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Der Israelit · 1901-07-11 · Heft 54 (11.7.1901) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
42 (1901)
Issue
Heft 54 (11.7.1901)
Date
1901-07-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1202 MWWW Rußland. Krschiniew. Die Ernteaussichten in Südrußland sind nach allen vorliegenden Berichten unzweifelhaft sehr günstig. Namentlich erwarten die jüdischen Kolonisten des Gouvernement Cherson eine ausgezeichnete Ernte. Allein bis diese eingeheimst ist, werden noch Wochen vergehen, und die Mittel des Kischiniewer Komitees sind nahezu gänzlich erschöpft. Seit einigen Wacken siebt sich dasselbe genöthigt, seine ganze Kraft ans die Unterstützung der jüdischen Kolonisten 311 tonzentriren, die, wenn sie jetzt im Stiche gelassen werden sollten, keine Kraft haben würden, die Erntearbeiten zu besorgen. Daher haben in Orgjejew und Wad- Raschkow die Unterstützungen schon seit lange aufgehört und an den übrigen Plätzen sollten sie am 2. Juli aushöcen, obgleich nach Feststellung des Vertrauensmannes des Komitees, der vor kurzem seine letzte Inspektionsreise beendet hat, die Noth überall größer denn je ist und Unterstützung, je nach den örtlichen Arbeitsbedingungen, bis zum 28. Juli oder gar bis zum 15. September erforderlich sind. — Inzwischen nimmt die Auswanderung aus Südrußland immer größere Dimensionen an. Ende Juni gingen von Libau zwei Dampfer mit 210 jüdischen Auswanderern nach England ab. Der Damvser „Waldemar" beabsichtigte in Hüll, der Dampfer „Georg" in London zu landen. Die Emigranten denken jedoch nicht in England zu verbleiben, sondern möchten von da weiter nach Amerika und Afrika wandern. Durch die Auswanderung wird aber den Zurückbleibenden das Leben nicht leichter, da bekanntlich nur die etwas bemittelten Leute noch auswandern können, lvährend die Aermsten der Armen kein Geld zum Aus wandern haben und zu Hause bleiben muffen. T. Afrika. Algier, 2. Juli. (Zur I u d e n f r a g e.) Es wird gemeldet: Der neue Generalgouverneur Revoil empfing am Sonntag die Behörden und Vertreter verschiedener Körperschaften. Beim Empfange des Consular-Corps versicherte Revoil, er werde sich glücklich schätzen, dazu beizutragen, daß die guten Beziehungen zwischen den Angehörigen der verschiedenen Völker und der Regierung der Republik ausrecht erhalten werden. Der Sprecher der jüdischen Gemeinde gab in einer An spräche dem Generalgouverneur die Zusicherung der Vaterlandsliebe der Israeliten, und sagte, die Juden rechneten darauf, daß unter Revoil die Streitigkeiten auf religiösem Gebiet ein Ende nehmen würden. Revoil betonte in seiner Erwiederung, seine Aufgabe voerde darin bestehen, für Frieden. Gerechtigkeit und Menschenfreundlichkeit zu sorgen; er werde die Achtung vor dem Eigenthum und der Ordnung sicherstellen. Bei den Generalrathswahlen Hierselbst verloren die Antisemiten in Eonstantine drei Sitze. In Algier kommt Mar Regis in Stichwahl. Die regierungs freundlichen Republikaner erlangten in drei Provinzen die Majorität. Mltthellmgell aus de« jüb. Armemiereillru und für dirseldell. (LSmnrttiche jüd. Wanderbettelvereine und «affen für Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu lassen.) -voll, 10. Juli. Im Monat Thebet veranstaltete ich in Folge des Aufrufes eine Spezial-Collecte für die Armen des heil. Landes. Eine in meinem Hause woh neuoe „nichtjüdische" Dame, Lehrerin an der Höheren Töchterschule, börte davon und gab mir zehn Mark zu meiner Sammlung, welche auch in der Liste aufgeführt wurden. Vor einigen Tagen erhielt nun diese Danie zwei Bettelbriefe ans Galizien von: S. Glaser, Lehrer in Skala, mit angefügtem Zengniß der isr. Kultnsge meinde Skala - - um denen Rücksendung er bittet! und von Leidisch Bergmann aus Skala, dessen Brief mit 7:bL 2:2 dr" c'fsr beginnt und herzzerreißende Schilderungen seines Elends enthält. Es hat mir sehr leid gethan, daß die Dame auf dstse Weise belästigt wurde und möchte ich deßhalb Jedermann ersuchen, die bekannten Briefe aus Skala unter Verweigerung der Annahme zurückgehen zu lasten: ich halte dies für das einzig wirkende Mittel, um diesem Unfug nt steuern. Ich gebe ganz gern, wenn ich weiß, daß es in richtig" Hände kommt, aber dieses gewerbsmäßige, systematische Schnorren möchte ich gerne aus der Welt geschafft wissen. H e i n r. H e r z. Briefkasten der Redaktion Um Mißverständnissen, die aus unserer Mittheilung in Rümmer D! unseres Blattes betreffs des Herrn Rabb. Wißinanu '"J entstehe 1 könnten, vorzubeugen, theilen wir nach netierdingö uns zugegangeuer Rachricht mit, daß das Befinden desselben durchaus nicht besorgnißerrcgend ist. n"jn. B. in H. : Die Erzählung „Alfred" von M. Palm, die das Hamburger „Jsr. Familienblatt" soeben veröffentlicht, hat be.eits früher im „Israelit" gestanden. Qfscnbach a. M., 7. Juli Freunde deö Herrn Rabbiner Dr. Goldschiuidt dahier, dürfte eS i-teressiren daß derselbe den N. August d. I sein 2s jähriges Dienst- Jubiläum und zugleich das Fest der silbernen Hochzeit feiert. MM HmzliW, |)arkliaiiä. Neues vornehmes I’endonshaus I. Kaufes unter Autsieht Sr. Ehrwiirden Herrn Habt). l)r. Auerbach, Halberstndt, mit Genehmigung Sr. Ehra. Herrn l.audrabbinnr Dr. K ii I f, Braunsehweig. Streng rituelle* Etablissement. Am Walde an schiinst, staubfreier Lage, 40 Salons mit Balkons der Neuzeit elegant eingerichtet. Bekannt ausserge wohnlich gute K liehe. Diners und u la carte zu jeder Zeit, volle Pension mit extra guter Ver ptlegung inel. "Wohnung von 6,50 Mk. an. Jeden -Samstag Gottesdienst in eigener von Herrn Professor Geb, Hannover, erbauten Synagoge im Parke des Hotels. [3489 Geöffnet vom l.Mai bis X. Oktober. Besitzer: Kax Beeilt.,

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