten Hebräer der höchsten Werthschätzung sich erfreut, sondern daß auch thatsachlich, zumal in Oberschlesien, viele Juden in den verschiedensten schweren Handwerken sich bethätigen. Die „Bundeskorrespondenz" kann sich diesen zutreffenden Ausführungen nicht verschließen. Statt aber Bon Herrn Rabbiner Dr. Münz liegt in dieser Sache noch folgende bedeutsame Kungebung vor: „Die Wahrheit ging aus, um Gerechtigkeit zu finden; sie verlangte nach dem Brote der Erkenntniß, und da wurde ihr ein Stein gereicht." Als ich die Bemerkungen las, mit denen die „Bundeskorrespondenz" meine Ausführungen begleitete, da durchzuckte ein tiefes Weh mein Herz. Mir war es, als ob vor meinen Augen ein Heiligthum entweiht, als ob ein Ideal, das von allen hochgehalten wird, herabgewürdigt und in den Staub gezerrt worden wäre. Ich habe die bittere Erfahrung gemacht, daß im deutschen Naterlande, in dem Lande, in welchem man das Volk bei der Arbeit sucht, einzelne Kreise vorhanden sind, deren Weltanschauung so sehr von dichten, dünkelhaften Vorurtheilen befangen ist, daß die Ehrfurcht vor der treuen, rechtschaffenen Arbeit in derselben keinen Platz mehr findet. Ich hatte die „Korresp. d. Bundes d. Landw." eingeladen, zu uns nach Oberschlesien zu kommen und zu sehen, wie daselbst viele Juden als Schlosser, Klempner» Steinmetze, Tischler, Schuster, Schneider und in anderen Handwerken in angestrengter körperlicher Arbeit rechtschaffen ihr Tagewerk verrichten. Darauf hat die

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